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Spruch zum Wochenende: GlücksBerge

Es gibt Zufälle, die glücklich machen. Einer dieser glücklichen Zufälle war, dass ich vor Wochen über die sozialen Medien auf die beiden Musiker Marianne und Rocco von Berge aufmerksam wurde. Die ihre Plattenfirma herausgefordert haben, für eine Million „likes“ einen Betrag für Tierschutz zu spenden. Hat geklappt. Hatte ich damals an die Konzertfreundin weitergeleitet, weil es so gut zu ihr passt. Dann haben wir entdeckt, dass das Duo auf der Tour in München Station macht, im Milla-Club. Vorgestern. Und Karten gekauft.

Ich hatte nicht viel erwartet, einen netten Abend. Und dann haben zwei Musiker mich in ihren Bann gezogen. Mit unverwechselbarer, guter Musik mit intelligenten Texten. Sie sprechen Themen an, die bewegen: Natur- und Tierschutz, Liebe, Freiheit, Selbstbestimmung, den Wunsch nach einer besseren Welt. Rhythmus, Stimme, Klang, Atmen. Mitsingen, summen, bewegen. Im kleinen Club ist jeder eingeladen, mitzumachen und einfach glücklich zu sein. Und das gelingt, schon nach den ersten Takten. Obwohl die Texte zum Nachdenken bringen, obwohl da keineswegs nur schön, sogar wunderschön gesungen wird – aber die Musik schafft eine ganz besondere Verknüpfung mit dem Augenblick. Macht das Hier und Jetzt greifbar. Gleichzeitig geerdet und schwebend, ein wunderbar starkes Wir-Gefühl entsteht. Verbindet mit den Elementen – auch mit dem 5. Element, dem GLÜCK.

Liebe Marianne, lieber Rocco, ihr beiden Berge, ich zitiere dieses Mal Auszüge aus eurem Liedtext, weil es so wunderbar als Spruch zum Wochenende passt – auch hier nochmal ein großes Dankeschön, für euch, für eure Musik, für eure Gedanken:

„Glück ist eigentlich nur ein Wort. Doch es hilft ungemein, ein Lächeln zu erklären. Glück ist wie der Wind. Und Glück ist die Freiheit, einfach so zu sein, wie wir wirklich sind. Egal was wir tun und was immer auch passiert, wir finden unser Glück im jetzt und hier. Vielleicht wärs mal gut, sich einfach glücklich zu schätzen. Denn was am Ende bleibt ist das Glück, das uns vereint – und wichtig ist nur, dass wir glücklich sind.“

Die ich gerne teile, weil ich sicher bin, dass es nicht nur mir und der Konzertfreundin und den Gästen im Milla gestern abend gefällt – zum Reinhören

 

Schulerinnerungen

Erinnerungen aus Schulzeiten, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt haben? Da hat Frau Hilde ein Thema aufgeworfen

In meinem Fall ist meine eindrücklichste Erinnerung alles andere als lustig, dafür besonders und prägend. Es war eine Serie, denn „es“ war 3x. In der 3. Klasse ist ein Schulfreund an Leukämie gestorben. Sebastian war schon vor seiner Krankheit Außenseiter, er war nicht so flink, fiel nicht auf, außer dadurch, dass er wenig gesagt hat. Und vieles nicht konnte. Im Kindergarten und in den ersten beiden Klassen wirkte er wie ein Problemfall, auf Lehrer und Mitschüler. Alle anderen konnten, haben sich schnell weiterentwickelt. Er nicht. Und hat so oft unsicher gelächelt, weil er vieles zwar versucht hat, aber es eben trotzem nicht konnte. Irgendwann konnte er nicht mehr zum Unterricht kommen. Bei der Beerdigung ein Haufen verunsicherter Kinder, Mitschüler, alle mehr oder weniger mit schlechten Gewissen. Denn so der ein oder andere  war definitiv niemals nett zu ihm gewesen. Wie viele haben sich auf seine Kosten gut dastehen lassen. Kinder können grausam sein – aber auch ihr schlechtes Gewissen ist aus tiefster Seele ehrlich.

Kurz darauf ist meine Lehrerin gestorben, ebenfalls an Krebs. Sie war eine Nonne, eine arme Schulschwester, noch keine 40 Jahre alt. Sie hat uns nie gesagt, dass sie todkrank war. Ich erinnere mich heute tatsächlich nicht an ihren Namen, aber an ihre Fleißbildchen (gab es als Anerkennung,wenn man etwas gut gemacht hat), an ihre Geduld, an ihr aufrichtiges, mildes Lächeln. An ihre Nachsicht, wenn jemand ein Wort nicht richtig aussprechen konnte. Oder ihr Schmunzeln, wenn jemand falsche Schlüsse in Heimat- und Sachkunde gezogen hatte. Die Nachricht von ihrem Tod hat mich sehr unerwartet getroffen, meine Erinnerung an die Beerdigung ist grauenvoll: ich war total unpassend gekleidet. Und hatte das Gefühl, dass jeder mich deshalb abschätzend gemustert hat. Schrecklich unangenehm.

