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Sonntagsfreude: Schnee in der Luft

Zeit haben, um aus dem Fenster zu schauen.

Zeit haben, um Schneeflocken beim Tanzen zuzuschauen.

Zeit haben, um die Schneedecke auf Dächern, in Gärten und auf allen Wegen zu bewundern.

Zeit haben, um durch tiefen und gar nicht tiefen Schnee zu wandern.

Zeit haben, um durch den Schnee zu stapfen.

Zeit haben, um Spuren im Schnee zu entdecken und selbst zu hinterlassen.

Zeit haben, um Schneemänner zu bauen und Schlitten zu fahren.

Zeit haben, um den Schnee auf Wiesen, Feldern und in den Wäldern zu bewundern.

Zeit haben, um Schnee zu räumen.

Zeit haben, um auf den Schneeräumdienst zu warten.

Zeit haben, um den Schnee in der Luft tief einzuatmen …

Zeit haben – für den Winter.

Das mit der ländlichen „Bauordnung“

Weil es mal gesagt und aufgeschrieben werden muss.

Da werden im Dorf mit seinen eigenen Strukturen große Mietshäuser mit Wohnungen genehmigt. Darauf folgen Mieter. Die sich in der dörflichen Struktur und in ihrer da im Vergleich recht kleinen Wohnung nicht wohl fühlen. Da kräht ein Hahn. Oder es muht eine Kuh. Und der Gestank. Und diese bösen Bauern. Die fahren Tag und Nacht mit ihren großen lauten Maschinen. Das geht so nicht.

Dann sind da Besucher. Die man mit touristischen Programmen in die ländliche Idylle zieht. Jetzt kommen dies Besucher – und finden gar nicht das dörfliche Leben vor, das man Ihnen in der Werbung verspricht. Sondern sie finden landwirtschaftliche Großbetriebe mit riesigen baulichen Werken, Hallen, Ställen und noch mal Hallen vor. Die versprochenen Tiere sind hinter den Wänden gar nicht zu sehen. Und Mietshäuser wie in der Stadt hats da auch noch. Das weckt Unmut.

Schließlich wären da ja auch noch die Bewohner. Also die, die da schon vorher gewohnt haben. Und auch hinterher zuschauen müssen, wie eigentlich bewohnbarer Wohnraum vor sich hin verfallen muss darf. Damit er irgendwann abgerissen werden kann, um der nächsten Mietskaserne Platz zu machen …

Es ist jetzt ganz egal, was genau für wen ärgerlich ist. Die Frage ist doch eigentlich, wer das alles erlaubt. Also wer die Baugenehmigungen erteilt. Für viel zu große, gar nicht mehr land- sondern nur noch wirtschaftliche Unternehmen. Für Bauwerke, die man so auch in der Peripherie der Millionenstädte findet. Für Masse statt Klasse. Für viel zu viel statt klein und fein.

Es sei mir gestattet, mich zu wundern, schließlich gibt es im angeblich schönsten Bundesland sogar ausdrückliche Bauförderprogramme unter dem Motto „Unser Dorf soll schöner werden“ bzw. „Unser Dorf hat Zukunft“. Im Mittelpunkt die Dorf- und Landentwicklung im ländlichen Raum – mit Förderung von einheimischen Bauvorhaben und vor allem finanziellen Mitteln für die Erneuerung bestehenden Wohnraums, also für Renovierung … Im Leitfaden zur Entwicklung des für meinen Heimatort zuständigen Landkreises heißt es wörtlich: „Die Verfügbarkeit von vorhandenen Gebäuden zur Schaffung von Wohnraum soll durch geeignete Maßnahmen erhöht werden.“

Auf meine Frage, wie es passieren kann, dass im Ort meiner Kindheit und Jugend vorhandene Wohngebäude mit durchaus ausbaufähiger Bausubstanz weggerissen werden, damit große Finanzierungsprojekte mit Mietkasernen umgesetzt werden können – übrigens von weder lokalen noch regional ansässigen Investoren – ist die lapidare Antwort des zuständigen Bauplaners: „Das ist uns durchgerutscht.“

Und wisst ihr, was das Schlimmste ist? Die Menschen in diesen Mietanlagen auf dem Land fühlen sich in diesen schnell hochgezogenen, auf Abschreibung ausgelegten, mit billigen Baumaterialien erbauten und in wenigen Jahren renovierungsbedürftigen Bauwerken nicht wohl. Dazu sitzen sie fernab der Städte, bezahlen eine viel zu teure Miete …

Das. Ist. Nicht. Gut. Geplant.

