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Wenn …

Wenn ich auf dem Wochenendlandsitz aus der Tür gehe und Schritt für Schritt durch die Natur machen darf, dann erfüllt mich schon oft eine tiefer gehende Dankbarkeit.

Wie herrlich ist es, dass mich meine Füße tragen, sogar wenn ich einen Umweg gehe. Wie schön ist es, einfach rausgehen zu können, in eine zwar nicht unberührte, aber doch schon noch sehr natürliche Natur. Wie gut es tut, dass ich manchmal mutterseelenallein bin.

Ich atme, tief ein, tief aus. Und setze einen Fuß vor den anderen, auf altbekannten, neuen oder gar keinen Wegen. Ich sehe, nehme die Umgebung wie Nahrung in meine Seele auf. Wie schön, dass in solchen Momenten alles ganz nah, aber doch unendlich fern zu sein scheint.

Das sind immer wieder meine ganz persönlichen Glückspilz-Momente …

Danke 2019

War schon 2018 ein Ausnahme-Jahr für mich, war 2019 gefühlt ein neuer Anfang. Ja, „nur“ beruflich. Aber die Auswirkungen, vor allem die eingesparte Energie, sind so rundherum um mich spürbar. Ich habe ja mit diesem Blog die schöne Tradition der Jahresrückblicke übernommen und halte mit bekannten Fragen „meine“ wesentlichen Themen fest:

Welches Ereignis hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben?
… im Januar bin ich in meinem neuen Job gestartet. Neue Firma, komplett neue Branche. Ich lerne seitdem Tag für Tag. Es fordert mich, aber es tut gleichzeitig tagtäglich unfassbar gut.

Welche Menschen habe ich kennengelernt, die mein Leben neu bereichern?
ich habe zu meiner größten Freude neue Kollegen, die ein Team bilden. Denen es darum geht, miteinander etwas zu bewirken. Die mir die Zeit geben, mich in die Themen einzudenken, geduldig erklären, meine Lücken füllen, mich unterstützen. Ich bin so dankbar und kann mein Glück manchmal kaum fassen.

Habe ich mich weiterentwickelt? Wenn ja – in die richtige Richtung?
Ich bin mittendrin in der Entwicklung und es ist definitiv die richtige Richtung für mich. Wie sagen wir immer so schön: es bleibt spannend. Und irgendwann darf es auch gerne mal so richtig langweilig werden, für einen Tag. Oder so.

Was habe ich in diesem Jahr erreicht?
Momente voll absoluter Zufriedenheit. Ich wertschätze es so sehr, dass ich mir das Geschenk dieser Auszeit gemacht habe, es ist mir so viel mehr wert, als alles, was ich mir für Geld hätte kaufen können.

Was waren meine Highlights?
Das darf ich mich hoffentlich Jahr für Jahr zitieren: Immer wieder jeder einzelne Moment mit meinen liebsten Menschen. Meine Freunde und meine Familie lassen jeden Augenblick mit ihnen zu einem Highlight werden.

Tun mir die Menschen in meinem Leben gut?
Diejenigen, die das nicht oder weniger tun, haben in diesem Jahr eine immer mehr verschwindende Rolle gespielt. Einige, die ich vermisse, kamen zu kurz. Das ist so und kann nur durch Gelegenheiten geändert werden. Die wir gemeinsam schaffen können.

Habe ich mir meine Träume bewahrt oder sie aus dem Blick verloren?
2019 war ein sehr reales Jahr, sehr geerdet, weniger Traum als vielmehr sonnendurchflutetes Leben.

Wann habe ich mich so richtig lebendig gefühlt?
Ich glaube, dass ich mich im letzten Jahr selten – wenn nicht sogar nie – nicht bewusst lebendig gefühlt habe? Das war ein komplettes Jahr, in dem ich so oft glücklich und dankbar festgestellten durfte, wie gut mein Leben ist.

Habe ich genug von dem gemacht, was mich wirklich glücklich macht?
Ich wiederhole mich, aber es trifft so was von zu: Am meisten macht mich der Moment glücklich, das bewusste Sein – und ja, zu meinem großen Glück durfte ich das mehr als oft genug spüren.

Welches ungewöhnliche Kompliment hat mich in diesem Jahr besonders berührt?
Die bezaubernde Nichte hat ihren Mädels ganz beiläufig erzählt, dass ich nicht nur gern fotografiere, sondern auch schon mal einen Preis gewonnen habe. Hatte ich selbst in dem Moment gar nicht so präsent …

Wofür bin ich besonders dankbar?
Da zitiere ich mich aus den Vorjahren: Für die paar Menschen in meinem Leben, auf die ich mich verlassen kann, die mich nehmen, wie ich bin, helfen, wenn sie dürfen oder müssen, ohne Forderungen zu stellen. Die da sind, auch wenn sie nicht immer da sind. Und dass wir alle im Großen und Ganzen gesund sind.

