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Von Kindern lernen: Staunen

Habt ihr in letzter Zeit mal ein Kind beim Staunen erlebt? Davon kann man sich so viel abschauen. Als Erwachsener tendiert man ja zu einer abgeklärten Verhaltensweise. Staunen ist eher so ein innerliches Ding, bemerke ich zumindest hin und wieder. Dabei ist es so toll, einen Augenblick staunend zu verharren, zu bewundern, ehrfürchtig zu bemerken. Die Ankunft der Störche zum Beispiel, Schmetterlinge beim Flattern, wie viele Knospen gerade an den Bäumen sprießen. Wie viele Ameisen in einem Hügel leben. Wie der Sturm mächtige Bäume zersplittert hat, als ob man einen Zahnstocher auseinander bricht …

 

 So ein Moment des Staunens hat viel mit Aufmerksamkeit zu tun, mit Begeisterungsfähigkeit, mit Zeit. Nichts ist selbstverständlich, das Staunen eines Kindes macht das manchmal überdeutlich. Und wenn dann noch so viele Fragen kommen, und man nicht auf jede Antworten kann: genau das beweist doch, dass diese Ehrfurcht, der offene Mund, die großen Augen gerechtfertigt sind. Staunen ist toll, auch wenn es nicht das eigene Staunen ist. Es öffnet den Blick, macht die Welt bunter und lässt uns intensiver erleben. Erstaunlich 😉

Schreibzeit #3 – Blog als Tagebuch?

Zu Beginn dieses Projektes waren ein paar Gedanken, ob ich öffentlich schreiben will. Vieles ist schließlich sehr persönlich. Wichtigstes Ziel: es darf nie peinlich werden, meine Patenkinder sollen später nicht nachlesen müssen, dass sie „mal“ gepupst haben. Dann startete das kleine Experiment, öffentlich, weil ich gar nicht wusste, ob überhaupt jemals jemand vorbeikommen würde. Dann waren da erste Rückmeldungen, Kommentare, Gedankenaustausch. Vieles, worüber ich schreibe, mag für den zufälligen Leser belanglos sein, das ist ok so. Mein Blog ist kein Tagebuch. Nicht der Ort für alle Gedanken oder auch Ängste. Nicht der Ort für wissenschaftliche Abhandlungen, nicht professionell, ohne Redaktionsplan oder begleitende Marketingmaßnahmen. Aber ein Ort für Beobachtungen, für Erinnerungen, für Momente. Ja, es ist und bleibt persönlich, es sind immer meine Gedanken, die notiert werden. Aber: Ich MUSS nicht alles, was in meinem Kosmos oder in der Welt passiert, hier kommentieren. Im Gegenteil: Ich kann, wenn ich mag und Zeit dafür finde. Manchmal komme ich einfach nicht dazu – und dann ist ein Gedanke wieder verflogen. Wenn er wichtig war kommt er wieder. Andere Gedanken notier ich mir sogar, um sie unbedingt aufzuschreiben. Meist dann, wenn ich finde, dass es ein Thema bleiben wird. Also für später, wenn meine Patenkinder sich mit dem Blog und seinen Themen beschäftigen werden. Es wird übrigens auch niemals ein Tagebuch der Kindheit der 3 sein, die erleben sie nämlich sehr aktiv selbst. Ich halte ein paar Szenen daraus fest, die sie möglicherweise vergessen werden. Mir sind sie wertvoll, aber wer weiß, ob ich mich später erinnern kann, um sie ihnen persönlich zu erzählen?

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Bine fragt für die aktuelle Schreibzeit: Was bedeutet für Euch Euer Blog? Ist er tatsächlich ein privates Tagebuch? Schreibt Ihr wirklich nur für Euch? Ganz ehrlich? Oder möchtet Ihr vielleicht doch, dass Eure Stimme da draussen gehört und wahrgenommen wird? Ist da vielleicht diese kleine Stimme im Ohr, die einem sagt: Mal sehen, wieviele meinen Post lesen werden und wieviele ihren Senf dazugeben? Und seid Ihr dann eventuell enttäuscht, wenn es weniger als erhofft sind?“

Wenn der 1. Schultag nach den Ferien nicht wäre

Heute morgen um kurz vor 8 Uhr: ein junger Mann hastet die Straße entlang. Etwa 5 Meter hinter ihm folgt ihm das vielleicht zehnjährige Töchterlein. Sie trödelt, hüpft, lässt sich immer wieder zurückfallen.

Vater-Tochter-Gesprächsverlauf

Er: „Wenn du jetzt nicht endlich mal Gas gibst …“

Sie: „Ich kann doch auch nix dafür, ich mag keine ersten Schultage.“

Er: „Da kann ich jetzt auch nix machen.“

Sie grummelt – und trödelt weiter.

Die Ampel ist rot, beide bleiben nebeneinander stehen.