PS: In unserem wenige Seelen großen Dorf hat einer, der hier aufgewachsen ist, sein Leben aber in München verbracht hat, sein Elternhaus mit Grundstück verkauft. An einen Finanzinvestor. Der auf der nicht großen Fläche eine Mietanlage mit 12 Wohneinheiten baut. Übrigens ohne Park- oder Grünflächen. Ich habe mal nachrechnet: in einem Ort mit weniger als 400 Bewohnern aktuell kommen bei einer durchschnittlichen Belegung mit 2 Personen pro Wohneinheit also bald 24 neue dazu. Wahrscheinlich jede Wohneinheit mit zwei PKW, also jeweils ein Fahrzeug zu viel, da es ja nur 12 Stellplätze gibt (ist den Planern ja „durchgerutscht“).

Ich fasse zusammen: Mehr als 1 Prozent Wachstum, keinerlei Eigenheimerwohnmodell – und alles andere als sinnvolle oder gar geplante Entwicklung des ländlichen Lebens. Ich kann da einfach nur den Kopf schütteln. Glaubt wirklich irgendjemand, dass so was – außer einem satten Profit für den Investor – irgendjemandem etwas bringt? Fürs Dorf mit ziemlicher Sicherheit in spätestens 15 Jahren viel Leerstand – denn dann ist die Abschreibung ja durch …

„Job“

Wie angekündigt bin ich gestern sehr früh raus. Weil ich es versprochen habe. Mich zur Abwechslung aktiv in mein wochenend-lebendes Dorfleben integriert habe. Mit offiziellem Auftrag ohne Bezahlung: als Fotografin. Es war anstrengend. Es war aufregend. Es war bis Mittag nebelig. Nix mit Sonne. Es war chaotisch.

Und ich hab nicht nur fotografiert, sondern mich rundum nützlich gemacht. Mitgeschaut und aufgepasst, dass alles läuft. Dass das, was das Organisationskomitee geplant und vorbereitet hat nicht wegen einer falschen Absprache schiefgehst. Medienvertreter „betreut“, was ich halt auch im normalen Brotjob mache. Und war am Ende auch fix und fertig. Und überglücklich, allein zu Hause zu sein. Pflichtbewusst hab ich die Bilder dann sogar noch hochgeladen und ein bisserl aussortiert. Und den Link losgeschickt. Damit war der freie Tag auch schon mehr als rum.

Dafür gabs am Abend dann aber ein Kompliment von Herzen. Vom alten Freund, der mir den „Job“ vermittelt hat. Der darf das 😉

Sonntagsfreude: Wach

Ich bin schon wach, meine innere Uhr hat mich diese Woche selten bis zum Wecker schlafen lassen. Der Grund ist einfach: waren die Sonnenaufgänge in den letzten Tagen doch allesamt besonders traumhaft schön.

https://www.instagram.com/p/B3xDupAIBtC/?igshid=16xj8lwsp1opk

Heute hab ich was vor, nicht nur ich, sondern das ganze Dorf. Und deshalb hab ich mir den Wecker gestellt. Ich war schon vorher wach, weil Vorfreude. Und wundere mich, wieso er nicht funktioniert. Eben überprüft und er war korrekt gestellt. Aber Achtung: seit dem letzten Update hat mein Apfel-Telefon ja neue Einstellungen. Eine davon ist die Weckzeit „an Wochentagen“ … gut, dass ich sowieso wach geworden bin. Auf geht’s in einen laut Vorhersage sommerlich warmen und hoffentlich goldfarbenen Oktobertag 🍂🍂🍂