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Das mit dem Pferde-Pups

Werte Mitleser, muss hier einfach festgehalten werden, weil ich es tatsächlich erstmalig „erlebt“ habe:

Am Wochenende haben die bezaubernde Nichte und ich ja wieder meine Freundin R. auf dem Pferdehof besucht. Ihr Ponymädchen Gipsy darf jetzt seit einigen Wochen das wunderbar frische Gras auf der Weide schlemmen und hat sich im Vergleich zu unserem Besuch vor einigen Wochen zu einer kleinen runden Tonne gemausert.

Nicht nur sie genießt das frische Grün, auch die anderen Pferde fressen lustvoll – nur das mit dem Verdauen von so viel unendlicher Frischware ist so eine Sache …

So durften wir einen Wallach auf der Weide beobachten, der seinen Körper etwas ungewöhnlich verbog, den einen Hinterhuf anzog, sich einige Male wand und räkelte – bis endlich ein geräuschvoller Pups zu hören war. Hach, das hat gut getan 😉

Und alle drumrum mussten soooo lachen, was der sonst recht anmutige Pferdeherr ganz tiefenentspannt und befreit verschmerzen konnte …

Ganz natürlich

Nach fast 10 Urlaubstagen mit meiner Nichte stelle ich eine etwas provokante Frage: Habt ihr schon mal drüber nachgedacht, wann in unserer Entwicklung uns der natürliche bzw. selbstverständliche Umgang mit unserer Verdauung abhanden kommt? Betrachtet man Kinder, dann gehen die vollkommen ungezwungen mit dem Thema Pups und Stinker machen um. Ist halt so, gehört dazu: Jeder muss. Die meisten Kids haben auch überhaupt kein Problem, dabei nicht allein zu sein. Aber so ab einem gewissen Alter – da verlieren wir dieses Unbedarfte. Und finden es einfach nur peinlich: drüber zu sprechen, uns darüber Gedanken zu machen. Und überhaupt.

Egal, wo wir aufwachsen, wie wir geprägt werden, die Verdauung des Menschen läuft überall gleich ab. Die Aktivitäten und Bewegungen des Darms nehmen wir die meiste Zeit als ganz selbstverständlich, nur, wenns Probleme gibt … Dann ist uns das unter Umständen ganz schön unangenehm? Also, wenn da so ein Pups im Raum stehen bleibt? Ich bin ganz bestimmt froh, wenn der nicht von mir kommt. Und tue mich meist schwer, die Ausdünstungen eines anderen zu riechen. Oder wenn die Verdauung nicht funktioniert, der Darm krank ist, nicht das tut, was er sollte. Mal ganz ehrlich: wer spricht da jetzt gerne drüber? Wenns Probleme gibt? Und wie viele hoffen, dass Probleme von selber vergehen. Ich hab mal gelesen, dass man den Arztbesuch sehr lange rauszögert, wenns um Probleme mit dem Stuhlgang geht …

Gerade erscheint ein neues Buch, das sich „Darm hat Charme“ nennt. Die Autorin ist Medizinstudentin und gerade in fast jeder Talkshow zu sehen. Beim Zuhören bekommt man schnell so das Gefühl, dass die junge Dame damit so natürlich und unbedarft umgeht, wie ich das ansonsten nur im Umfeld mit Kindern erlebe. Ob ich das gut finde? Ich akzeptiere ganz einfach, dass mal jemand ein gefühltes Tabu-Thema in die Öffentlichkeit bringt, denn jeder muss. Und manchmal wünsch ich mir schon etwas weniger „da sprechen wir jetzt mal nicht drüber“ und peinlich berührt sein. Gibt genug andere Scheiße, die rauf und runter thematisiert wird. … Aber dazu hat wohl jeder seine eigene Meinung und seine Sicht der Dinge?