Was kam im Jahr 2019 dazwischen?
Es kam nichts dazwischen, gut, die letzten Monate hab ich mich etwas zu sehr verplant, hatte das aber frühzeitig bemerkt und so weit möglich gegengesteuert. Und unerwartete Zeitfenster dann umso mehr zelebriert.

Was hat mich geärgert – und welche Konsequenzen habe ich daraus gezogen?
Greta-Bashing. Ich frage mich ernsthaft, ob all diese Erwachsenen, die ohne mit der Wimper zu zucken eine minderjährige Klimaaktivistin aufs Übelste beleidigen, in ihren Teenagerjahren niemals Zukunftsängste hatten. Ja, darüber ärgere ich mich. Und ich versuche noch mehr als bisher, meinen Fußabdruck auf unserer Erde nachhaltig und zukunftsorientiert zu gestalten.

Das Beste, was ich für jemand anders gemacht habe?
Auf unterschiedlichen Kanälen da sein, wenn ich gebraucht werde.

Das Beste, was ich für mich selbst gemacht habe?
Offline sein, wenn ich es brauche.

Habe ich den Menschen, die mir wichtig sind, dies oft genug gezeigt?
Ich hoffe, das habe ich.

Wer oder was hat mich herzlich zum Lachen gebracht?
Zum Glück scheint es den Menschen um mich herum äußerst wichtig zu sein, dass ich genug lache – Anlässe gibt’s zu Häuf.

Wann und wodurch habe ich mich besonders geliebt gefühlt?
Auch wenn es jedes Mal Mega anstrengend ist: wenn ich da bin, braucht Nichte 2.0 nur „Coco“.

Wem ich schon lange Danke sagen wollte?
Was immer zu kurz kommt ist ein Dankeschön an euch Mitleser: still oder aktiv, neu oder treu, virtuell oder bekannt. Ein herzliches Dankeschön aus ganzem Herzen fürs Mitlesen, für den Gedankenaustausch und für die vielen Impulse.

Wie geht es mit dem Blog weiter?
Es bleibt aufregend für mich, nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich das Schreiben so durchziehen könnte. Aber es ist einfach so, dass Patenkinder oder Mitmenschen immer wieder Themen liefern, die förmlich festgehalten werden „müssen“. Wir werden sehen.

Euch allen wünsche ich einen friedvollen Abschluss fürs Jahr 2019 mit einer Silvesterfeier nach euren Wünschen, kommt gut und sicher ins neue Jahrzehnt, das 2020 startet.

Spruch zum Wochenende: #ausgehetzt

Statt dem üblichen Kurzzitat möchte ich heute an dieser Stelle einen vollständigen Brief des von mir sehr geschätzten Musikers Martin Kälberer teilen, der nicht nur mich und Bayern, sondern alle zum Denken anregen soll:

Brief von Martin Kälberer „Dies ist KEIN NEWSLETTER!!!

Dies ist eine Nachricht an alle, die ich kenne, die mich kennen … und hoffentlich viele mehr …! Wenn ihr diese meine Ausführungen im Großen und Ganzen teilen könnt und wollt, dann tut das bitte gern. Lasst es einen Kettenbrief werden, eine Welle, die etwas auslöst, bei allen, die wie ich beinnahe in Schockstarre verfolgen, wie uns in den letzten Jahren, Monaten und Wochen die Grundfeste unserer Gesellschaft, unsere Haltung, unsere Werte, unsere Vorstellung von Menschlichkeit und Koexistenz kaputt geredet wird.

Ich habe die Worte vom bayerischen Peinlichkeitsminister noch in den Ohren: „… ja, wo sind wir denn?“ Und recht hat er: WO SIND WIR DENN? Dass es keinen kollektiven Aufschrei zur Folge hat, wenn machtbesessene Selbstdarsteller die politische Bühne ungeniert für ihre überkommenen Ritualkämpfe benutzen können, kann nur den Grund haben, dass die Fassungslosigkeit darüber in schiere Hilflosigkeit übergegangen ist.

Aber das DARF nicht so bleiben!! Den Lautschreiern, Angstbefeuerern, Zündelbrüdern und Berufszynikern darf nicht das Feld überlassen werden, nur weil wir anderen zu höflich, zu hilflos oder schlicht zu passiv sind!

