Schlagwort-Archive: blog

Momentaufnahmen #7

Im Schreibprojekt „Momentaufnahmen“ stellt Aequitas et Veritas die 7. Frage: Wie sieht dein Verhältnis zu Geld aus?

Je älter ich werde, desto weniger beeindruckt mich Geld. Ich habe früh gelernt, dass wir als Familie wenig, aber genug hatten, um davon zu leben. Habe mich nicht arm gefühlt, aber immer gewusst, dass wir uns manches nicht leisten konnten. Deshalb hatte ich schon immer Jobs, Zeitung austragen, später war ich die Ferienpostbotin. In den ersten Berufsjahren habe ich wenig verdient, aber auch das hat ausgereicht, um unabhängig zu sein.

Heute sehe ich realistisch, dass man sich nicht alles leisten muss. Dass zu viel Konsum alles andere als glücklich macht. Und genau das, nämlich Glück, Gesundheit, Zufriedenheit … alles nicht mit Geld zu bezahlen. Viel Geld ist nicht gleichzusetzen mit einem zufriedenen Leben, ebenso wenig bedeutet wenig Geld automatisch ein unerfülltes Dasein.

Darüber hab ich auch vor Jahren schon mal sinniert. Ja, ich habe genug. Ich sorge für ein mögliches später vor. Aber viel mehr brauch ich schlicht auch dann nicht. Was mir zunehmend wichtiger wird ist: kann ich etwas entbehren, jetzt etwas abgeben für die, die wenig oder sogar nichts gaben. Und wo ist es für etwas Gutes investiert. Ich würde ungern dazu beitragen, dass sich Menschen auf Kosten jener bereichern, denen man eigentlich etwas Gutes tun möchte … da habe ich erste Möglichkeiten gefunden, die aber noch ausbaufähig sind.

Mehr zum Schreibprojekt hier nachlesen.

Projekt ABC #F wie Frühling

Um mich herum macht sich gefühlt die Ungeduld breit. Das Warten auf den Frühling wirkt in diesem Frühjahr 2021 anders, gewaltiger. Jeder – mich eingeschlossen – sehnt sich nach Draußenzeit, Frischluft, dem „Ausschlagen der Bäume“. Es gibt das schöne Lied „Veronika, der Lenz ist da …“. Da war also auch früher schon viel Hoffnung in dieser Jahreszeit des sich entwickelnden Jahreskreislaufs. Ich persönlich freu mich auf die Explosion der Natur, alles wie immer, aber vielleicht spüren wir alle ein kleines bisschen mehr die wohltuende Wirkung des Neubeginns …

Danke für den schönen Schreibimpuls an den Wortmann.

Momentaufnahmen #6

Im Schreibprojekt „Momentaufnahmen“ stellt Aequitas et Veritas die 6. Frage: Handelst du häufiger aus Pflichtgefühl oder aus Überzeugung?

Ich habe darüber vor fast 10 Jahren – wow, ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich mein Blogprojekt so lange aktiv betreibe … krass – im Kontext mit meiner Oma, was ich von ihr gelernt habe, wie ich es aber für mich anders umsetze, mal sehr ausführlich reflektiert.

Von meiner heutigen Position aus möchte ich noch eines hinzufügen: ich habe 2018 geschafft, aus Überzeugung gegen jegliches Pflichtgefühl zu handeln. Mich und meine Gesundheit ganz in den Mittelpunkt gestellt, bin aus dem Stress ausgestiegen, habe es tatsächlich fast ein Jahr durchgezogen. Das war entgegen allem, was ich vorher für mich definiert hätte. Da war definitiv immer wieder der Gedanke an das Pflichtgefühl, aber eine ganz starke Überzeugung in mir hat mich angetrieben.

Davon profitiere ich seitdem häufig, denn meine Erkenntnis im Nachhinein war: So vieles, was wir heute als elementar für uns und unsere Existenz definieren, spielt schon sehr bald überhaupt keine Rolle mehr.

Und ich möchte das auch gerne auf meine Sicht der aktuellen Dinge übertragen: aktuell halten sich viele aus Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein an die geltenden Regeln, durch die langsam keiner mehr durchblickt. Ich tue es aus Überzeugung. Sicher durch meine Lebensgeschichte. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso ist so schlecht mit anderen Überzeugungen klarkomme, weil ich tatsächlich – aus meiner Überzeugung und dem, was ich als gesunden Menschenverstand definiere – nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die all dieses Schwurbeln für bare Münze nehmen, daran mehr glauben, als an die potentiell tödliche Konsequenz eines Virus. Und immer wieder mit der Grippe argumentieren, die ich einmal hatte und wenn es nach mir geht nie wieder …

Mehr zum Schreibprojekt hier nachlesen.

1000 Fragen an mich #50

981. Wie sieht dein Auto innen aus?
Wenn er frisch aus der Werkstatt kommt ist der Herr Peugeot immer schön sauber, ansonsten ist er meine Abstellkammer auf 4 Rädern.

