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Mein Herz tanzt #11: Grazie Cecilia

Fast 24 Stunden später summe ich immer noch vor mich hin, beseelt und glückselig. Gestern war mein zweites „persönliches“ Treffen mit dieser fabelhaften Frau. Ein Energiebündel, das durch ihre Stimme so viel mehr transportiert, als bloße Töne. Ich durfte sie schon einmal vor vielen Jahren im Herkulessaal erleben, von damals kenne ich ihr Sprühen, sie nimmt ihr Publikum wahr, kommt uns nahe, interagiert mit uns …

Und erreicht mühelos jeden im Saal. Den Kritiker ebenso wie den Genießer, den Kenner ebenso wie den Zufallsbesucher. Lauschen ihr mit angehaltenem Atem – bei den leisen ebenso wie bei den starken Tönen. Zittern mit ihr, lachen mit ihr …Dabei hat sie eine Gruppe von Musikern, die den Vivaldi mit ihr zu einem Fest der Töne, der Tempi, des Miteinanders werden lassen … War. Das. Toll.

Ein neues Herzensstück hat sie mir gelassen, werde ich wohl noch oft anhören, so sehr hat es mich begeistert. Dass ich die Vier Jahreszeiten liebe habe ich, meine ich, schon mal geschrieben. Und gemeinsam mit den Musiciens du Prince hat meine Lieblingssängerin mit diesem Abend dazu beigetragen, dass ich einmal mehr von der Genialität und dem Facettenreichtum des Herrn Vivaldi begeistert bin. Seine Musik hat immer eine klare Melodie, geht dabei aber elegant und unglaublich stark um die Ecken, immer überraschend. Ich habe dieses Konzert im Münchner Prinzregententheater jeden Augenblick genossen – am schönsten waren die kleinen Überraschungen, das Strahlen, wenn sie durchs Publikum spaziert, Rosen überreicht bekommt, die Zugabe mit Wettstreit zwischen Stimme und Trompete … hach, die 3 Stunden sind verflogen, und ich wollte beseelt nach Hause eilen …

Das hat der MVV einmal mehr unmöglich gemacht, seit heute Nacht hat der öffentliche Nahverkehr in München ein weiteres Kapitel in meinen Episoden, die die Welt nicht braucht, randvoll gefüllt. Aber: ich spar mir das Meckern. Hab ich beschlossen. Grazie Cecilia ❤

Spruch zum Wochenende: Löwenstark

„Wenn ich so über mein Leben nachdenke, glaube ich nicht, daß ich ein hohes Alter erreichen werde. Aber ich würde lieber einen Tag wie ein Löwe singen, als hundert Jahre wie ein Schaf.“ (Cecilia Bartoli)

Ich freu mich so darauf, heute Abend dem Löwen in ihr zu lauschen. Hach.

Musik am Mittwoch: Frauenstimme

Cecilia Bartoli ist nicht nur meine Lieblingssopranistin, sie ist auch die erste Frau, die mit dem päpstlichen Chor in der Sixtinischen Kapelle singen durfte, quasi wurde diese „Männersache“ nach 1400 Jahren für eine Weihnachts-CD ad acta gelegt …

Da reichen mir schon ein paar Töne für Gänsehaut rauf und runter, und wie sehr ich ihre Art mag, diese besondere Situation zu kommentieren.