Dann bin ich aufs Gymnasium gewechselt, fuhr im Bus in die nicht weit entfernte Kleinstadt. Eines Morgens stand meine Freundin an der Bushaltestelle, eigentlich nahm sie immer einen Bus später. Mit einem gehetzten „Ich muss dir was erzählen“ ließ sie sich auf den Platz neben mir fallen. Am Vortag hatte unsere ehemalige Klasse einen Ausflug unternommen. Auf dem Rückweg waren sie spät dran, deshalb hatte der Busfahrer die Kinder an den einzelnen Haltestellen abgesetzt. Eine Mitschülerin, Monika, war um den Bus herumgelaufen und hatte ein Auto übersehen. Sie kam bei dem Unfall ums Leben … Die Bilder dieser Beerdigung, viel zu viel, Trauer, Menschen, Emotionen, Fragen nach dem Warum – auf einem viel zu kleinen Friedhof.

Es ist tatsächlich so: diese 3 Todesfälle haben meine Schulzeit sehr geprägt. Auch wenn es meinen Eltern bestimmt oft nicht gepasst hat, dass ich mich beim Lernen nicht sooo reingestresst habe und auch mal eine schlechte Note dabei war. Mir hat „es“ bewusst gemacht, dass gute Zensuren nicht das wichtigste im Leben sind. Und dass auch mein Leben nicht unendlich sein wird.

Eine neue Liebe

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nananananana…“ Auch wenn das ein schrecklich kitschiger Schlager ist, da ist schon vieles dran. Sich neu verlieben macht einen neuen Menschen. Es verändert auf Zeit, denn die wild wirbelnden Schmetterlinge, das Schweben auf Wolke 7, die Glücksgefühle, das wild pochende Herz, das alles lässt nach einiger Zeit wieder nach. Aber der Zustand, so kurz oder lang er sein mag, ist so himmlisch, himmlisch schön. Zwei meiner Langzeit-Single-Mädels haben sich in den letzten Wochen verliebt. Lächeln permanent vor sich hin. Sind wie auf Wattepäuschchen unterwegs. Und gehen – irgendwie typisch für unsere Generation – ganz ganz vorsichtig mit dem „Beziehungsstatus“ um.

Die eine macht das seit einigen Tagen super offiziell: lernt nächste Woche Familie und Freundeskreis kennen, wird richtigggehend „vorgestellt“. Und sie und ihr M. haben beide aktuell ihren Beziehungsstatus auf Facebook geändert … Die andere ist noch still und heimlich glücklich. Ein ganz kleiner Kreis ist eingeweiht. Ansonsten genießen da zwei Menschen den Zauber der ersten Verliebtheit. Noch, ohne viel zu definieren. Noch mit vielen Unsicherheiten. Aber mit ganz viel Glück. Und Schmetterlingen. Und kurzen Schlafzeiten. Und glitzernden Augen beim Wiedersehen …

Das geht, es ist möglich. Aber es muss schon ein ganz besonderer Mensch unsere Wege kreuzen, damit wir selbständigen Singles unser sicheres Leben eintauschen, gegen all die Unwägbarkeiten des Paarseins. Paarmenschen können das nicht nachvollziehen, aber: Nicht jeder Mensch fühlt sich als Teil eines Zweiseins besser. Glücklich verliebt sein: ja, gerne. Mit einem zweiten Menschen leben, Alltag und Herausforderungen meistern? Da muss man sich schon sehr sicher sein, wer das Gegenüber ist und wie er denkt, fühlt, lebt. Ich kenne wenige Singles aus Überzeugung, sondern viele, die durch ihre Erfahrungen dazu geworden sind. Mit jeder Enttäuschung, mit jedem Erkennen, dass es mit dem gewählten Partner, der so toll und wunderbar schien, nicht „klappen kann“, wird es schwieriger, die Sicherheit des Alleinseins zu verlassen. Und sich auf jemanden einzulassen. Ich glaube, die meisten wären prinzipiell schon bereit, aber es kommen so viele Abers. Und dann ist da ja auch noch der zweite Beteiligte, der auch sein Paket dabeihat.

Bei meinen beiden Mädels scheint es, als ob es klappen könnte. Ich drück ihnen ganz feste die Daumen. Und allen anderen Single-Mädels wünsch ich, dass sie das finden, wonach sie suchen. Und glücklich sind.

