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Musik am Mittwoch: Hymn for the Weekend

Schön, dass am Tag der Arbeit frei ist? Trotzdem war ich heute Vormittag fleißig, schließlich hat die Patentante die besondere Aufgabe Ehre, der bezaubernden Nichte einen Buchskranz für ihre Kommunion zu machen. Und was ich heute, wo es nicht regnet, kann erledigen … besser als Samstag, wo zumindest Regen angesagt ist. Hab ich schon mal die Geschichte erzählt, wie ich aussah, als ich meiner Mutter vor vielen Jahren Buchsgirlanden gebunden habe? War auch im Mai. Seit damals ist klar, dass ich hoch allergisch auf die Buchsblüte reagiere – mehr schreib ich dann mal nicht …

War aber heute morgen sicher dennoch ein witziger Anblick, wie ich abwechselnd summend und niesend und fluchend im Garten stand, bis das kleine Kränzlein gebunden war 😉 gesummt hab ich dazu, sehr grandios, Hymn of the Weekend, im Original von Coldplay – das Cover von James Bay hat aber auch viel. Und irgendwie passend, denn ein bisschen ist das heute ein „kleines Wochenende“, oder?

Spruch zum Wochenende: Traumlied


Wer könnte schöner in 4 Wochenenden Mittelalter überleiten, als der Meister des Minnesangs Walther von der Vogelweide. Sein Traumlied wähle ich als Spruch ins erste Wochenende der Landshuter Hochzeit 2017. Das ich in Südtirol verbringen und mich hoffentlich nicht gar so sehr wie einst die Spielleute dahin sehnen werde, wo Buchskränzchen den Besitzer wechseln: 

‚Nehmt, Herrin, diesen Kranz‘, so sprach ich zu einem wohlgestalteten Mädchen, ’so ziert ihr den Tanz, mit den schönen Blumen, wenn ihr sie dann am Haupte tragt. Hätte ich viel edle Steine, die müssten auf euer Haupt mögt ihr mir das glauben. 
Seht meine Treue, dass ich es so meine.
Ihr seid so wohl geschaffen, dass ich euch meinen Kranz gerne geben will, den besten den ich habe. Ich weiß von weißen und von roten Blumen: die stehen nicht ferne in jener Heide. Dort wo sie herrlich aufsprießen und die Vögel singen, dort wollen wir sie gemeinsam pflücken.‘
Sie nahm, was ich ihr bot, ganz wie ein Kind, das höfischen Anstand besitzt. Ihre Wangen wurden rot, der Rose gleich, die bei Lilien steht. In ihre strahlenden Augen trat der Scham, doch verneigte sie sich anmutig vor mir. Das wurde mir zum Lohn. Wird mir mehr, dann werde ich darüber schweigen.
Mir dünkte, dass ich noch nie glücklicher war, als mir nun zumute war. Die Blumen fielen immerzu vom Baum auf uns nieder, in das Gras. Seht, da musste ich vor Freude lachen. Da ich so voller Wonnen im Traume schwelgte, da tagte es und ich erwachte.
Mir ist durch sie widerfahren, dass ich ich diesen Sommer allen Mädchen tief in die Augen sehen muss. Fände ich sie wieder, so wär ich aller meiner Sorgen ledig. Ob sie wohl zu diesem Tanze geht? ‚Herrinnen, seid so gütig, rückt die Hüte höher!‘ 
Ach, sähe ich sie doch bekränzt!

Dem kann ich nur ein Tandaradei hinzufügen: Himmel Landshut. Tausend Landshut. Landshut Hallloooooo.