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Das mit dem Blumenschmuck


Gestern beim Abräumen in der Hochzeitslocation kam ein Brautpaar vorbei, um sich den Raum anzuschauen, für „irgendwann 2019, so ab April bis Juli“, wenn halt was frei wäre … mein kleiner Bruder und seine Frau waren da sehr viel spontaner. Sie haben sich 2017 entschieden, eins nach dem anderen gefunden, sind ganz bestimmt auch mal Kompromisse eingegangen – und wie ihr gestern schon gelesen habt: alles war perfekt. Auch das Wunschdatum.

Sehr besonders: die zwei haben ihren Blumenschmuck komplett selbst angebaut.
Und aus den Bauerngärten der Mütter oder von umliegenden Wiesen ergänzt.

Auf zwei Feldern wurde immer wieder neu ausgesät, mein alter Kräuterwildwuchs ist zum Blumenwildwuchs umfunktioniert worden.

Seit Monaten haben die beiden immer wieder gepflückt und getrocknet, letzte Woche wurde die ganze Familie eingespannt, um Gestecke, Anstecker und und und daraus zu basteln.

Freitag früh ging’s ins Blühfeld, eine Sorte nach der anderen, ein Eimer nach dem anderen, eine Kipperladung voll.

Ganz früh haben sich nur die Schmetterlinge durch uns gestört gefühlt, die sich zum Aufwärmen in die Sonnenblüten setzten.
Später wurde es recht voll, Bienen, Wespen, Hummeln …. ein Summen und Brummen. Mittendrin das zufriedene Summen und Pfeifen meines Bruders.

Auf dem Hof haben wir die frischen Blüten kunstvollst arrangiert – in unterschiedlichen Glasflaschen, ebenfalls seit Monaten gesammelt.

Die wurden auf den runden Tischen liebevoll variiert.
Was für eine Blütenpracht?
Und haben den Hochzeitstag mit einem sehr natürlichen Charme farbenfroh und bunt gemacht …

und im nächsten Jahr blühen sie hoffentlich bei allen Hochzeitsgästen üppig weiter.

Kirchenschmuck waren übrigens Buchskranzerl – die haben wir schon letzten Montag ebenfalls selbstgemacht. Alles aus Eigenproduktion sozusagen. Biologisch und nachhaltig. Und wir hoffen, sie halten noch zwei Wochen, dann werden sie bei der Taufe von Nichte 2.0 zweitverwertet.

Mein (Gärtnerinnen-)Herz tanzt #4

Vor vielen Jahren hab ich zwei kleine Sanddorn-Pflanzen – eine weibliche und eine männliche, wie mir erklärt wurde – im großen Garten des elterlichen Bauernhofs in die Erde gesteckt. Dieses Jahr hab ich zum ersten Mal „geerntet“. Denn zumindest die eine haben meine männlichen Verwandten groß werden lassen, wenn auch immer wieder wild zugeschnitten. 

Egal, so kams, dass ich heute morgen von meinem Vater in der Traktorkanzel in luftige Höhen bugsiert wurde, um an die Orange leuchtenden Früchte heranzukommen. Jetzt weiß ich übrigens, warum Sanddorn so wertgeschätzt wird: es dauert Stunden, bis man noch nicht mal einen halben Eimer voll gepflückt hat. Dazu zerstechen die dicken Dornen sogar dickste Handschuhe. Und dann ist man weitere Stunden beschäftigt, Spinnen, Käfer, Tausendfüßler und viel Dreck auszuklauben, ehe es an die Verarbeitung gehen kann … aber die Mühe hat sich gelohnt, meine Tante, die den Saft einkochen wird, hat sich gefreut, und für mich wird auch ein Flascherl voll Vitamin-C abfallen. 

Alle zufrieden – achso, und dann hat mir meine Aktion auch noch einen kleinen Abstecher in die Lieblingsstadt Landshut eingebracht, wo ich tatsächlich die ersten LaHo-Mitwirkenden für 2017 entdeckt habe, die jetzt natürlich schon wieder fleißig dabei sind, Sich die Haare lang wachsen zu lassen. So kann man sie leicht erkennen. Und so schön herbstlich ist’s überall, und dann noch Sonnenschein. Irgendwie ist heut ein Tag, an dem mein Herz einfach tanzt …