Schlagwort-Archive: eingebaute vorfahrt

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (31)

Ich blinke, also fahr ich …? Ist eine der Beobachtungen, die ich in den letzten Wochen mache. Der Fahrstil ist gerade extrem aggressiv. Als ob viele meiner Wegbegleiter gar nicht da sein wollten, wo sie eben gerade sind. Und anstatt sich dem anzupassen, was um sie herum eben „los ist“ machen sie dann einen auf:

  • Blinken
  • Augen zu. und einen anderen Verkehrsteilnehmer nötigen und einbiegen
  • weiterfahren als ob nix gewesen wäre
  • Augen auf (vielleicht muss das in der Reihenfolge auch einen Punkt nach oben? Oder vielleicht machen die die Augen auch gar  nicht zu und auf …????)

Ja, auch ich gehöre zur Mehrheit, die für diese Ignoranten bremst. Fällt mir aber von Tag zu Tag schwerer. Vorgestern abend hat eine Mutter mich zum Bremsen gebracht. Und um das klarzustellen: ic h wusste nicht, dass sie Mama ist. Kann ich ja gar nicht. Als mich ihre Tochter aber sehr erschreckt aus dem Kindersitz auf der Rückbank angestarrt hat, da war es mir schlagartig klar. Ihr??? Egal. Da hatte ich ja zum Glück schon gebremst – und sie einfädeln lassen. 

Trotzdem kommt mal wieder die Frage in mir auf: was, wenn nicht? Dann hätte ich mich schuldig gefühlt. Obwohl ich mich korrekt verhalten hätte. Die Mutter, die ihr Kind in Gefahr gebracht hat? Hat ja schließlich geblinkt – …. aaaaah!

Episoden aus (m) einem Autofahrerleben 27

Ja, was soll ich sagen: offensichtlich verlernt „der“ Mensch das Autofahren, wenn er einige Wochen mal zu Hause bleibt? Oder wie lassen sich folgende Beobachtungen sonst wohl erklären:

  • beim Einfädeln auf mehrspurige Straßen ziehen jetzt gar nicht mal so wenige nicht vorfahrtsberechtigte Verkehrsteilnehmer mit eingebauter Vorfahrt direkt auf die linke Spur durch. Zügig, schnell, ohne zu schauen, was ihnen da wohl im Weg sein könnte. Richtig, schon dort fahrende Verkehrsteilnehmer – die doch wohl abbremsen werden, wenn „ich“ komme.
  • das passiert auch auf Autobahnen, wo der schon dort Fahrende unter durchaus zu erwartenden Umständen mit einer so hohen Geschwindigkeit unterwegs ist, dass er entweder den Einfahrenden oder einen anderen Verkehrsteilnehmer schlicht nicht bremsen kann …
  • wenn auf einer eigentlich als Schnellstraße bzw. Tangente deklarierten Verbindungsstrecke 70 km/h erlaubt sind, wie schnell fahr „ich“ da noch gleich? 57 km/h – und mit der Geschwindigkeit fahr „ich“ übrigens auch ohne Vorfahrt in die Straße rein. Egal, wer da schon fährt, jetzt komm schließlich „ich“.
  • wenn die anderen Lücken lassen, dann zeig „ich“ denen mal so richtig, dass mein getunter BMW, Audi, was auch immer da zwischen rein passt. IIIIch bremse nicht (ein jungen Herrn hat jetzt allerdings nicht damit gerechnet, dass das die Zivilstreife sein könnte, vor der er sich reingepresst hat, der zahlt jetzt ein bisschen und hat mein ich sogar seinen Führerschein abgeben müssen …)
  • wenn in einem Kilometer Entfernung eine Ampelanlage grün zeigt, dann lasse ich mich nicht nur Hinrollen, nein, „ich“ bremse auch schon mal vorausschauend, weil „die springt bestimmt gleich auf rot um“ ….
  • wenn es sich endlich wieder staut dann umfahr ich das, schnell, Gas geben, oben bei rot über die Ampel, unten blinken – und einfach Einscheren. Wie, da war schon einer – huch!?!
  • für Motorrad- und Fahrradfahrer gab es ja mehrere Wochen lang kaum einen „natürlichen Feind“ auf den Straßen, das merkt man deutlich!

Mir ist noch so einiges mehr über den Weg gefahren, und ich kann nur mein Mantra wiederholen: Leute, keiner ist allein auf den Straßen unterwegs. Besser gesagt: leider ist keiner von uns „mehr“ allein auf den Straßen unterwegs. Man, das war einfach zu schön, um, dauerhaft wahr zu sein ….