Kürzlich habe ich diesen Artikel zum Thema Single sein gelesen, hm, in Ansätzen ja, bei vielem stimme ich nicht zu. Ich glaube nämlich nicht, dass Alleinleben Alleinsein bedeutet. Die meisten Singles, die ich kenne, sind großartige Netzwerker, pflegen intensive Freundschaften und sind wunderbar in ihre Familien eingebunden. Sie haben nur keinen Partner. Und sind entweder auf der Suche – oder nicht.

Premierenfieber

Ein erstes Mal ist anders, eine Premiere mitzuerleben ein wunderbares, aber auch ein Ausnahme-Erlebnis. Die Künstler haben sich lang und intensiv vorbereitet, trotzdem: bei der Premiere vor Publikum ist oft Aufregung im Weg. Man ist noch nervöser, noch mehr gierig nach Reaktion, fürchtet die kleinen Unsicherheiten, hat vielleicht zu viel Respekt vor der Kritik. Und dann ist ein Premierenpublikum manchmal, nun ja, nennen wir es mal steif. Oft sind es viele geladene Gäste, zum Kommen verpflichtet … Alles ist auf Reaktion ausgelegt, es fließt noch nicht, sondern alle warten, wie es ankommt. Premierenfeeling ist ambivalent.

Toys GOP. Schaukelpferd
Toys GOP. Schaukelpferd

Ganz anders vorgestern abend. Ich habe eine sehr stimmige, gelungene Premiere erlebt, mit einem begeisterten Publikum. Manche Besucher mussten so lachen, dass sie nicht mehr aufhören konnten. Mit selbstsicheren Künstlern, die ihren Auftritt nicht nur souverän, sondern charmant, spontan, ohne Allüren, mit viel Profession, aber vor allem Herzblut und Freude auf die Bühne gebracht haben. Und den Saal mitgerissen haben!
Das schöne an einer Premiere: es gibt ein paar einführende Worte. Etwas mehr zum warum und wer dahinter steckt. Quasi die Geschichte der neuen GOP-Show, die unterwegs auf den Zirkus und Akrobatikfestivals in Frankreich vor dem Schaufenster eines Ladens mit antikem Spielzeug beginnt. Die Bühne ist entsprechend ein Spielzeugladen, in den Regalen Bären, ein Zonk, Babuschkas, Puppen, seitlich ein wunderschönes Karusselpferd. Nachts, sobald das Geschäft geputzt und abgeschlossen ist erwachen die Puppen und das Spielzeug zum Leben. Sie spielen miteinander, sie tanzen, lachen. Ein Kindertraum, der durch das liebevolle Arrangement nicht nur die Herzen von Kindern höher schlagen lässt.  In einem Varieté gibt es oft einen herausragenden Star, nicht so in Toys. Jeder Künstler für sich zieht in seinen Bann. Da zaubert ein junger Mann mit Stoffsäckchen, dass jeder Profifußballer gerne eine Trainingsstunde anmelden würde. Eine Akrobatin in Neon-Outfit lässt den Atem stocken, in dem sie sich auf wackligem Turmaufbau immer abwechseond auf einem Arm in Balance hält. Ein Flötenzauberer à la Paganini spielt gleichzeitig auf 5 Instrumenten und baut sich ein Orchester aus Publikum. Eine Puppe bewegt anmutig ein Rhönrad auf der viel zu kleinen Bühne. Ein junger Franzose beeindruckt mit Einradakrobatik und seinem ansteckenden Lachen. Ein Akrobat jongliert beinahe schwerelos auf dem Seil, mit Einrad. Bewegte Elemente, die an von Kindern gebaute Figuren erinnern, werden von einer Artistin mit viel Körpereinsatz, vor allem mit den Zehen, durch die Luft gewirbelt. Die beiden Supermarios zeigen eine Tanzeinlage, zwischen vielen akrobatischen Figuren bleibt der Atem des Publikums kurz stehen, als sie Kopf auf Kopf stehen ….

Toys GOP. all acteurs
Toys GOP. all acteurs

Nicht zu vergessen die Clowns: Das italienische Geburtstagskind des Abends, das mit seiner Partnerin durch das Programm begleitet, sich von einem akrobatischen Act zum nächsten steigert und entwickelt; das Publikum einbindet, einmal turnt sie auf einem Zuschauer, einmal ist der Zuschauer Helfer, um sie vom meterhohen Trapez zu holen. Nicht zu vergessen Interaktion mit den ersten Tischen – la Ola mal anders rum: Köpfe runter, unter der Leiter durch!
Es war herrlich, Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Hat großen Spaß gemacht, ich kann einen Besuch im Münchner GOP guten Gewissens empfehlen, auch als Ausflug mit Kindern für die ganze Familie. Ich würde auch noch mal gehen, so gut hat es mir gefallen!

Toys GOP. Clowns
Toys GOP. Clowns