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Das mit der Polizei

In Bayern geboren und aufgewachsen, keine Frage: mein Bild von Aufgabengebiet und Tun der Polizei wurde geprägt von der bairischen Kultserie „Polizeiinspektion 1“. Was haben die Herrn Beamten Heinl und Moosgruber für Recht und Ordnung im Bezirk gesorgt, Helden meiner Jugend. Und der joviale Dienststellenleiter: Grandios, eine der vielen Paraderollen von Walter Sedlmayr. Hauptkommissar Franz Schöninger, der ewig grantelnde Bayer, wie er im Buche steht. Und trotzdem beweist er ein riesengroßes Herz, wann immer es darum geht, ein Auge zuzudrücken, wenn einer der Kollegen „Mist“ gebaut hat. Heut ist sein Todestag – und ich hör mir den Abspann an. Gibt so Musik, die man immer wiedererkennt? Muss mal wieder ein paar Folgen schauen, schon allein, um das München der 80er Jahre zu bewundern:-)

Und irgendwie glaub ich, dass die Serie zumindest zu den Inspirationsquellen für Hubert und Staller, die aktuelle Lieblingsserie meiner Eltern, zählt? Auch wenn die Cops auf dem platten Land aktiv sind …

Das mit den sprachlichen Mischungen

Der Bayer sagt kein „ne“, weder als Vereinung, noch als spielerische Version von „oder“, noch als Abkürzung von eine, noch als „nicht wahr“ … Und trotzdem habe ich Freitag abend aufmerksam hingehört, wie ein Bayer in meinem Alter, geboren und aufgewachsen in der Hallertau, studiert in Berlin, heute auf der ganzen Welt daheim, viele seiner Sätze mit einem durchaus bairisch eingefärbten „ne“ beendet hat. Und das ganz sicher als Teil der bairischen Sprache empfindet. Schon komisch, wie sich Sprache manchmal entwickelt, ne?

Bin übrigens Wiederholungstäter gewesen, habe einen Konzert-Kabarettabend zum zweiten Mal erlebt – dieses Mal etwas mehr auf Sprache und Inhalt fokussiert. Ist schließlich eine musikalische Lesung – die fast ohne Lyrik auskommt, einfach weil die Gedichte selbst den Verfasser nicht so richtig überzeugen konnten. Und hab den Abend erneut sehr genossen, was für wunderbare Musiker, dieser Andreas Martin Hofmeir und Guto Brihnoli. Und die ein oder andere Geschichte macht auch beim zweiten Zuhören einfach nur „keinen Aufwand“. Hat mir wieder sehr gut gefallen.