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„Job“

Wie angekündigt bin ich gestern sehr früh raus. Weil ich es versprochen habe. Mich zur Abwechslung aktiv in mein wochenend-lebendes Dorfleben integriert habe. Mit offiziellem Auftrag ohne Bezahlung: als Fotografin. Es war anstrengend. Es war aufregend. Es war bis Mittag nebelig. Nix mit Sonne. Es war chaotisch.

Und ich hab nicht nur fotografiert, sondern mich rundum nützlich gemacht. Mitgeschaut und aufgepasst, dass alles läuft. Dass das, was das Organisationskomitee geplant und vorbereitet hat nicht wegen einer falschen Absprache schiefgehst. Medienvertreter „betreut“, was ich halt auch im normalen Brotjob mache. Und war am Ende auch fix und fertig. Und überglücklich, allein zu Hause zu sein. Pflichtbewusst hab ich die Bilder dann sogar noch hochgeladen und ein bisserl aussortiert. Und den Link losgeschickt. Damit war der freie Tag auch schon mehr als rum.

Dafür gabs am Abend dann aber ein Kompliment von Herzen. Vom alten Freund, der mir den „Job“ vermittelt hat. Der darf das 😉

Sonntagsfreude: Wach

Ich bin schon wach, meine innere Uhr hat mich diese Woche selten bis zum Wecker schlafen lassen. Der Grund ist einfach: waren die Sonnenaufgänge in den letzten Tagen doch allesamt besonders traumhaft schön.

Heute hab ich was vor, nicht nur ich, sondern das ganze Dorf. Und deshalb hab ich mir den Wecker gestellt. Ich war schon vorher wach, weil Vorfreude. Und wundere mich, wieso er nicht funktioniert. Eben überprüft und er war korrekt gestellt. Aber Achtung: seit dem letzten Update hat mein Apfel-Telefon ja neue Einstellungen. Eine davon ist die Weckzeit „an Wochentagen“ … gut, dass ich sowieso wach geworden bin. Auf geht’s in einen laut Vorhersage sommerlich warmen und hoffentlich goldfarbenen Oktobertag 🍂🍂🍂

Schreibprojekt #Kindheitserinnerung03

Ich hab mal wieder einen Themenimpuls zu meinem Schreibprojekt #Kindheitserinnerungen bekommen, der da lautet: Bist du gebürtiges Stadt- oder Landkind? Inwiefern hat dich das geprägt?

Beim Kommunionsausflug hatten Mademoiselle und ich nämlich eine kleine Unterhaltung, ausgelöst durch einen Bekannten, dem ich erklärte, dass mein Patenkind eher Stadtkind sei. Sie meinte, sie lebe gar nicht in der Stadt, wenn überhaupt Vorstadt, aber eigentlich doch recht dörflich. Hm, naja, die ersten Jahre hat sie tatsächlich in einem Schweizer Dorf verbracht, mehr als die Hälfte ihres Lebens allerdings lebt sie in einer Siedlung im Stadtgebiet München, nicht im Zentrum, aber eine dörfliche Struktur? Sieht anders aus.

Ich dagegen bin, heute ebenfalls in einem Münchner Stadtteil lebend, durch und durch Dorfkind. Mein Heimatort hat auch heute noch weit unter 500 Bewohnern. Wenn man die auf den Bauernhöfen lebenden Kühe, Hühner, Schweine, Pferde, Hunde, Katzen … nicht mitzählt. Den Dorfkern bildet die Kirche, unser Dorf sind eigentlich zwei lange, die obere und die untere, Dorfstraßen. Heute gibt’s noch ich glaube 3 andere Straßennamen, in denen sich Einfamilienwohnhäuser angesiedelt haben. Aber kaum Mehrfamilienhäuser, kaum Mietwohnungen.

Bis zu meinem 8. Lebensjahr hatte das Dorf einen Kramerladen mit Lebensmittel-und Haushaltswaren. Für uns Dorfkinder vor allem in den Sommermonaten DER Hotspot: die Kühltheke mit nicht endenden Vorräten an köstlichem Zehnerleis (nicht sehr klimaschonend: etwas Zuckerwasser mit Geschmack in Plastiktüte tiefgefroren …). Seit der Schließung sind die Dorfbewohner auf das Auto angewiesen. Im nächsten Ort gibt es Bäcker, Metzger, zwei Supermärkte und eine Tankstelle, die nächste Stadt mit Baumarkt und Kaufhaus liegt 13 Kilometer entfernt. Meine Schulwege habe ich mit dem Bus zurückgelegt, der auch an vielen anderen Haltestellen Schüler eingesammelt hat. Die 2 Kilometer in die Grundschule dauerten 15 Minuten, die 13 Kilometer ins Gymnasium oft 50 Minuten.

