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SUV „Bobbycar“

Sonst sind meine zwei Patenmädels sehr unterschiedlich, aber witzigerweise haben S. und V. (SUV) den gleichen Spitznamen von ihren Eltern: beide werden „Zicke“ gerufen. Das kommt mal spielerisch, mal neckisch, mal drohend, mal böse … Und irgendwie haben auch beide sehr kreative kleine Köpfchen. Ich nenne es mal eine unendliche Fülle an Phantasie.

S. hatte sich die letzten Wochen auf einen Besuch gefreut, da ich absagen musste war schnell klar: Dass ich nicht kommen kann ist ok. Aber V. auch nicht? „Sie kann doch auch alleine kommen, wir sind ja da und können ihr alles zeigen.“ „Hm, aber Doris kommt nicht mit, dann gibt es gar kein Auto, in dem V. kommen könnte.“ Die 3jährige kombiniert pfeilschnell: „Dann müssen wir nach Lausanne fahren und ein Bobbycar kaufen. Mit dem kann sie dann ganz alleine von Bayern in die Schweiz fahren.“ … Ein echter Wiefzack, die kleine Zicke?

V.s liebstes Spiel hat zwar wenig mit einem Bobbycar zu tun, aber auch mit Autofahren: aus ihren kleinen Spielmöbeln „bauen“ wir uns ein Auto, der Tisch ist die Fahrerkonsole, zwei Stühle für Fahrer und Beifahrer, wenn mehr Fahrgäste mitkommen sollen wird für die Rückbank mit Sofakissen oder Decken improvisiert. Alle steigen ein, setzen sich, nach dem Anschnallen geht es mit lautem Jubel los. Das Ziel bestimmt die kleine Zicke, wehe die Tante möchte auch mal woandershin fahren. „Nein, nein, nein!“ Die Autofahrt geht zum Einkaufen zu Edeka oder Lidl (wir haben dann selbstverständlich einen großen Korb und eine lange Einkaufsliste dabei), in den Tierpark, oder in die Schweiz …

SUV, ihr zwei phantastischen kleinen Zicken. Eure Zeit ist gerade so herrlich kreativ, ich freu mich, euch ein Stück weit begleiten zu dürfen.

Heimfahren mit dem Bobbycar

Gerade haben mich die Kids eines lieben Arbeitskollegen besucht, immer wieder eine sehr willkommene Unterbrechung kurz vor Feierabend. Die beiden sind gut erzogen mit einer  Spur von Frechheit. Ich mag Jona und Marit – und ich glaub, sie mich auch, sonst würden sie nicht so gerne Hallo sagen? Und beide testen ganz gerne Grenzen in alle Richtungen aus:

Schon erspäht Mr. Frechdachs die Bobbycars auf dem Schrank und möchte natürlich gerne damit fahren. „Ich will das Silberne haben!“ „Ich will aber das Silberne fahren …“ Hm, die stehen da gerade so schön ordentlich, und sind auch gar nicht so leicht runterzubekommen.und ich hab eigentlich gar nicht die geringste Lust, die jetzt für euch runterzuholen und später wieder aufzuräumen … Die erfahrere Frau Mama ist gut und schnell im Reagieren: „Wenn wir die runterholen, dann müsst ihr mit denen nach Hause fahren, denn wir müssen jetzt los. Und haben keine Zeit zum Spielen.“ „OK!“ „Wisst ihr denn, wie ihr mit den Bobbycars fahren müsst? Also: hier um die Ecke rechts, dann wieder rechts, über die Ampel und dann halb links halten, dann immer geradeaus. Alles klar – ich denke, das sind so 5-6 Kilometer, in so einer knappen Stunde könnt ihr da sein – also: tschüss!“

Erst haben beide noch einen Moment gegrinst und die Erwachsenen nicht ernst genommen, “ … ich will aber das Silberne haben“, „ok, dann nehm ich das Orange …“. Als Mama und Papa sich dann aber verabschiedet haben waren plötzlich auch die beiden Lütten mit aus der Tür. Und das, obwohl sie eine wirklich spannende Reise vor sich hätten: etwa die Hälfte an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße entlang, nach der Ampel gehts über eine breite Brücke über die Bahnschienen, hoch vielleicht etwas anstrengend, aber auf der anderen Seite gehts dafür hunderte von Metern schön bequem bergab. Und dann nur noch rein ins Wohngebiet, mit Sicherheit sehr ruhig. Ok, man sollte auf parkende Autos achten. Aber das ist doch für Kinder ein echt spannendes Abenteuer? So in der frühen Nacht, bei leichtem Schneefall? Versteh ich „gar nicht“, dass sich die beiden dieses spannende Abenteuer entgehen lassen und sich brav auf der Rücksitzbank der Familienkutsche eingefunden haben? 😉