Schlagwort-Archive: Entspannung

Kalendereintrag Ich-Zeit

Habe einen netten Artikel auf Zeit Wissen gefunden, der sich mit Erholung, Entspannung und allem, was wir vielleicht brauchen mögen, um eine sinnvolle Auszeit zu erleben, benötigen. Vielem stimme ich mit etwas Nachdenken zu. Auch wenn sich bei mir schon wieder das Gedankenkarussell in Gang setzt, denn wenn ich das alles lese, kostet Entspannung ganz schön viel Organisation und Energie? An zwei Stellen stimme ich dem Artikel vorbehaltlos zu: ich entspanne im Grünen, auf dem Land. In der Stadt komme ich nicht zur Ruhe. Und im durchgeplanten Trott eines erwerbstätigen Erwachsenen muss man einige Auszeiten als Termine im Kalender vermerken. Sonst kommt was dazwischen. Bin selbst mein eigenes schlechtes Vorbild. Insofern hab ich also doch einen Vorsatz, nicht nur, weil gerade Neujahr war: Kalendereinträge machen, wenn ich nichts vorhaben will. Da kann auch Gartenarbeit, Musikhören, den Balkon genießen oder abhängen stehen. Oder auch einfach nur Ich-Zeit. Oder Freizeit?

Auszeit im Zauberwald

P1000580 Manchmal geben schon 3 Tage Auszeit das Gefühl eines richtig erholsamen Urlaubs. Das Rezept ist einfach, aber wirksam: man nehme
– 3 Tage Auszeit, ohne Uhrzeiten, ohne Programm
– 3 alte Freundinnen, die bereits zum 5. Mal gemeinsam verreisen und langsam wie alte Ehepaare aufeinander eingespielt sind, ohne sich zu zanken, und die sich immer was zu erzählen haben
– im vorab eine gelungene Hotelauswahl (dieses Mal den Mooshof in Bodenmais, ein familiengeführtes Haus mit einer Gastfreundschaft, die ich so ausgeprägt selten erlebt habe) mit einem wunderbar dezenten, unaufdringlichen Service
– passendes Wetter, in diesem Fall goldene Oktobertage mit Temperaturen um die 20 Grad, Sonne, Sonne, SonneP1000586
– schöne Rahmenbedingungen, also nette Mitreisende, die uns anlächeln und selber so was von rundum glücklich und zufrieden sind, eine Sonnenterrasse, ein warmes, einladendes Hotelambiente, ein abwechslungsreicher Wellnessbereich mit Saunen, Saunen, Saunen, Ruhemöglichkeiten ohne Ende, einem tollen Pavillon mit einem beheizten Verwöhnpool und vor allem ein Außenpool, an dem wir jeden Morgen unseren Frühsport absolviert haben – ausgestattet mit Sonnenliegen, an dem wir Samstag knapp 3 Stunden „abhängen“ konnten, ohne Termindruck, mit ausreichend Lesestoff – allein nach den 3 Stunden war ich rundum tiefenentspannt.
– eine Wanderrunde durch den Bayerischen Wald, der in dieser Jahreszeit zum Zauberwald wird, das Licht sucht sich einen Weg durch das stellenweise noch grüne, von schillerndem Rot über sattes Orange bis Gold ins Gelbe hinein strahlende Laub, schon die Ausblicke auf der Hinfahrt waren ein einziger Indian Summer, der Blick von der Hotelterrasse, unser Zimmerblick, die Ausblicke auf der Wanderung – alles ein einziges Farbenmeer, zauberhaft. Irgendwie hab ich die letzten Tage den Eindruck, der Herbst belohnt uns für den lichtarmen Start ins Jahr?

P1000583Meine Erkenntnisse des Auszeitwochenendes:
– eine morgendliche Schwimmrunde im Pool ist nach einer viel zu kurzen Nacht mit zu wenig Schlaf genau richtig, um wach und tiefenentspannt in den Tag zu kommen – warum hab ich nur zu Hause keinen Pool?
– ein familiengeführtes Hotel spürt man, der Mooshof hat eine sehr angenehme, äußerst einladende Atmosphäre. Schon die Begrüßung ist sehr persönlich. Familie Holzer ist sehr präsent, die Besitzer sind schon beim Check-in anwesend, schauen abends auf eine Runde durch den Speisesaal, unterhalten sich interessiert mit ihren Gästen, geben Tipps und Empfehlungen und machen den Aufenthalt damit besonders. Man fühlt sich, wie bei guten Freunden. Kein Wunder, dass das Haus so viele Stammgäste hat – man kommt gerne wieder.
– die Mädels Haben sich was einfallen lassen: nachdem ihnen mein Geburtstag vor einigen Monaten „durchgerutscht“ war haben sie sich als Wiedergutmachung an das Hotel gewandt. So kam es, dass im Verlauf eines Abendessens gefühlt jeder Mitarbeiter im Service an unserem Tisch vorbeikam, um mir persönlich zu gratulieren. Nach einem dummen Gesicht beim ersten Mal und auch insgesamt einer Gewöhnungsphase (ich bin nicht gerne soooo im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses) habe ich mich in die Rolle eingefunden. Mir ohne Grund gratulieren lassen. Und ich kann immer noch Schmunzeln über diese Art der Wiedergutmachung. Und überlege schon, wie ich mich, ähnlich charmant, revanchieren kann 😉