Als Kind kannte ich die Dorfbewohner, die kannten meine Eltern. Wir waren zum Spielen überall im und rund um das Dorf unterwegs. Ich vermute, wir waren auch mal in Bereichen unterwegs, in denen das Betreten verboten war. Wir haben oft gedacht, das hätte keiner mitbekommen, dabei wurde es toleriert. Und wir waren abgesichert. Und wir haben früh gelernt, die Gefahren einzuschätzen. Da waren auch blöde Mutproben dabei – in unserem Fall hatten wir Glück und die richtig doofen Ideen haben entweder gar nicht geklappt, waren langweilig oder sind gut ausgegangen.

Für uns gehörten alle Tiere rundherum dazu, wir waren im Stall, hatten Jobs: neugeborene Kälbchen füttern, bei den Pferden ausmisten, die Hühner raustreiben und Eier abtragen. Für uns gehörte die Tiere dazu, dass die Schwalben jedes Jahr wiederkommen, um im Stall Nester zu bauen, dass Katzen Mäuse fangen, dass Schweine stinken, alles „normal“.

Was ich durch meine Kindheit auf einem Bauernhof vor allem gelernt habe, ist der Respekt vor dem Tier, die Achtung für das Leben. Ich habe einen sehr liebevollen Umgang mit Tieren kennengelernt, unsere Belegschaft hat immer eine aufmerksame Fürsorge bekommen. Abläufe beim Füttern wurden nach Möglichkeit eingehalten, damit die Tiere nicht beunruhigt werden sollten. Merkt man heute noch an den Sommergästen auf der Weide, mein Vater schaut dort viel nach dem Rechten und achtet darauf, dass zum Frischfutter von der Wiese auch genug Heu in der Traufe ist …


Vor einiger Zeit hab ich mal bei einer Blogparade zum Thema Kindheitserinnerungen mitgemacht, die allerdings nach 3 Themen nicht mehr stattfand. Ich hab dazu noch so viele Gedanken, dass ich mir gedacht habe: tolle Idee, das würde ich gerne weiter verfolgen. Und deshalb mach ich das jetzt, und erinnere uns alle an unsere Kindheit. Wer mag und wem etwas dazu einfällt, schreibt etwas dazu, entweder in den Kommentaren oder mit einem eigenen Blogpost – und freu mich sehr auf viele Geschichten unserer bestimmt manchmal sehr ähnlichen und dann wieder ganz unterschiedlichen Kindheitserinnerungen. Und auf den Austausch dazu. Mal sehen, wer dabei ist?

Sonntagsfreude: Fotowalk durchs „Heimatdorf“

2018-06-09Vor ein paar Monaten hatte mein alter Kumpel seit Jugendtagen einen runden Geburtstag – und als Geburtstagsgeschenk ist mir etwas „Besonderes“ eingefallen: wie ich immer wieder erwähne schenke ich am liebsten gemeinsame Zeit (denn die haben wir in der Gegenwart ja viel zu selten). Und ich hab mich an eine junge Historikerin erinnert, deren Vortrag mich bei einer Jubiläumsveranstaltung meines Heimatortes sehr begeistert hat. Hab sie einfach gefragt, ob sie mit uns einen „Fotowalk“ durch die Gemeinde oder besser die Hauptstraßen des Marktes machen würde … und war sehr gespannt, was wir gemeinsam erleben würden.

Und es war noch viel besser als ich es mir ausdenken hätte können. Keine Frage, auch kleine Orte oder Dörfer haben so unendlich spannende Geschichten zu erzählen, man muss nur genau hinschauen und nachfragen. Hochschauen, in die Ecken spähen, etwas forschen, gründlich lesen und sich über Wortneuschöpfungen wundern … das war gestern tatsächlich spannend, abwechslungsreich, und wir haben nicht mal einen Bruchteil geschafft 🙂

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“