Wir sind nicht machtlos, wir haben es (noch) in der Hand, ob wir das Abdriften in eine neid- und angstgesteuerte, zunehmend von Kraftmeierei und Stammesdenken geprägte Gesellschaft gestatten wollen oder nicht! Um die Stimmung, die – gezielt inszeniert und vermutlich unfreiwillig medial unterstützt – nach einigen anderen europäischen Ländern immer mehr auch in unserem Land vergiftet wird, wieder zu drehen, braucht es JEDEN EINZELNEN!! JEDEN TAG.

Denn jeder, der so altmodische Tugenden pflegt, wie z.B. Zuhören, Nachfragen, Differenzieren, Vertrauen, dazu etwas Hilfsbereitschaft, Entgegenkommen, Höflichkeit & Demut im täglichen Umgang miteinander, kann ein paar Tropfen in den See geben, der dann vielleicht ein Meer wird.

„… Mann, ist der naiv …“. Ich sage: WER ist hier naiv? WER glaubt an scheinbar grenzenloses Wachstum? WER ist der Meinung, wir hätten uns unseren bequemen Wohlstand sauer und vor allem selbst erarbeitet? WER glaubt, wir hätten da sogar ein Recht darauf? WER glaubt, dass sich unser Lebensprinzip (das wir von unseren Banken und Wirtschaftsunternehmen übernommen haben) „Gewinne behalten, Probleme outsourcen“ noch lange wird aufrecht erhalten lassen? WER glaubt, man könne die hungrige Mehrheit auf Dauer einfach aussperren? Und WER glaubt, dass wo Einfalt und Zwietracht gesät werden, am Ende Gemeinsinn und Solidarität geerntet werden können?

Wir haben einen HAUFEN Probleme, vor allem welche, die VIEL GRÖSSER sind, als uns Leute, die gern wiedergewählt werden möchten, glauben machen wollen. Aber unser Problem sind NICHT ein paar, oder ein paar hundert, oder auch ein paar tausend Verzweifelte, die bei uns irgendwas zwischen nacktem Überleben und einer goldenen Zukunft suchen, wie uns Leute, die gern (wieder)gewählt werden möchten, glauben machen wollen.

Unser Problem sind Leute, die gern wiedergewählt werden möchten und deshalb keine unpopulären Wahrheiten verkünden, sondern versuchen, mit Angst- und Stammtischparolen, mit Vereinfachungen, Pauschalisierungen und manchmal schlicht mit Lügen die allgemeine Stimmung zum eigenen Vorteil zu manipulieren, dabei sehenden Auges in Kauf nehmend, dass unser gesellschaftliches Fundament erodiert, unser Zusammenleben jetzt schon spürbar verroht und irreparablen Schaden zu nehmen droht. Eine Entwicklung, die schon das ein oder andere Mal zu Barbarei, Totalitarismus und Untergang geführt hat.

Was tun? Wir können Aktionen organisieren, Aufklären, Motivieren, ein neues Gefühl vom Gemeinsamkeit initiieren. Gut. Wichtig. Aber wichtiger ist meiner Meinung nach unsere eigene HALTUNG. JEDEN TAG.

Ein Zitat, das ich neulich im Radio gehört habe, hat mich sehr bewegt. Auf die Frage eines Journalisten, ob er glaube, die Welt verändern zu können, antwortete ein Demonstrant, der wochenlang allein vor dem Weißen Haus in Washington gegen den Vietnamkrieg demonstrierte: Nein, er wolle nur verhindern, dass diese Welt IHN verändere.

Euer Martin“

Diesen Sonntag von 13 bis 15 findet in München die Demo „#ausgehetzt“ statt. Weitere Infos und Details.

Ein Danke aus übervollem Herzen #sagesinliebe

Ich erlebe in den letzten Tagen und Wochen vorbehaltlos Zuspruch. Und bin für jeden einzelnen Gedanken einfach nur dankbar. Die erste, die mir in einem Gespräch unglaublich Mut und Zuversicht vermittelt hat, war meine weise 7jährige Nichte. Auch der Rest der Familie steht geschlossen hinter mir, gibt mir Liebe, Vertrauen und Stabilität. Ermuntert mich, bei mir zu bleiben. Im Freundeskreis habe ich ausschließlich Unterstützung erlebt. Und selbst Bekannte und seltene Kontakte schenken mir besondere Momente, geben mir ein positives Gefühl, bieten sogar Hilfe an. Am schönsten ist es, verstanden zu werden. Entscheidungen und Veränderungen fallen nicht leicht, aber ich fühle mich getragen von einer Welle aus Sympathie und Unterstützung. Und möchte einfach Danke sagen, Danke euch allen, die ihr an mich glaubt, mir vertraut, für mich da seid. Es ist mein Weg, ich bin unsagbar dankbar, ihn mit euch gehen zu dürfen, von euch begleitet zu werden.

Lila und Steffi laden zu #sagesinliebe, und das tue ich zu gerne.