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Familiengeschichten: Hochzeitstagromantik

Gestern hatten meine Eltern Hochzeitstag. Mein Papa, der alte Romantiker, hat der Mama wie immer ein paar Blumen aus dem Garten gepflückt. Dort hat sie schließlich genug, also rupft er welche aus, die sie sich dann auch pflichtbewusst in eine Vase stellt. Ich sollte dazu erwähnen, dass er zum Glück meist nicht die hübschesten Exemplare auswählt, sondern einfach, was er findet …

Dann meinte er, sie könne ja mit ihm einen Ausflug machen. Also auch. Weil eigentlich wollte er zu einer Veranstaltung. Die die Mama nicht interessiert. Und mehrere Stunden dauert. Aber beim Autofahren, da hätten sie ja Zeit miteinander. Und irgendwas zu essen gabs da wohl auch …

Ja, mein Vater weiß definitiv ganz genau, wie so ein Hochzeitstag zu feiern ist 😉

Episode aus meinem Autofahrerleben: Angst

Als Fahrschüler hatte ich tierisch Angst: Vor dem Fahren, vor den anderen Autofahrern, vor allem vor LKWs, vor der Kraft des Wagens, eigentlich vor diesem ganzen Verkehr. Nur ich wollte unbedingt. Und hab Fahren gelernt. Heute habe ich Angst vor anderen Autofahrern, denen man ihre Angst im Straßenverkehr anmerkt. Deren unsichere Fahrweise darauf deuten lässt, dass sie überfordert sind. Manche schleichen, aus Angst nicht rechtzeitig reagieren zu können. Manche erschrecken, weil etwas passiert, womit sie nicht rechnen. Manche meinen, sie könnten durch hohe Geschwindigkeit Unsicherheit „überpinseln“. Gelingt aber nicht!

Heute morgen hatte ich das Vergnügen, hinter einer Autofahrerin herzufahren, die sich auf einer Strecke von knapp 30 Kilometern keine paar Meter sicher fühlte. Sobald ein Nebelschleier zu erahnen war bremste sie, blieb einmal sogar stehen … In der Ortschaft fuhr sie erst mal deutlich zu schnell, als Gegenverkehr kam reagierte sie mit hektischen Bremsmanövern, Blinker in alle Richtungen. In der Ortschaft dann ordentlich beschleunigen, um plötzlich zu merken, dass man noch innerorts ist. Und – richtig – scharf abzubremsen. Meine Lieblingsszene: es gibt auf meiner Strecke eine sehr langgezogene Kurve durch ein Waldstück, da war heute morgen dicke Nebelsuppe. Da ist sie mit richtig Tempo durchgesaust, so dass ich sie tatsächlich nicht mehr sehen konnte. Dann, also da, wo der Nebel sich auflöste, dann mal einfach stehenbleiben. Ja, einfach so. Da freute nicht nur ich mich, meine Hinterherfahrer konnten sich ein Hupen nicht mehr verkneifen. Ohje.

Die Ärmste ist sicher vollkommen durchgeschwitzt an ihrem Ziel angekommen? Und das tut mir echt leid, denn dass sie Angst hatte hab ich regelrecht gespürt. Was dagegen hilft ist ja, sich den Ängsten zu stellen, also Routine zu bekommen. Nur ob das so klappt? Ich weiß es wirklich nicht?

Men in Trees

„Die Stadt ist voll mit Männern. Sogar in den Bäumen hocken sie …“ Nach 36 Episoden leider abgesetzt und im deutschen TV vielleicht sogar nicht mal alle ausgestrahlt? Ich fands hinreißend komisch: Men in Trees.

Eine nicht nur erfolgreiche, sondern sogar richtig prominente New Yorker Ratgeberautorin, Beziehungscoach in Designer-Klamotte, glücklich verliebt, verlobt und bald verheiratet, fliegt kurz vor dem Hochzeitstermin in ein Kaff in Alaska. Um aus ihrem aktuellen Buch, einem Ratgeber für Liebesangelegenheiten, zu lesen. Pikant: ihr Verlobter hat Fotos von sich und einer anderen Frau auf dem Notebook gespeichert. Sie beschließt, sich zu trennen. Und in Elmo, dem Kaff in Alaska, zu bleiben. Nicht ganz ohne, denn die überwiegend männliche Bevölkerung des Ortes ist eigen, beratungsresistent – nicht nur in Liebensangelegenheiten … Die Handlung ist sehr skurril, die wenigen weiblichen Protagonistinnen neurotisch überzogen. Marin, dargestellt von Anne Heche, bleibt nicht nur, sie arbeitet fürs Radio, gibt Ratschläge, schreibt ein Buch, verliebt sich … Neben den Baummännern (ich nenn sie ja seit dem sympathischen Teilnehmer von The Voice of Germany Baumkletterer) begegnet sie auch mal wilden Tieren. Wunderbare Szene: Marin will Fahrrad fahren und bekommt es mit Bärenspray geliefert. Sie nutzt es wie Parfüm …. „Eigentlich sprüht man die ja auf den Bären. Aber so gehts auch …“ Szene ist auch im Video, schaut euch an, was dann passiert – ein atemberaubender Augenblick!

Viel zu lachen, ein bisschen Ally McBeal, etwas Waltons, manchmal Sex and the City. Einfach schön. Danke an Petra für die Idee, mal wieder etwas über Lieblingsserien zu schreiben – sie sammelt übrigens viele viele Ideen zu Serien, wer Lust hat, schaut am besten bei ihr vorbei.

Spruch zum Wochenende: Recht haben

Mein Leben wäre nur halb so aufregend, gäbe es den Straßenverkehr nicht. Heute morgen fahre ich auf der vorfahrtsberechtigten zweispurigen Ausfallstraße – als mir ein entgegenkommender VW Passat unerwartet und knapp die Vorfahrt nimmt. Er hatte geblinkt … Ich konnte bremsen und ihm ausweichen, der LKW rechts neben mir hats nicht ganz geschafft und das Fahrzeug leicht touchiert. Ich habe mit angehalten. Und bin von dem älteren Fahrzeuglenker mit belehrt worden. Er sei vollkommen im Recht, schließlich hätte er geblinkt. Das Blinkzeichen sei nämlich, um uns Unwissenden das mal klarzumachen, ein Signal. Das wir anderen Verkehrsteilnehmer beachten müssen. Und ihm seine Vorfahrt gewähren. Gerade im morgendlichen Berufsverkehr, der ohnehin eine Behinderung für jeden „normalen Autofahrer“ sei. Er habe lang genug, eigentlich viel zu lange, gewartet und dann von seinem Recht, seiner Vorfahrt, Gebrauch gemacht.

Weder der LKW-Fahrer noch ich konnten angesichts seiner rigiden und stetig lauter werdenden Argumentation zu ihm durchdringen. Er war im Recht, wir im Unrecht. Ich nehme an, dass er jetzt auch die Polizei belehren wird – denn er war so felsenfest von seiner Sicht der Verkehrswelt überzeugt, dass wohl auch eine Straßenverkehrsordnung von allen anderen einfach nur falsch gedeutet wird?

Ich widme ihm meinen Spruch zum Wochenende: „Recht zu haben ist nur halb so schön, wenn kein anderer Unrecht hat.“ (Orson Welles)