Schlagwort-Archive: butter

Spruch zum Wochenende: Butterbrot

Es gibt also einen Tag des Butterbrotes? Dann widme ich diesem Anlass doch mal einen Spruch zum Wochenende. Das Butterbrot, regional auch Stulle, Schnitte, Butterschmier, Bütterken, Bemme, Kniffte oder Donge genannt, gabs bei mir früher nie als Pausenbrot. Seit ein paar Jahren aber lieb ich es heiß und innig. Und der Spruch „Butterbrot macht Wangen rot“ trifft auf mich ja mal so was von:

„Ein alter Spruch aus alten Zeiten, als Butter tat das Brot begleiten für den, der lebte ohne Not – die andern aßen trocken Brot – Mir strich schon meine gute Mutter stets auf das Brot die gute Butter!
Mit Butterbrot gedieh ich prächtig, aß zum Frühstück es andächtig, zur Jause und zum Abendessen war ich auf’s Butterbrot versessen – und heute noch als alter Mann, ist Butterbrot alltäglich dran!
Man muss es ehren, muss es schätzen, es ist am Platz auf allen Plätzen – passt in den Rucksack wie zu den Akten, passt zu den Jungen wie zu den Betagten, passt zum Kaffee, zum Tee und zur Schokolade, zum Wein, zum Bier und zur Limonade!
Der eine schmiert es gerne dick, der andre übt daran Kritik – sparsam ist er schon geboren, verschmiert vom Brot kaum nur die Poren – es kommt wie überall zupass beim Schmieren auch das Mittelmaß!
Im Krieg war freilich Butter knapp, man gab gegen Marken sie nur ab, Kanonen wollte man statt Butter und Menschen als Kanonenfutter … Die Zeit ist, Gott sei Dank vorüber, heut bleiben Butterberge über!
Schuld ist unter andrem dran der momentane Schlankheitswahn – was dick macht man mit Macht vermeidet, sich mit Ersatzfetten beschneidet, die ganz sicher schlechter schmecken und kaum geeignet, abzuspecken!
Ich halt mich an das Butterbrot als zeitlos wertvoll´ Angebot – ich halt es fest und lass es nicht entgleiten. Denn gern fällt’s auf die Butterseiten – Nach unten zieht das Brot die Butter, zum Kerne uns’rer Erdenmutter!
Fünfzig zu fünfzig wär‘ die Chance, doch hält das Brot fast nie Balance – es dreht sich um im Lauf des Falles, doch ist die Eigenschaft schon alles, was an Missgeschick uns droht, durch das gute Butterbrot!
Ich würd‘ es keineswegs bekritteln, wenn unter allen Lebensmitteln man’s Butterbrot zum Sieger wählte und zu den besten Dinge zählte, die das Millenium erfunden. Es soll uns auch im Neuen munden!“ (Dr. Alfred Fröhlich)

#Frühlings-Glückspilzmomente (7): Jahreszeitlich essen


Ein Grund meiner großen Frühlingsliebe sind diese zwei: ich esse nur regionalen Spargel, also nicht den, der ganzjährig im Supermarkt zu bekommen ist. Früher direkt vom Spargelhof der Eltern einer Freundin, heute meist aus der Abensberger Region, das liegt am nächsten dran an der Heimat, aber auch Schrobenhausen ist nicht gar so weit … und am allerbesten schmeckt Spargel mir übrigens mit frischer Bärlauchbutter. Auf Neudeutsch würde man das wohl als „Perfect Match“ bezeichnen? Ich nenne es jahreszeitlich essen. Es ist mir ein alljährliches Fest, zu meinen „geheimen“ Plätzen zu pilgern, den köstlichen Knoblauchgeruch tief einzuatmen. Und dann vorsichtig und mit Aufmerksamkeit für die Pflanzen zu sammeln. Was wichtig ist: nur die Blätter abpflücken, nie die ganze Pflanze ernten und immer vor der Blüte, sonst wird der Geschmack bitter … vor den giftigen „Doppelgängern“ wird ja oft genug gewarnt!

Spargel mach ich entweder ganz klassisch im Sud, mittlerweile aber am liebsten auf dem Blech: die gut geschälten Stangen nebeneinander auf ein flaches Blech, mit Meersalz und etwas braunem Zucker und ein paar Klecksen Butter, noch ganz wenig Wasser dazu, abgedeckt bei 200 Grad für mindestens 45 Minuten ins Rohr.


Für die Bärlauchbutter ein Packerl Butter mit einer guten Handvoll Bärlauch pürieren, nach Geschmack mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Ich gebe keine Zitrone dazu, weil das für mich nicht mit dem Bärlauch harmoniert. Schmeckt auch perfekt zu Kartoffeln. Pesto mach ich übrigens auch nach Bauchgefühl. Etwa 3 Handvoll Bärlauch mit Nüssen (passt alles von Wallnuss, Pinienkernen, Macadamia, Paranut, Erdnüsse, Cashews …) gut bedecken und zerkleinern. Dann solange mit Öl (am besten Rapsöl, das ist geschmacksneutral und hält gut) pürieren, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Ich gebe Käse bei Bedarf frisch zu, also beispielsweise Parmesan zu Nudeln. Dieses Jahr habe ich ein Bärlauchöl angesetzt (eine Handvoll Bärlauch gut getrocknet klein hacken und mit Sonnenblumenöl in eine Literflasche abfüllen, Bärlauch nach etwa einer Woche abseihen) und Bärlauchsalz (kleingehackten Bärlauch, sehr gut getrocknet, mit Salz gut vermischen) gemacht. Hm. So bleibt der Geschmack doch über die Saison hinaus erhalten.

******************

Ein Beitrag zu den Glückspilz-Momenten im April 2017. Danke an die Initiatorinnen Petra, Maire und Mel für den schönen Impuls, Glückspilz-Momente in dieser so treffenden Rubrik festhalten zu dürfen.