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Das mit der ländlichen „Bauordnung“

Weil es mal gesagt und aufgeschrieben werden muss.

Da werden im Dorf mit seinen eigenen Strukturen große Mietshäuser mit Wohnungen genehmigt. Darauf folgen Mieter. Die sich in der dörflichen Struktur und in ihrer da im Vergleich recht kleinen Wohnung nicht wohl fühlen. Da kräht ein Hahn. Oder es muht eine Kuh. Und der Gestank. Und diese bösen Bauern. Die fahren Tag und Nacht mit ihren großen lauten Maschinen. Das geht so nicht.

Dann sind da Besucher. Die man mit touristischen Programmen in die ländliche Idylle zieht. Jetzt kommen dies Besucher – und finden gar nicht das dörfliche Leben vor, das man Ihnen in der Werbung verspricht. Sondern sie finden landwirtschaftliche Großbetriebe mit riesigen baulichen Werken, Hallen, Ställen und noch mal Hallen vor. Die versprochenen Tiere sind hinter den Wänden gar nicht zu sehen. Und Mietshäuser wie in der Stadt hats da auch noch. Das weckt Unmut.

Schließlich wären da ja auch noch die Bewohner. Also die, die da schon vorher gewohnt haben. Und auch hinterher zuschauen müssen, wie eigentlich bewohnbarer Wohnraum vor sich hin verfallen muss darf. Damit er irgendwann abgerissen werden kann, um der nächsten Mietskaserne Platz zu machen …

Es ist jetzt ganz egal, was genau für wen ärgerlich ist. Die Frage ist doch eigentlich, wer das alles erlaubt. Also wer die Baugenehmigungen erteilt. Für viel zu große, gar nicht mehr land- sondern nur noch wirtschaftliche Unternehmen. Für Bauwerke, die man so auch in der Peripherie der Millionenstädte findet. Für Masse statt Klasse. Für viel zu viel statt klein und fein.

Es sei mir gestattet, mich zu wundern, schließlich gibt es im angeblich schönsten Bundesland sogar ausdrückliche Bauförderprogramme unter dem Motto „Unser Dorf soll schöner werden“ bzw. „Unser Dorf hat Zukunft“. Im Mittelpunkt die Dorf- und Landentwicklung im ländlichen Raum – mit Förderung von einheimischen Bauvorhaben und vor allem finanziellen Mitteln für die Erneuerung bestehenden Wohnraums, also für Renovierung … Im Leitfaden zur Entwicklung des für meinen Heimatort zuständigen Landkreises heißt es wörtlich: „Die Verfügbarkeit von vorhandenen Gebäuden zur Schaffung von Wohnraum soll durch geeignete Maßnahmen erhöht werden.“

Auf meine Frage, wie es passieren kann, dass im Ort meiner Kindheit und Jugend vorhandene Wohngebäude mit durchaus ausbaufähiger Bausubstanz weggerissen werden, damit große Finanzierungsprojekte mit Mietkasernen umgesetzt werden können – übrigens von weder lokalen noch regional ansässigen Investoren – ist die lapidare Antwort des zuständigen Bauplaners: „Das ist uns durchgerutscht.“

Und wisst ihr, was das Schlimmste ist? Die Menschen in diesen Mietanlagen auf dem Land fühlen sich in diesen schnell hochgezogenen, auf Abschreibung ausgelegten, mit billigen Baumaterialien erbauten und in wenigen Jahren renovierungsbedürftigen Bauwerken nicht wohl. Dazu sitzen sie fernab der Städte, bezahlen eine viel zu teure Miete …

Das. Ist. Nicht. Gut. Geplant.

