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Spruch zum Wochenende: Achte gut auf diesen Tag

Vor etwa 2 Jahren durfte ich eine Frau kennenlernen. Eine Bloggerin. Was uns verbunden hat: Wir waren direkt auf einer Wellenlänge. Fröhlich, dabei an keinem Punkt jemals oberflächlich. Immer direkt. Immer auf den Punkt. Wir hatten über die Zeit immer wieder auf den verschiedenen sozialen Medien, aber auch telefonisch Kontakt. Gesehen haben wir uns aber etwas über ein Jahr nicht mehr. Irgendwann kam eine Mail, dass sie sich etwas zurückzieht, alles zu viel wird, sie Zeit für ihre Familie braucht, so als Mama von drei Jungs.

Eben habe ich erfahren, dass sie gestorben ist. An Krebs. Ein Kampf nach vielen Jahren. Ich bin traurig, aber einmal mehr bewundere ich, wie fröhlich ich einen Menschen trotz der Erkrankung wahrnehmen und in Erinnerung behalten darf. Sie wollte definitiv leben, und hat ihre Tage mit einer Fülle an positiven Erlebnissen gefüllt. Nicht jedem von Krankheit und Sorge erzählen … So traurig ich heute bin, so sehr werde ich mir dieses Bild einer lebensfrohen, kreativen, alles anderen als oberflächlichen Frau mit dem einmaligen Nachnamen tief im Herzen bewahren. Wo auch immer du ab sofort überall bist, bleib die intensive, ansteckend-positive Energie, die guttut. ❤️

„Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben – das Leben allen Lebens. In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins, die Wonne des Wachsens, die Herrlichkeit der Kraft. Denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision. Das Heute jedoch – recht gelebt – macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück, und das Morgen zu einer Vision voller Hoffnung. Darum achte gut auf diesen Tag.“ (aus dem Sanskrit)

Spruch zum Wochenende: Immer dann

IMG_2822„Immer dann, wenn die Liebe nicht ganz reicht, wünsche ich dir Großherzigkeit.
Immer dann, wenn du verständlicherweise auf Revanche sinnst, wünsche ich dir Mut zum Verzeihen. 
Immer dann, wenn sich bei dir das Misstrauen rührt, wünsche ich dir einen Vorschuss an Vertrauen. 
Immer dann, wenn du mehr haben willst, wünsche ich dir die Sorglosigkeit der Vögel des Himmels. 
Immer dann, wenn du dich über die Dummheit anderer ärgerst, wünsche ich dir ein herzhaftes Lachen. 
Immer dann, wenn dir der Kragen platzt, wünsche ich dir tiefes Durchatmen. 
Immer dann, wenn du gerade aufgeben willst, wünsche ich dir Kraft zum nächsten Schritt. 
Immer dann, wenn du dich von Gott und der Welt verlassen fühlst, wünsche ich dir eine unverhoffte Begegnung, ein Klingeln an der Haustür. 
Immer dann, wenn Gott für dich weit weg scheint, wünsche ich dir seine spürbare Nähe.“
(Verfasser unbekannt)

Immer dann, wenn ein Jahr endet, wünschen wir uns „ein gutes Neues“ – und blicken, hoffentlich mit warmherzigen, dankbaren Gedanken, auf das Alte zurück.

2016 ist ein Schaltjahr, wir werden morgen 366 Tage miteinander verbracht haben – das macht in Summe 8.784 Stunden, 527.040 Minuten und unfassbare 31.622.400 Sekunden … Wahrscheinlich waren das nicht ganz 31 Millionen Glücksmomente, aber da waren ganz bestimmt ganz viele? Und es waren auch die nicht so schönen, weniger guten Augenblicke dabei? Aber eben nicht nur …

Zum Jahresende sinniere ich über den Reichtum an Zeit, der uns geschenkt wird. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, mit unendlich vielen Sekunden, jede einzelne eröffnet uns die Gelegenheit, sie bewusst wahrzunehmen.

Fingerspitzengefühl [*.txt]

Vielleicht kennt jemand das Gefühl: man spricht mit einem Menschen, möchte ihm helfen, gibt Anregungen, Tipps. Man hört zu, geht auf das, was gesagt wird, ein, beleuchtet die Blickwinkel, priorisiert, versucht, Struktur in das Gesagte zu bringen. Dem Ganzen einen Sinn zu geben. Und gemeinsam eine Lösung zu finden. Dann vereinbart man, wie weiter vorgegangen wird. Glaubt an einen gemeinsamen Weg.

