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Tantengewissensbisse

Ich sollte viel mehr aufschreiben, zum Beispiel, dass mittlerweile Nichte 3.0 schon frühmorgens mit mir Video konferiert. Oder dass ich für Nichte 2.0 schon eeewig die Paula-Geschichten digital einlesen wollte, damit sie die jederzeit anhören kann, wenn sie möchte. (jetzt erst mal ganz aktuell wird Hänsel und Gretel gewünscht, immer eins nach dem anderen). Und dass die bezaubernde Nichte meine Herbstferienpläne durcheinanderwirbelt, weil sie ja auch noch ihre beste Freundin besuchen will …

Gibt grad so viel, was wichtiger ist, als etwas für später aufzuschreiben. Weil es jetzt passiert. Deshalb wird es wohl noch ein bisschen unregelmäßig bleiben mit der Bloggerei – ich vermute, das „passt schon“.

Momentaufnahmen #19

Die 19. Frage von Aequtitas et Veritas lautet: Was möchtest du an die nächste Generation weitergeben? Welche Werte oder Erkenntnisse?

Das ist sehr einfach, denn genau das ist die Frage, die ich hier auf dem Blog „bearbeite“: ich schreibe meinen Patenkindern hier für später „Meine Sicht der Welt“ auf. Da ist ganz viel von mir zu lesen, von meiner Kinderzeit, die mich sehr geprägt hat, meine Familie und auch sonstige Einflüsse werden oft schon sehr genau skizziert. Und ich gehe durchaus selbstkritisch mit meinem Wachsen und Werden in der Welt um, befasse mit sowohl mit den Stationen und dem, wie ich die Dinge heute sehe.

Warum ich das mache? Weil ich nicht weiß, ob ich später noch da sein werde, wenn es die Kinder von heute interessiert. Weil meine Prägung ist, dass wir vor allem das nicht für selbstverständlich nehmen sollten. Wir können nicht als selbstverständlich voraussetzen, dass wir körperlich und geistig für immer präsent sein werden. Heute kann ich noch kommunizieren, was mir wichtig ist, anstatt sie später rätseln zu lassen.

Und eine andere Erkenntnis ist, dass man selbst als Kind Dinge anders wahrnimmt, als das die Erwachsenen tun. Wenn ich heute Erlebnisse aus meiner Kinderzeit schildere, die mich sehr bewegt haben, merke ich, dass meine Eltern das gar nicht mitbekommen, es als nebensächlich eingeschätzt oder sogar vergessen haben. Deshalb gibts auch die vielen kleinen Momentaufnahmen der Nichten-Tanten-Chaostruppe. Denn eventuell kann das später mal „Licht ins Dunkel“ bringen.

Wenn nicht? Ist es eben so. Ich denke nicht, dass ich das beeinflusse, sondern die kleinen Menschen, die dann groß sein werden. Und es vielleicht lesen werden, oder auch nicht. Mal sehen, ob ich es dann noch kommentieren werde (oder eben nicht).

Momentaufnahmen #7

Im Schreibprojekt „Momentaufnahmen“ stellt Aequitas et Veritas die 7. Frage: Wie sieht dein Verhältnis zu Geld aus?

Je älter ich werde, desto weniger beeindruckt mich Geld. Ich habe früh gelernt, dass wir als Familie wenig, aber genug hatten, um davon zu leben. Habe mich nicht arm gefühlt, aber immer gewusst, dass wir uns manches nicht leisten konnten. Deshalb hatte ich schon immer Jobs, Zeitung austragen, später war ich die Ferienpostbotin. In den ersten Berufsjahren habe ich wenig verdient, aber auch das hat ausgereicht, um unabhängig zu sein.

Heute sehe ich realistisch, dass man sich nicht alles leisten muss. Dass zu viel Konsum alles andere als glücklich macht. Und genau das, nämlich Glück, Gesundheit, Zufriedenheit … alles nicht mit Geld zu bezahlen. Viel Geld ist nicht gleichzusetzen mit einem zufriedenen Leben, ebenso wenig bedeutet wenig Geld automatisch ein unerfülltes Dasein.

Darüber hab ich auch vor Jahren schon mal sinniert. Ja, ich habe genug. Ich sorge für ein mögliches später vor. Aber viel mehr brauch ich schlicht auch dann nicht. Was mir zunehmend wichtiger wird ist: kann ich etwas entbehren, jetzt etwas abgeben für die, die wenig oder sogar nichts gaben. Und wo ist es für etwas Gutes investiert. Ich würde ungern dazu beitragen, dass sich Menschen auf Kosten jener bereichern, denen man eigentlich etwas Gutes tun möchte … da habe ich erste Möglichkeiten gefunden, die aber noch ausbaufähig sind.

Mehr zum Schreibprojekt hier nachlesen.

Projekt ABC #F wie Frühling

Um mich herum macht sich gefühlt die Ungeduld breit. Das Warten auf den Frühling wirkt in diesem Frühjahr 2021 anders, gewaltiger. Jeder – mich eingeschlossen – sehnt sich nach Draußenzeit, Frischluft, dem „Ausschlagen der Bäume“. Es gibt das schöne Lied „Veronika, der Lenz ist da …“. Da war also auch früher schon viel Hoffnung in dieser Jahreszeit des sich entwickelnden Jahreskreislaufs. Ich persönlich freu mich auf die Explosion der Natur, alles wie immer, aber vielleicht spüren wir alle ein kleines bisschen mehr die wohltuende Wirkung des Neubeginns …

Danke für den schönen Schreibimpuls an den Wortmann.