982. Hast du in den letzten fünf Jahren neue Freundschaften geschlossen?
Ja.

983. Wer bist du, wenn niemand zuschaut?
Ich glaub nicht, dass ich dann eine andere bin …

984. Welche inneren Widersprüche hast du?
Keine, die mich permanent begleiten – wobei ich gerne noch viel nachhaltiger und bewusster agieren würde. Und doch wieder an eigene Grenzen wie Bequemlichkeit stoße …

985. Wann warst du über dich selbst erstaunt?
Ich wiederhole mich: meine Kündigung und die Gelassenheit, die mich die letzten Monate begleitet hat, hat mich selbst wohl am meisten erstaunt. Ich war schlicht zuversichtlich, dass es nicht schlimmer werden könnte …

986. Leihst du gern Sachen aus?
Ja, gerade bereitet meine Downtown Abbey DVD Collection der viel mehr als Konzertfreundin vergnügliche Stunden, ehe sie zur besten Freundin wandern soll.

987. Bist du auf dem richtigen Weg?
Ja, und wenn nicht, kann ich ja einfach umkehren, eine andere Richtung ausprobieren, etc.,

988. Wie lautet dein Kosename für deinen Partner?
Singlefrage ???

989. Bei wem hast du immer ein gutes Gefühl?
Bei meinen Freunden.

990. Wie zeigst du anderen, dass sie für dich wertvoll sind?
Durch Aufmerksamkeit und Interesse, durch Anteilnahme und Beachtung, durchs da sein und Zuhören. Durch Wertschätzung.

991. Was macht dich richtig zufrieden?
Der Blick aus dem Fenster, das Wahrnehmen des Augenblicks, die Schönheit im kleinen, einfachen – das Kitzeln eines Grashalms oder eines Sonnenstrahls, das sachte Rauschen des Windes, …

992. Was ist das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast?
Immer wieder Zeit, und wenn es nur eine gemeinsame Stunde ist, das ist viel mehr wert, als alles, was wir mit Geld kaufen können.

993. Zu wem hast du blindes Vertrauen?
Ich vertraue auf mein Bauchgefühl, ….

994. Was hast du mal ähnlich wie ein warmes Bad empfunden?
Sauna, Rasul und ähnliche Wellnessanwendungen – generell empfinde ich die Blubberbecken immer wie eine warme Badewanne.

995. Was ist das Spannendste, das du jemals erlebt hast?
Ohje, das lässt sich nicht auf ein spannendstes Erlebnis reduzieren, mein Leben war immer aufregend. Als Kind steckte ich mal in einem Abwasserrohr fest, kurz bevor der Bagger kam, um die Straße über mir aufzubaggern, bin ich freigekommen – wir Teenagermädels haben mal eine Nacht im Reitstall geschlafen – und wurden von Einbrechern geweckt. Glauben wir zumindest, weil wir sind zitternd wie Espenlaub nach Hause geflohen. Im Thailandurlaub wurde unser Touristenboot von Piraten gejagt. Kurz nach 9/11 organisierte meine damalige Agentur eine riesengroße Launchveranstaltung für die Markteinführung eines amerikanischen Produktes – allein die Sicherheitsvorkehrungen waren eine Herausforderung …

996. Was ist ein großer Trost?
Dass nichts für die Ewigkeit ist, auch die nicht so guten Tage gehen vorbei.

997. Wovon hast du gedacht, dass du es nie können würdest?
Diese 1000 Fragen haben mich zwischenzeitlich so genervt, dass ich mein Vorhaben beenden wollte. Bis heute hab ich gezweifelt, ob ich es zu Ende bringen kann.

998. Was kannst du heute noch ändern?
Die Frage finde ich uneindeutig, aber ich antworte mal mit: alles, was geändert werden muss. Punkt.

999. Wie wird dein Leben in zehn Jahren aussehen?
Ich fände langweilig, wenn ich das heute schon wüsste, bleibe offen und neugierig. Die letzten 10 Jahre waren besonders, weil ich meine Patenkinder kennen lernen durfte, ich vermute, auch das kommende Jahrzehnt bleibt allein durch die jüngste Generation aufregend und immer anders, als erwartet.

1000. Welche Antwort hat dich am meisten überrascht?
Mich hat überrascht, wie viele der Fragen sich ausschließlich an Frauen als Teil einer Paarbeziehung gerichtet haben. Ich hatte im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass die Fragen nur für Frauen sind – und musste zu oft den Single „ankreuzen“.


Johanna alias pinkepank stellt 1000 Fragen aus der Zeitschrift Flow, am Ende haben sie und die meisten anderen Blogger, die gestartet sind, nicht mehr darauf geantwortet. Das lag sicher daran, dass es eben nicht so spannend wie erhofft war, nicht so konsequent der Selbstfindung diente, und viele gängige Fragen der Selbstreflektion sich zu wiederholen schienen, manchmal etwas banal waren, andere nicht wirklich verständlich …. naja. Ich fand das Schreibprojekt rückblickend dennoch partiell interessant, in meinen Auszeitmonaten hat es mir Woche für Woche einen Moment des Innehaltens vorgegeben, der mich in mich hineinhorchen lassen hat: passt es, bist du ok, gibt es Ängste, Unsicherheiten, …? Das war wichtig, um mit mir und meinem eigenen Projekt der Neuorientierung klarzukommen. Auch darüber werde ich demnächst berichten. Es bleibt spannend.

Zwischen den Zeilen finden meine Patenkinder vielleicht auch tatsächlich später mal was zum Nachlesen. Damit beende ich mein Schreibprojekt für 2018, es war nicht immer klar, ob ich bis zum Ende komme … freue mich heute aber trotzdem und bin ein kleines Stück auch stolz.