Er: „Wenn du nicht immer so trödeln würdest, dann wären wir längst da.“

Sie: „Oder wenn du nicht so lang zum Parken gebraucht hättest …“

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär? 😉

Short Stories: I love to Blog

Angefangen zu bloggen habe ich aus schlechtem Gewissen – um meinen Patenkindern meine Erinnerungen mit ihnen zu erhalten, Erwachsene vergessen einfach so schnell. Das ist unverändert das wichtigste Ziel, das ich verfolge. Nach knapp einem Jahr kann ich sagen, dazu kommen auch Alltag, Erlebnisse, Ärgernisse, Freude, Menschen, Beobachtungen … Trotzdem ist das ein Tanten-Blog, also keiner der unten genannten Kategorien zuzuordnen.20140501-110200.jpg

Ich mag Bloggen sehr – ja, I love to blog – schaffe fast täglich zu schreiben. Mal kürzer, mal länger.  Ich lese gerne selber nach (daran stelle ich fest, wie schnell Erwachsene vergessen …), freu mich aber auch über mittlerweile fast 150 Mitleser. Ich habe einen kleinen Kreis an fleissigen Kommentatoren, das ist eigentlich die größte, da unerwartete Freude: dass Menschen mitlesen, was ich schreibe, sich Gedanken machen, mit mir kommunizieren. Die lerne ich online kennen, manche vielleicht auch mal „in echt“, das finde ich spannend.

Kooperationen – ja, gute Frage: darüber mach ich mir noch keine Gedanken. Was ich nicht möchte, ist eine Verwischung des ursprünglichen Gedankens. Was mir aber Spaß macht sind Blogger-Aktivitäten. Aktionen wie diese, die mal eine andere Sicht zu denken und schreiben anregen. Das find ich gut. Produkt-Placement, Gewinnspiele oder ähnliches hab ich weder geplant, noch macht es in meinen Augen großen Sinn. Ich blogge nicht mit dem Hintergedanken, das mal beruflich zu tun oder damit Geld zu verdienen. Deshalb distanziere ich mich auch ausdrücklich, sofern es mal Werbung hier gibt, wird nicht von mir gesteuert, noch möchte ich das überhaupt.

Ich hab durch das Bloggen neue Rituale gefunden, es ist (für mich) anders als Tagebuchschreiben. Ich schreibe nicht alles auf, sondern nehme wichtige Gedanken heraus. Manchmal plane ich Einträge, meistens schreibe ich aber einfach sehr spontan. Unter der Woche hatte ich mir im letzten Jahr einen schönen Rhythmus angewöhnt, meinen Arbeitstag mit einem Post zu beenden. Aktuell sehe ich im Bloggen eine kurze gedankliche Auszeit irgednwann im Tagesverlauf. Das wechselt also. Mir gefällt es, einerseits den Kanal des Schreibens zu verwenden, also einen Gedanken „zu Papier zu bringen“. Und ihn festzuhalten. Andererseits ist es sehr interessant, zu lesen, was andere dazu denken, Reaktionen zu verfolgen. Und mir vorzustellen, was wohl meine jungen Mitleser mal dazu sagen werden. Was ihre Position sein wird. Auch, ob sich ihre Sicht auf Dinge verändern wird mit den Jahren. Welche Entwicklungen sie machen werden. Was sie sehen werden, ob ich daran auf die ein oder andere Art teilhaben werde …

Es gibt keinen Plan, keine zeitlichen Vorgaben, keinen Druck. Anders als im Job wähle ich meine Themen einfach aus dem erlebten Augenblick. Und konzentriere mich vornehmlich auf das, was meine Patenkinder mit mir und umgekehrt erleben. Über manche Beobachtungen muss ich jetzt schon grinsen, weil kleine Kinder sich doch sehr schnell wandeln. Und am schönsten für mich ist, dass ich so noch viel bewusster mit den Erlebnissen mit meinen kleinen Freunden umgehe. Das birgt auch eine große Verantwortung – ich mache immer einen Spagat zwischen „das wollt ihr später wahrscheinlich mal lesen“ und „darf ich das wirklich erzählen“? Und auch wenn wir darüber sicher nicht immer einer Meinung sein werden (ich versuche, nichts zu schreiben, was ich selber niemals über mich hätte lesen wollen), manchmal denke ich trotzdem, dass es wichtig ist, es zu notieren 🙂

In diesem Monat fragen Andrea und Bine: „Warum hast Du angefangen zu bloggen? Was hat Dir das Bloggen bereits gebracht? Wann schreibst Du Deine Postings? Was ist für Dich wichtiger- Text oder Fotos? Welche Art von Blog schreibst Du? Food-Blog? Lifestyle-Blog? Mami-Blog? Deko-Blog? Politik-Blog? Buch-Blog? Bloggst Du nur für Dich oder verfolgst Du mit Deinem Blog andere Ziele? Sind Dir Kooperationen mit anderen Bloggern oder Unternehmen wichtig oder eher nicht? Hast Du durch’s Bloggen neue Menschen kennen gelernt oder möchtest Du das vielleicht gar nicht? Fragen über Fragen…. erzähl doch mal!“