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#Sonntagsfreude: Gechillt

 Vor Monaten kam die Einladung eines alten Freundes zu seiner Hochzeit. Gestern, mitten in der Umbauzeit. Zum Glück haben die zwei meine „Zusage, je nachdem was am Bau los ist“ einfach akzeptiert. Und gestern hab ich verstanden, warum: das war so ein entspanntes Gartenfest. Überall auf der Wiese am Hang unterschiedlichste Sitzgelegenheiten, chillige Musik. Ein paar Sonnensegel unter den alten Obstbäumen. Sitzordnung? Wo Platz ist. Die Braut in Chucks, der Bräutigam in Shorts. Strahlend am Feiern. Mehr als 200 Gäste, Essen, trinken, wohlfühlen. Kleiderordnung? Kommt, wie ihr mögt. Bringt eure Kinder mit oder nicht, bleibt, solange ihr mögt. Alles gibts solange, bis es aus ist.

So schön, auch wenn ich nicht so lange da war, durch meinen Kopf schwurbelten zu viele andere Themen, konnte den Gesprächen vor Ort nicht so recht folgen. Aber trotzdem viel Atmosphäre getankt.

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Oktoberfest-Kostümierungen

Läuft man aktuell durch München fühlt man sich wie auf der größten Karnevalsveranstaltung der Welt. Was da so an Klamotten aufgefahren wird:

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Menschen aus aller Welt schmeißen sich in das, was sie für traditionelle bairische Kleidung halten. Als Lederhosenersatz tragen sie in diesem Jahr bevorzugt ein kurzes grünes Sweatshirthöschen oder dasselbe Ensemble in schlammgrau, verziert mit Hosenträgern, manchmal auch noch mit einer Blümchenbordüre. Bei den Damen sind es zwar viele Dirndl, aber schon Stoff und Länge verraten: das hat mit Dirndl oder Tracht nicht das geringste zu tun.
Wie das die bayrischen Wiesn-Besucher sehen? Schau mal genau hin: jedes weibliche Wesen, vom kleinen Mädchen bis zur Seniorin, geht aufgebretzelt auf die Wiesn. Das Dirndl oder die Tracht sitzt, die Haare werden zu kunstvollen Frisuren geflochten, die Damen tragen Schmuck und schauen „blitzsauber“ aus. Ein echter Bayer kennt keine Kälte, trägt seine kurze Lederhosen (ohne Thermounterwäsche und mit viel nacktem Bein) und hat einen Janker, eventuell eine Weste drunter (die ich übrigens in allen Farben toll finde), keine Daunenweste …
Das ist die schöne Seite der Wiesn, der Trachtenumzug, das Zeigen, was man hat, das, was es übrigens in meiner Jugend kaum zu sehen gab. Da war Tracht tragen nicht „in“. Ich sehe gern eine schöne Tracht, ein Dirndl steht jeder Frau, Männer in Lederhosen machen was her. Das, was sich Touristen antun, die Kostümierungen, die billigen Varianten … Nicht schön. Ich lache drüber oder schüttle auch manchmal irritiert den Kopf. Und frag mich dann: wer verkauft das? Denn das Angebot ist ja das eigentliche Übel.

Das sagt übrigens Harry G dazu: http://m.youtube.com/watch?v=GEhvm8tGBPQ&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DGEhvm8tGBPQ

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