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Das mit Berlin

Ach Berlin. Jetzt kennen wir uns mehr als zwei Jahrzehnte. Aber irgendwie kommen wir zwei uns nicht näher. Ich komme dich immer wieder besuchen, viel zu kurz, als dass wir uns wirklich kennenlernen könnten. Kein Wunder, dass ich dich nicht so recht einschätzen kann, mir nie sicher bin, wie ich wohin komme. Und immer wieder neu anfange. Komisch, wo ich schon so oft da war. Trotzdem droh ich mich in dir zwangsläufig zu verlaufen. Immer wieder muss ich mich in dir komplett neu orientieren. Als wärs das erste Mal. So ging’s mir diese Woche schon wieder. Immerhin den X9 in Tegel mit einem winzig kleinen Umweg fast direkt gefunden und souverän den schnellsten Weg in die Stadt gewählt. Ja, das ist eine Steigerung, da hatte ich auch schon mal die falsche Richtung erwischt. Nach dem kleinen Erfolgserlebnis wäre ich den Ku’damm kilometerweit falsch lang gelaufen. Zum Glück bin ich Frau genug, rechtzeitig zu fragen. Und so den Irrweg einzusparen. Bin echt mal gespannt, ob sich das zwischen uns beiden jemals ändert? Komme in ein paar Wochen schon wieder, zum 3. Mal im Jahr 2016 – aber wahrscheinlich wieder viel zu kurz, um endlich mal wenigstens wieder ein paar Kilometer und damit Eckpunkte zu erlaufen. Schade eigentlich. 

Spruch zum Wochenende: Gespräche

Zurück vom großen jährlichen Klassentreffen der Touristikbranche, habe ich weder eine Berliner Currywurst gegessen, noch ein einziges Bild von Berlin oder der Messe gemacht. Dabei wars die Jubiläumsausgabe #itb50. Hm. Aber: ich hatte wunderbare Begegnungen und tolle Gespräche. Sehr wertvoll. Insofern mein Spruch zu diesem Wochenende:

„Die Kunst des Gesprächs besteht darin, dass man zwei subtile Fähigkeiten spielen läßt: Man muss selbst etwas anbieten, und man muss sich einfühlen, man muss es gewohnt sein, sich mitzuteilen, und ebenso zuzuhören. Eine seltene, indes unwiderstehliche Kombination.“ (Benjamin Disraeli)

#Sonntagsfreude: Berlin feiert 25 Jahre Mauerfall

25 Jahre ist es her. Davor musste ich in Geschichte und Erdkunde die Aufteilung Deutschlands in Ost und West lernen, die mich zunächst verwirrt, dann gedanklich rebellieren machte. Was haben wir diskutiert, über Recht und Unrecht, über Demokratie, das Mitbestimmungsrecht des Volkes, freie Wahlen. Dann kam das Jahr 89, und ich erinnere mich an viele Kleinigkeiten auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Besonders in Erinnerung bleibt der Mauerfall – weil die Eltern meiner Schulfreundin direkt nach den ersten Hinweisen ihr Auto vollgepackt haben. Um als gebürtige Berliner dabeizusein. Sie waren an der Mauer, haben wildfremde Menschen umarmt und gefeiert. Ihre Erzählungen waren so lebhaft, so intensiv, besser als jedes Bild in den Nachrichten. Daran erinnere ich mich heute – und bin sicher, die zwei sind auch jetzt in Berlin, um sich zu erinnern und die Feierlichkeiten mitzuerleben.
Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.

Fans

Gerade landen die Weltmeister „zu Hause“ und werden in Berlin auf der Fanmeile empfangen, gefeiert. Ich bewundere, dass es Menschen gibt, denen Fußball so wichtig ist, dass sie dafür Urlaub einreichen, vielleicht sogar nach Brasilien gereist sind, um Spiele live zu erleben. Allen, und es sollen hundertttausende sein, die gleich am Brandenburger Tor mit am Start sind und die deutsche Nationalmannschaft bejubeln, wünsche ich viel Saß. Feiert die Jungs, feiert das Team, feiert alle, die beigetragen haben, diesen Weltmeister-Titel zu holen.

Ich freu mich still und leise mit – und blättere diese letzten Wochen noch mal in meinem Bilder-im-Kopf-Album nach. In Erinnerung bleiben wird mir die Geschichte des alten Mannes: Er ist Brasilianer und erlebte das Halbfinale im Stadion, kam hoffnungsvoll, hatte einen goldenen Pokal dabei, das Symbol seiner Überzeugung, dass Brasilien 2014 Weltmeister werden sollte. Dann hat er seine Mannschaft verlieren sehen, hat bittere Tränen vergossen. Und seinen Pokal einem deutschen Fan geschenkt. Im Zeitalter von Selfies und Fan-Porträts ging dieses Bild um die Welt. Dass die Fußballer sich nach einem gewonnenen/verlorenen Spiel gratulieren sieht man oft, aber dass ein Fan, ein treuer Anhänger, sich von seinem Ideal verabschiedet? Für mich besonders, eine große Geste.