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Sonntagsfreude: Wiedehopf

Ich hab beschlossen, dass es Grund zur Freude gibt – ach wenn da ein kleines bisschen Trauer mitschwingt. Ich hab gestern zum ersten Mal in meinem Leben einen Wiedehopf gesehen. Er saß auf der Straße in der Kurve, dank meiner Vollbremsung konnte er hochfliegen. Im Rückspiegel hab ich dann gesehen, dass er weiter über der Stelle flog – denn da hatte ein Straßenverkehrsteilnehmer vor mir nicht so viel Glück gehabt. Und seinen Kumpel überfahren …

Habe nachgelesen und in meinen Fotografenforen geforscht: tatsächlich gibt es weltweit wohl weniger als 10.000 Paare seiner Art, bei uns im Landkreis wurden sie in diesem Jahr schon öfter gesichtet. Deshalb nehm ich das als gutes Zeichen und bin dankbar. Und hoffe auf weitere, positivere Begegnungen – dann vielleicht auch mal mit einem Bildbeweis 😉

Paula und das Reh: Vorlesegeschichten aus der Nachbarschaft

Heute hat Paulas Herrchen Andi Bauklötze gestaunt (… wie auch immer das gehen mag, manchmal findet Paula Menschensprache schon sehr sonderbar). Das kam so – auf der täglichen Gassirunde treffen Paula und ihr Herrchen ja oft andere Tiere. Ganz häufig andere Hunde, auch oft genug grässliche Katzenviecher, manchmal hoppelt ein hübscher Hase davon, ein wagemutiges Mäuschen kreuzt den Weg – und hin und wieder hopsen auch ein paar Rehe weit entfernt.

Aber heute war das anders. Als Paula an einem äußerst interessanten Busch schnüffelte entdeckte sie nur einen Meter entfernt einen jungen Rehmann. Der zwar kurz aufschaute, dann aber voll Genuss weitere Blätter naschte. Die waren wohl so wohlschmeckend, dass er sogar noch ein paar mehr schnabulierte – so lange, bis Herrchen Andi endlich sein Handy aus der Hosentasche gepfriemelt bekam und ein paar Bilder machen konnte. Erst dann lief er im eleganten Hopserlauf davon – nicht, ohne sich noch mal schauend umzudrehen.

„Fast. als ob er ‚Tschüss, bis bald!‘ gesagt hätte, was Paula?“ meinte Herrchen Andi staunend. Und den gesamten Heimweg erzählte er Paula, dass das schon sehr besonders sei. Und als er die gemeinsam erlebte Geschichte zu Hause Frauchen Karin berichtete, staunte auch die Bauklötzchen, als er ihr die Bilder zeigte …

Spruch zum Wochenende: Rücksicht

„Ohne Rücksicht handelt man oft auch ohne Vorsicht.“ (Gerhard Uhlenbruck)

Ich hab die letzten Tage ganz schön viel Rücksicht genommen, vor allem im Straßenverkehr. Da ist einiges von meinem Profil bei Vollbremsungen auf der Straße geblieben. Aber so konnte ich Unfälle verhindern, weil andere ohne Rücksicht und ohne jegliche Vorsicht unterwegs waren … Sinnbildlich: ein bisschen mehr Miteinander denken wär schon schön. In diesem Sinne: ein schönes Wochenende.

Familiengeschichten: Generationen verändern sich

Gerade tritt familiär deutlich zu Tage, dass sich Ansichten verändern.

Hintergrund ist, dass meine Tante, die ältere Schwester meines Vaters, vor vielen Jahrzehnten geheiratet hat. Einen Mann, der bei meinen Großeltern nicht gut ankam. Warum, weshalb, lange her, vielleicht auch längst vergessen. Trotzdem war er kaum als Familienmitglied aktiv. Ich brauche nicht alle meine Finger, um aufzuzählen, wie oft ich ihm in meinen Lebensjahren begegnet bin. Und selbst wenn hab ich nie einen echten Kontakt aufgebaut, ihn nicht gekannt.

Vor etlichen Jahren hat sich meine Tante aus Gründen von diesem Mann getrennt, lebt seitdem allein. In der Verwandtschaft fiel der Unterschied kaum auf. Und man muss auch dazu sagen, dass meine väterliche Familie nicht so gern über „so was“ spricht.

Jetzt ist dieser Mann – ich müsste wohl schreiben mein Onkel, aber es fühlt sich nicht so an – gestorben. Und meine Tante als seine Witwe kümmert sich gemeinsam mit ihren Kindern um eine Verabschiedung. Keine traditionelle Beerdigung. Für mich fühlt es sich komisch an, nicht nachvollziehbar, dass sie in ihre Rolle zurückkehrt, die sich vor vielen Jahren verlassen hat. Das ist aber ihr Thema, nicht meins.

Mein Thema ist, dass meine Eltern ernsthaft von ihren Kindern erwarten, dass wir zu dieser Verabschiedung gehen. Weil sich das so gehört.

Ja, ein Argument der Generation meiner Eltern. Was bin ich dankbar, dass ich einer anderen Generation angehören darf. Die nachspürt, ob da ein Bedürfnis ist, sich von diesem unbekannten Familienmitglied zu verabschieden. Und auf sein Gefühl hört, statt sich einer Situation auszusetzen, die man bestenfalls konventioneller Zwang nennen kann …