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Fußball und so

Gerade kommt man, selbst wenn man will, nicht an Fußball und am WM-Geschehen vorbei. Spätestens die Schlagzeilen informieren die Welt. Sogar eine Kollegin, die sich so gar nicht interessiert, weiß doch tatsächlich, worüber man diskutiert. „Die“ deutschen Fans seien weltweit total unbeliebt, der Kapitän der deutschen Mannschaft spiele ja wohl grottenschlecht, „das“ Spiel vorgestern sei durch einen Biss entschieden worden – und Italien sage aurevoir (äh ja, danke für den missglückten Einsatz von Fremdsprachen an Bushido.

Bildquelle: Pixabay
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Gut, ja, ich mach mir was aus Fußball, ärgere mich sogar manchmal über den Wankelmut von Fans weltweit, die nach einem Sieg als 12. Mann vom Platz gehen, aber ausgiebig über die schlechte Leistung „der Spieler“ diskutieren, wenn verloren wurde. Ich freue mich, wenn ich ein gutes Spiel auf dem Platz sehe – auch wenn dadurch eine Mannschaft ausscheidet, die ich persönlich sympathischer finde. Ich war schon oft für die falschen, dadurch geht die Welt nicht unter. Und ganz klar lässt es sich super kritisieren, wenn man selber frisch geduscht und ohne sich auszupowern ein Spiel verfolgt, statt  mittendrin zu sein und auch mal eine Chance zu vergeben, einen Patzer zu machen … Mit Floskeln bin ich lieber sparsam, aber mit denen hier soll man/frau bestens gerüstet sein …?

Also: heute abend drücke ich der super-sympathischen deutschen Mannschaft die Daumen. Und würde mich freuen, wenn ich sie auch die nächsten Wochen noch aktiv beobachten darf. Ich hoffe aber auch auf ein gutes und faires Spiel – und dass alle Nicht-Absprachen zu einem faden Unentschieden auch gefälligst eingehalten werden. Und jetzt hoffe ich, dass ich in die Runde der Fußball-Flüsterinnen eintauchen darf, wo frau sich auf die wirklich wichtigen Facts rund um die Spiele konzentrieren kann 🙂

Spruch zum Wochenende: Verrücktes Leben

Heute bekommen hunderttausende Viertklässler in Bayern ihren „Zwischenbericht“. Der über ihre weitere Entwicklung entscheidet. Die schulische, die berufliche. Durchschnittlich sind die Empfänger dieser Empfehlung 10 Jahre alt. Abgeleitet von Noten für bislang gezeigte schulische Leistungen entscheidet sich, ob ein junger Mensch aufs Gymnasium gehen soll, darf oder eben nicht. In der Erinnerung hatte ich in dem Alter nicht die geringste Ahnung, was das bedeutet. Ich war zu Grundschulzeiten zwar eine tolle Schülerin, hatte aber nichts mit mir zu tun. Die Lerninhalte sind mir zugeflogen, ich konnte mir vieles gut merken, hatte Sprachgefühl. Kritikpunkte meiner Lehrer waren meine Sauklaue (Schönschrift keine Punkte!) und meine Faulheit. Meine Motivation fürs Gymnasium kann ich knallhart auf einen sehr simplen Nenner bringen: aus unserem Jahrgang waren wir fast 20, darunter viele meiner besten Freunde. Die Aussicht, noch weitere 9 Jahre die Schulbank zu drücken fand ich eher erschreckend. Berufliche Perspektiven und die Aussicht auf viel Lernen hat mich nicht angelockt. Aus der heutigen Perspektive kann ich sagen: für mich wars richtig. Ich hätte mich mit 15 Jahren nicht für einen Beruf entscheiden wollen und auch nicht können. Nach dem Abitur war ich immer noch unentschlossen, habe deshalb eigentlich rein interesse-orientiert studiert. Zum Ende des Studiums hat sich mein Berufswunsch entwickelt, dann auch schon aus der praktischen studienbegleitenden Erfahrung als freie Journalistin. Rückblickend verstehe ich, wofür alles so gut war. Insofern widme ich dieser Erkenntnis meinen Spruch zum Wochenende:

„Das Verrückte am Leben ist, dass man es vorwärts lebt und rückwärts versteht!“