Schlagwort-Archive: Dankbarkeit

Ein Danke aus übervollem Herzen #sagesinliebe

Ich erlebe in den letzten Tagen und Wochen vorbehaltlos Zuspruch. Und bin für jeden einzelnen Gedanken einfach nur dankbar. Die erste, die mir in einem Gespräch unglaublich Mut und Zuversicht vermittelt hat, war meine weise 7jährige Nichte. Auch der Rest der Familie steht geschlossen hinter mir, gibt mir Liebe, Vertrauen und Stabilität. Ermuntert mich, bei mir zu bleiben. Im Freundeskreis habe ich ausschließlich Unterstützung erlebt. Und selbst Bekannte und seltene Kontakte schenken mir besondere Momente, geben mir ein positives Gefühl, bieten sogar Hilfe an. Am schönsten ist es, verstanden zu werden. Entscheidungen und Veränderungen fallen nicht leicht, aber ich fühle mich getragen von einer Welle aus Sympathie und Unterstützung. Und möchte einfach Danke sagen, Danke euch allen, die ihr an mich glaubt, mir vertraut, für mich da seid. Es ist mein Weg, ich bin unsagbar dankbar, ihn mit euch gehen zu dürfen, von euch begleitet zu werden.

Lila und Steffi laden zu #sagesinliebe, und das tue ich zu gerne.

Sonntagsfreude: Dankbarkeit

Innehalten, reflektieren, einen Augenblick über all das Nachdenken, was geschafft wurde. Verstehen, dass es gut ist, wie es ist. Und einen Moment einfach nur dankbar sein. Weil es mir gerade nicht leicht fällt, weil mein Körper mir Grenzen aufzeigt. Mir zeigt, dass ich nicht unendlich leistungsfähig bin. Mich einbremst, rechtzeitig, damit es weitergehen kann. Ja, dafür bin ich aufrichtig dankbar. Und dafür, dass ich etwas tun, mit kleinen Veränderungen dazu beitragen kann, dass ich mich bald wieder besser fühlen darf.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita.

Dankbarkeit für 19 Jahre

19 Jahre sind es geworden. 19 Jahre, in denen mein Onkel mit einem transplantierten Herzen weiterleben durfte. Er war ein netter, ein lustiger Kerl. Der aber über viele Jahre nicht an Gesundheit gedacht hat. Im Gegenteil, gerade als Jungvermählte waren er und meine Tante wohl im Dauerrausch, und das hat jetzt nicht so arg viel mit dem Glücksrausch des Frischverliebtseins zu tun: Bier, Schnaps, und gerne viel davon. 

Als Kind hab ich davon nicht viel mitbekommen, meine Erinnerungen gehen eher in Richtung seiner politischen Reden. Alle waren sie Deppen, die Politiker. Selber aktiv werden, um Dinge zu bewegen? „Bin i bled, na, i möcht mei Ruah!“ Über weniger politische Themen konnte man sich gut mit ihm unterhalten, eigentlich wollte er nur sein Leben und immer wieder eine Halbe Bier in Ruhe genießen, gut essen, mit ihm angenehmen Menschen zusammensein, dann ging’s ihm gut. 

Vor rund 20 Jahren dann die schockierende Diagnose: sein Herz machts nicht mehr lange. Er hatte großes Glück, wurde auf der Liste der Spenderherzen hoch priorisiert und im März 1997 wurde ihm ein neues Herz transplantiert. Das fast zwei Jahrzehnte tapfer weiterschlug. Ja, in den letzten Jahren kamen anfangs eher kleine Einschränkungen in den Alltag, die anderen Organe haben immer wieder Probleme gemacht. Dialyse, immer wieder Klinikaufenthalte, vor ein paar Monaten hatten ihn die Ärzte bereits aufgegeben, er konnte sogar noch mal nach Hause. 

Vorletzte Woche dann erneut die Einweisung ins Krankenhaus, einen kleinen Eingriff hatte er erneut gut überstanden. Am Wochenende stellte sich heraus, dass eine weitere OP notwendig sei – er hat sich dagegen entschieden. Gestern konnte sich die engste Familie verabschieden, er ist in der Nacht für immer eingeschlafen.