PS: In unserem wenige Seelen großen Dorf hat einer, der hier aufgewachsen ist, sein Leben aber in München verbracht hat, sein Elternhaus mit Grundstück verkauft. An einen Finanzinvestor. Der auf der nicht großen Fläche eine Mietanlage mit 12 Wohneinheiten baut. Übrigens ohne Park- oder Grünflächen. Ich habe mal nachrechnet: in einem Ort mit weniger als 400 Bewohnern aktuell kommen bei einer durchschnittlichen Belegung mit 2 Personen pro Wohneinheit also bald 24 neue dazu. Wahrscheinlich jede Wohneinheit mit zwei PKW, also jeweils ein Fahrzeug zu viel, da es ja nur 12 Stellplätze gibt (ist den Planern ja „durchgerutscht“).

Ich fasse zusammen: Mehr als 1 Prozent Wachstum, keinerlei Eigenheimerwohnmodell – und alles andere als sinnvolle oder gar geplante Entwicklung des ländlichen Lebens. Ich kann da einfach nur den Kopf schütteln. Glaubt wirklich irgendjemand, dass so was – außer einem satten Profit für den Investor – irgendjemandem etwas bringt? Fürs Dorf mit ziemlicher Sicherheit in spätestens 15 Jahren viel Leerstand – denn dann ist die Abschreibung ja durch …

Spruch zum Wochenende: Persönlichkeitsentwicklung

Seit Monaten bekomme ich täglich, oft mehrmals täglich, „Einladungen“. Coaches sprechen mich über mehr oder weniger bekannte Netzwerke an, um mich zu informieren, wie sie mich weiterentwickeln wollen. Meine Persönlichkeit entfalten. Meine Karriere vorantreiben. Mich erfolgreich machen. Ja, sogar: mich reich machen … Generell lädt man(n und frau) mich gefühlt in unzählige „nette“ Netzwerke ein. Von gemeinsamer Aktivität profitieren und so.

Ich lächle. Und winke bzw. sage ab. Meine Erfahrungen sprechen leider eine eindeutige Sprache. Bislang habe ich für meinen Teil nie von solchen Aktivitäten profitiert. Menschen mit theoretischer Erfahrung wollten mir Tipps für meine Praxis geben. Definitiv ohne Praxisbezug, mehr als einmal sogar so fern von allem, dass es nicht nur von mir als untauglich identifiziert wurde.

Ich? Mach weiter mein Ding, habe meine paar selektierten und bewährten Ansprechpartner, mein sehr überschaubares, aber funktionales Netzwerk. Und tatsächlich ist mir ganz ohne diese Art von Hilfe gelungen, mich beruflich dahin zu entwickeln, wo ich so glücklich und zufrieden ankommen darf …

Auf so manche Ansprache, die zahlreiche Vorurteile meiner Person gegenüber impliziert, würde ich übrigens zu gerne mit Albert Einsteins Worten antworten:

„Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“

So, das musste mal aus mir raus 😜

Schutz vor Beeinflussung

Gerade in diesen multimedialen Zeiten mache auch ich als Tante mir Gedanken über die verschiedenen Einflüsse, die auf Kinder und Jugendliche wirken … neben der Familie und der Schule ist rundherum so vieles, was versucht, zuzugreifen, Meinung zu bilden. Meinung zu machen. Und dummerweise steckt da nicht immer das dahinter, als was es sich ausgibt. Seufz, ich wünsch mir, dass die aufgebaute Vertrauensbasis ermöglicht, weiterhin über alles zu reden, trotz Pubertät und eigenem Ding und so.

1.03+04

Die Zeit rennt, und Nichte 2.0 sowieso. Aktuell viel auf Zehenspitzen und am liebsten auf und davon. So kommts dann schon mal vor, dass die fleißige Dokumentiertante nicht hinterher kommt …