Tage später beginnt das Ganze von vorne. Jedes Mal, wieder und wieder. Weil einer geglaubt hat, während der andere gar nicht „richtig“ zugehört hat. Niemals das Ganze im Blick hat, immer nur die eigene Sichtweise hat, wohl vor sich hin träumt. Denkt, dass das Karriere ist …

„Man“sagt mir Diplomatie nach, Geduld, Einfühlungsvermögen und oft zu viel Rücksichtnahme. In meiner Berufspraxis habe ich mich durch Fingerspitzengefühl ausgezeichnet, habe meine Mitarbeiter motiviert, diejenigen, die Schwierigkeiten hatten, „auf Spur gebracht“. Kam sowohl mit grenzenloser Selbstüberschätzung wie auch mit Schüchternheit, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen klar. Soweit mein Weg bis 2016. Gerade scheitere ich, mein Fingerspitzengefühl reicht nicht aus, einen besonderen Individualisten, einen hoch- oder vielleicht eher hypersensiblen, vor allem aber hochaggressiven, lauten, unhöflichen, sturen, uneinsichtigen und extrem unproduktiven Menschen in irgendeine Richtung zu bewegen. Viel sinnlose Zeit, denn jedes Gespräch, jede Erklärung, jeder Versuch führt zu nichts. Außer zu Mehrarbeit. Für mich und die Kollegen.

Diese Woche war der Zeitpunkt erreicht, an dem ich diesem Menschen nach einem wirklich bösartig eskalierten Gespräch gerne einfach nur meine Hand, meine warmen Fingerspitzen aufgelegt hätte. Kein Mitleid mehr. Wärme und Energie statt Worte. Beruhigung statt Sturm. Ein Ende beginnen statt das Weitertoben zuzulassen. Ich brauche meine Energie, für mich und Menschen, die sie zu schätzen wissen. Schluss mit Verständnis. Punkt.

Das elfte Wort von Dominiks txt-Projekt lautet Fingerspitzengefühl.

Mein Herz tanzt #5

Wenn es wieder mal in die bei mir nicht beliebte Olympiahalle geht. Wenn man ohne Erwartungshaltung in ein Konzert einer Band „unserer aller Jugend“ geht. An Allerheiligen in der Weltstadt mit Herz, Hochburg des Bayernlands, wo in meinen Jugendtagen striktes Tanzverbot am hochkatholischen Feiertag herrschte … wenn die Vorband so grottenschlecht ist, dass man als Nichtraucher gerne draußen im Dunst steht, um sein Gehör zu schützen. Wenn dann Musiker über 50 auf die Bühne hüpfen und uns und unsere Herzen zum Tanzen bringen.

Mit uns meine ich nicht nur die Konzertfreundin und mich, sondern auch fast jeden der Besucher in der riesengroßen Halle. Ab der ersten Minute, als Flea mit einem Move auf die Bühne hüpfte. Waren wir am Start. Dann kommt das Geburtstagskind du jour dazu, an seinem 54. Geburtstag rockt Anthony Kiedis mit uns. Und wie. Mit seiner Stimme, die so besonders ist. Anders. Weich. Männlich. Sich so perfekt einfügt in die Musik. Geht tief unter die Haut. Weniger ein Gänsehautgefühl, es ist vielmehr dieses  „so fühlt es sich an“. Auf die Backgroundsängerin, die sich öfter mal einmischte, hätte ich gut verzichten können. Auf Joshs Gitarristensolo-Cover zu „Heroes“ dagegen nicht, auch nicht auf die Jam-Sessions vor Chads Schlagzeug.

Ich bin nicht sicher, aber ich hatte das Gefühl, auch Mr. Kiedies hat seinen Geburtstagsabend gerne mit uns gefeiert? Am Ende fiel es dem so bunt gemischten Publikum, da war vom Spießer zu Rocker, vom Teenie mit Papa bis zur Harleygang im gesetzten Alter alles dabei, sichtlich schwer, die Jungs von der Bühne gehen zu lassen. Und das vollkommen geflashte Konzertfreundinnen-Dreamteam schwebte tänzelnd dem Ausgang zu … im Kopf auch ein Dankeschön an die Band, dass sie fit sind, rocken. Sicher ist vieles einstudiert, aber trotzdem kam bei mir nicht eine Sekunde kein Gefühl an. Im Gegenteil, sie fühlen sich gut an, die Red Hot Chili Peppers auf ihrer Tour 2016.

Can’t stop, Under the Bridge, Californication, Suck my kiss, Give it away, By the way … weil ich seitdem einige Ohrwürmer habe, teile ich einen – damit eure Herzen mit meinem rocken, äh tanzen, dürfen 😉

Dann muss noch eine Anekdote festgehalten werden: unser Platz war der Allerbeste, nicht in der Front, sondern in der Last Row. Und zwar exakt mittig zur Bühne. Alles im Blick. Kein Wunder, dass neben uns unzählige Selfies gemacht wurden? Immer der Versuch, sich selbst und die leere, sehr minimalistisch gehaltene Bühne im Hintergrund ins beste Licht zu rücken? Bei einer süßen Blondine scheint es trotz wirklich bezauberndem Lächeln nicht geklappt zu haben? Wir haben sie bestimmt 15 Minuten lang in immer neuen Posen neben uns abdrücken gesehen … am Ende sehr angestrengt.

Und ebenfalls in Erinnerung bleiben soll mir ein Mann in Lederjacke, der mindestens 90 Minuten links neben uns abgerockt hat, vollkommen mit der Band und in ihre Musik versunken – mit einem verzückten Lächeln im Gesicht. Einfach nur glücklich. Da war so viel positive Energie im Raum. Hach, mein Herz tanzt weiter, so viel schöne Momente hat es abgespeichert …