Ich vermute, dass bei meiner Tante, meiner Cousine und meinem Cousin auch mal Dankbarkeit für die 19 Jahre kommen wird. Durch die Transplantation durfte er seine Enkeltöchter aufwachsen sehen, sie hatten die Chance, ihren Opa kennenzulernen. Aber um das schätzen zu können brauchen alle sicher noch etwas Abstand …

Das mit der Sichtweise

Manche Dinge im Zusammenleben von Eltern und Kindern haben zwei Perspektiven, zwei Sichtweisen, die auch sehr stark aus der ja nicht gleichlaufenden Entwicklung kommen:

Aus der Elterperspektive: kommt ein Kind zur Welt beginnen die Eltern, es zu fördern. Unterstützen Fähigkeiten, bemühen sich Interesse zu wecken. Das Kind wächst heran, entwickelt Kenntnisse und Fertigkeiten. Leider (für die Eltern) wenden sich die Interessen nicht automatisch in die gelenkte Richtung. Orientierung gibt es auch im Kindergarten, in der Schule, im Freundeskreis. Sich mit sich selbst beschäftigen heißt nicht immer, dass das Kind diese Fähigkeit in jedem Alter und im selben Maß beibehalten wird. Und dann gibt es noch so viel mehr, Medien, Fernsehen, iPad, Computerspiele … Eltern bieten dem Kind Programm, Beschäftigung. Nur ist es nicht so, dass Kinder gerne und immer Programm haben. Oder dankbar das annehmen, was die Eltern ihnen anbieten. Nicht alles macht Spaß, Vorlieben entwickeln sich, anderes gefällt nicht. Es wird gemotzt, es wird gemeckert … Dürfen Eltern dann irgendwann beleidigt sein, sich zurückziehen, aufhören mit dem Planen – weil sie ihr Kind als undankbar empfinden? Weil ihr Kind deutliche Anzeichen eines A…-Kindes zeigt? Dürfen Eltern von ihrem Kind enttäuscht sein?

Aus der Kinderperspektive: seit ein Kind denken kann, wird ihm Spielzeug angeboten, kümmern sich die Eltern um sein Wohl. Einige Kinder beginnen früh, selbst zu spielen, andere binden immer andere mit ein, gerne auch Erwachsene, lassen sich bespielen. Manchmal ist das gebotene Programm toll, manchmal nervig. Je älter Kinder werden entwickeln sie eigene Vorlieben, Interessen. Wenn immer was geboten wird kann das auch schnell langweilig werden? Oder zumindest gewohnt? Dass ein Kind dann fordernd wird, mosert und meckert, ist unter anderem ein Beweis dafür, dass es nicht wirklich beurteilen kann, was ihm zusteht? Dass es gewohnt ist, zu bekommen. Dass es keine Grenzen kennt, oder akzeptiert, oder sie gar nicht versteht? Dass es Grenzen überschreitet, mehr fordert, das Danke vergisst, weil es gar nicht merkt, dass es angebracht wäre ….

Die Tantenperspektive ist etwas neutraler, da sie beide Sichtweisen nachvollziehen kann: Regeln sind gut, auch wenn sie nicht immer klar sind. Erziehung ist gut, auch wenn sie nicht immer hilfreich ist. Grenzen müssen aufgezeigt, aber auch erläutert werden. Und eventuell öfter wiederholt, denn offensichtlich sind einmal gesetzte Grenzen in Kinderaugen auch und gerade da, sie auszutesten. Selbstreflexion im Kindesalter – wäre für Erwachsene oft hilfreich. Denn wenn die Kinder logisch über ihr Verhalten nachdenken ist ihnen möglicherweise klar, dass sie eine Grenze überschritten haben? Nachträglich eine Grenze ziehen, wo es vorher keine gab? Kommt möglicherweise in der Kinderlogik nicht an. Mir hilft im Zweifel immer der Wechsel der Perspektive: warum fordert ein Kind von mir gerade etwas ein? Woher kommt das Selbstverständnis? Oder die Entrüstung? Warum wird mein Nein nicht akzeptiert? Wie erkläre ich die Grenze? Und wie kann ich generell erklären, dass zu viel Fordern nicht gut ankommt? Hilft, zumindest hin und wieder 🙂