  • Weil ja alle Zähne auf einmal kommen ist oben und unten meist ein strahlendes Lächeln zu sehen, außer wenn die Backenzähne schieben, klar, auch alle auf einmal.
  • Das mit dem Krippenplatz pünktlich zum neuen Schuljahr hat nicht ganz geklappt, bis zum Start Mitte Oktober kann man aber schon mal öfter mit dem Kinderwagen vorbeigeschoben werden und sehnsüchtig zum tollen Spielplatz spechten – wir sind alle gespannt, ob sie wie die große Schwester ein begeistertes Krippenkind wird?
  • Am allerallertollsten ist es, wenn viel los ist, also gern viel Besuch – grad ist so gar kein Fremdeln 😉
  • Das mit den Essen ist recht unterschiedlich, manchmal schmeckt alles, das nächste Mal nix … am besten ach,ecken die im eigenen Garten reichlich wachsenden süßen Trauben, wer will mal probieren, haps, ich war schneller …
  • Immer noch „bunkert“ sie viel vom Essen auf dem Boden oder im Kindersitz – für später. Wobei 1. der Kindersitz langsam aber sicher zu klein wird und mit den anderen auf der Bank oder auf dem Schoß sowieso viel cooler ist – und 2. sich das nicht ganz mit der eigenen Putzleidenschaft verträgt: man reiche mir Lappen und Besen, ich mach dann mal „richtig sauber“!!!
  • Die große Schwester wird liebevollst angehimmelt: Nini ist mindestens Gott, wenn nicht sogar eine ganze Götterschar. Die darf alles, sogar schimpfen. Hach, Schwesternliebe ❤️
  • Seitdem die Terrasse einen Zaun hat, wusle ich am liebsten überall rum, schon schön, so viel Platz, NUR für mich – alles, alles MEINS. Und es dauert nicht mehr lang, dann zeig ich euch, wie man über das blaue Netz, das die Treppe absperrt, drüberkommt, ich üb schon fleißig …
  • Treppensteigen, ha, kann ich – wie jetzt, ihr meint, ich bin noch zu klein? Pffffffhhhhh – hier, kuckt mal, was ihr auch immer verbieten wollt …
  • Mitten im Garten hat der Papa Gras eingesät, das wächst super – ich pflück das immer ab, toll, so ein super Spielzeug, nur für mich
  • Noch so ein tolles Spielzeug: Smartphones. Darf man am besten direkt bei ihr abgeben, sie wischt dann ganz professionell und spricht mit dem Telefon. Wen sie anruft: na Nini, oder Papa, oder Mama. Oder die Großeltern, um nach den Muhs zu fragen.
  • Die werden auch in allen Büchern gesucht, egal, ob da Bilder vom Bauernhof oder von ganz was anderem sind, Kühe sollte nach Nichte 2.0 in jedem Bilderbuch zu finden sein – sonst wird’s schnell weggelegt und ein anders genommen.
  • Die zwei Nichten haben ein neues Wochenendritual: sie kuscheln sich vor dem Frühstück in den zur Höhle umfunktionierten Laufstall und die Große liest der Kleinen was vor.
  • Ich werd gerade umgetauft: aus Coco wird sowas wie Gigi, mal sehen, was am Ende rauskommt?
  • Sich auf die Treppenstufe setzen ist großartig, und da passen mindestens die beiden Schwestern und die Tante hin. Gerne auch noch ein paar mehr. Oder mit Puppe. Die darf eh überall mit hin und man kann tatsächlich mit ihr spielen.
  • Die Augen sind wohl doch braun – hatten wir die letzten Wochen eher auf grau oder grün getippt.
  • „Na“ heißt nicht automatisch nein, aber auch. Generell bekommen wir gerade recht häufig einen kleinen Dickkopf präsentiert, sehr lautstark. Wenn was nicht nach ihrem Willen geht: ein Gebrüll, das nicht immer durch sofortige Ablenkung abtönt …
  • „Ihr“ Bus ist endlich wieder da, mit dem waren mein kleiner Bruder und seine Frau jetzt ja ewig in Urlaub. Das gewohnte Auto wurde gestern gleich wieder liebevoll erobert, und in jede Ecke gespäht, ob auch alle gut versteckten Schätze noch da sind. Ach ja, Papa, bitte einmal auf dem Fahrersitz fest gurten, sind alle an Bord? Ich fahr dann mal los, brumm brumm 🚘 😎🤗🚗