PS: ich empfehle unser Hotel, ohne daraus irgendeinen Vorteil zu bekommen. Einfach nur, weil es mir so gut gefallen hat.

Wohlfühlen

Ich gönne mir regelmäßig ein paar Tage Auszeit. In einem netten Hotel. Wellness. Sauna. Massagen. Vielleicht auch eine Schönheitsbehandlung. Und jedes Mal hatte ich irgendwann das Gefühl, unter Zeit- bzw. Termindruck zu stehen. Ein paar Tage werden schnell (zu) kurz, wenn man Frühstück und Abendessen innerhalb einer gewissen Zeit schaffen muss, zur bestimmten Uhrzeit zur Hot Stone Massage da sein muss, zwei Stunden später die Gesichtsbehandlung, vor dem Abendessen noch eine Fußreflexzonenmassage. Das Frühstück am nächsten Morgen muss früh sein, weil man den ayurvedischen Stirnguss bekommt …
Die letzten Tage habe ich meine Zeit in einem Wellnesshotel in Niederbayern verbracht. Auf ärztliche Anordnung vollkommen ohne Termindruck, denn Massagen könnten meine entzündeten Gelenke schmerzvoll verstärken. Insofern habe ich die letzten Tage vollkommen planlos und einfach nach Gusto irgendwo zwischen wohltuendem Warmwasserthermalbecken, Kelosauna, Aroma-Sanarium, Dampfbad, Salzsteingrotte und heilenden Steinen verbracht. Hatte richtige Ruhephasen auf einer Thermalsitzbank und in den Ruheräumen, auf Wasserliegen, Heizstühlen, bequemen Liegen auf der herbstlichen Liegewiese, bin ein paar Runden im Pool geschwommen. Und habe sogar geschafft, einen Spaziergang bei strahlender Herbstsonne durch den Kurort Bad Birnbach zu machen. Wir waren im Kurpark unterwegs, haben den Blick über das Rottal im bayerischen Indian Summer Look genossen, Kaffee im Wintergarten eines urigen Gasthofes im Ortskern getrunken, sind durch den Kurpark geschlendert und haben noch so das ein oder andere gemacht, was der Ort für seine Kurgäste bietet. Das waren richtig schöne Erlebnisse, und ich bin so tiefenentspannt. Tolles Gefühl. Und ich gehe gestärkt in meine Anwendungen die nächsten Tage.

Gespräch eines Paares nach dem Frühstück in der Sauna:
„Das ist echt toll, man ist hier tatsächlich ganz allein in der Sauna.“ „Ja, obwohl das Hotel rappelvoll ist, man hat die Sauna meist ganz für sich allein.“ „Oh, schon 5 Minuten rum, wir müssen dann jetzt dringend los zu unseren Wellnessterminen – ganz schön nach Terminkalender, so ein Wellnessurlaub?“ 😉

Die Enten sind zu Besuch

Witzig, wie unser Entenurlauber bei Sonnenschein heute seinen Privatpool teilen musste. Heute vormittag waren immer so drei bis vier Enten gleichzeitig im Wasser, schwammen ihre Runden. Danach haben sie auf der Umrandung teilweise eng aneinandergekuschelt Siesta gehalten. Ehe dann wieder alle laut schnatterd in der Luft und rund um den Pool Verfolgungsjagden gemacht haben. Wirkt gerade wie eine Familie im Urlaub. Oder der Sonntagsnachmittags-Besuch bei den Schwiegereltern, weil die einen großen Garten und einen eigenen Pool haben?

Gerade ist nur noch die Entdendame da, genießt die Ruhe und die Abendsonne. Und fühlt sich „pudelwohl“. Bin mal gespannt, ob das heute jetzt nur am strahlenden Sonnenschein lag oder ob wir unsere tierischen Besucher hier den ganzen Sommer lang haben werden?

20130528-202818.jpg