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Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (12)

Kürzlich wollten die bezaubernde Nichte und ich „schnell“ was aus dem Baumarkt holen. Und wurden beim Einfahren auf die Autobahn bis zum Stillstand ausgebremst. Der Skodafahrer im besten Alter hat sein Tempo verringert – so, dass ich tatsächlich auf dem Zubringer stehen bleiben musste, alle hinter ihm ebenfalls scharf abbremsen mussten. Und er von allen Seiten angehupt wurde … er wollte rücksichtsvoll sein, hat sich auf der zweispurigen Autobahn aber absolut falsch und vor allem alle anderen gefährdend verhalten. Da hat ihn die Nichte dann beim späteren Überholen aber wirklich böse angeschaut … 

Gestern das Ganze anders: beim Auffahren auf die zweispurige Autobahn mit Baustellenverengung bleibt die Passatfahrerin im besten Alter ohne Veranlassung stehen, die fünf folgenden Wagen, also auch ich, müssen auch. Stehenbleiben. Aus dem Stillstand ist Einfahren gefährlich, auch wir haben Hupen als Reaktion bekommen. Und ich habe immer noch nicht verstanden, auf welche Zeichen sie reagiert hat. War nämlich grad alles frei … dann nicht mehr. Beim Überholen hab ich sie kurz gemustert – wahrscheinlich wollte sie schlicht nicht Autobahn fahren? Gut, da gäbs alternative Wege …?

Nein, beim Autofahren ist keiner allein. Und an manchen Tagen ist es besonders schwer, umfassend für jeden anderen Verkehrsteilnehmer mitzudenken, alle einzelnen Reaktionen vorausschauend zu fahren. Und dabei ruhig und konzentriert bleiben, die Balance behalten. Tief durchatmen. Und weiter geht’s.

Mittlerweile [*.txt]

Am Anfang war eine Ahnung – dass sich „etwas“ tun muss. Damit unsere Eltern seniorengerecht alt werden können. Es folgten Gespräche, Ideen, Pläne.

Dann kam die Arbeit. Für die ganze Familie. Nicht wenig, aber auch nicht zu viel.

Damit begann die Veränderung. Das Zuhause wurde zur Baustelle. 

Aus Tagen wurden Wochen – wurden Monate – wurden Jahre.

Zwischendurch war schon mal Weihnachten, damals noch alles ganz neu, ungewohnt, vieles unfertig.

Dann kam das zweite Baustellenjahr. Routiniert. Trotzdem immer überraschend. Und niemals langweilig. Nein, ganz bestimmt nicht …

Mittlerweile ist immer noch nicht alles fertig-fertig. Aber es ist wieder Zuhause. 

Fühlt sich gut und richtig an.

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Das zwölfte Wort von Dominiks txt-Projekt lautet „mittlerweile„. 


Für mich ein willkommener Zeitpunkt, das neue alte Zuhause zu definieren:  

Zuhause ist, wo die Liebe wohnt, wo Erinnerungen geboren werden, wo Freunde immer willkommen sind und jederzeit ein Lächeln auf dich wartet …

In unserem Zuhause 

  • wird gelebt
  • geben wir zweite Chancen
  • sagen wir Bitte und Danke 
  • haben wir Spaß
  • werden Fehler gemacht und verziehen
  • ist es mal laut und mal leise
  • geben wir unser Bestes
  • wird getanzt und gelacht
  • ist es bunt und lustig
  • wird geliebt
  • sind wir eine Familie

(Quelle: homesticker.de)

Barbarazweige

Meine Patentante heißt Barbara, deshalb wurde in meiner Familie in meiner Kindheit am 4. Dezember Namenstag gefeiert. Und wenn jemand dran gedacht hat gab es als kleines Geschenk Kirschzweige, frisch geschnitten wurden sie in eine Vase geholt. Und sollten an Weihnachten blühen, das bringt nämlich Glück. Gestern bin ich im Raureif etwas gewandert und hab einen kleinen Strauß gesammelt, je ein Ast, von unterschiedlichsten Obstbäumen. Die dürfen jetzt Raum für Raum wandern und etwas mehr Temperatur annehmen. Und hoffentlich schmücken sie zu Weihnachten auf ganz natürliche Weise das Haus.

Die heilige Barbara gilt übrigens als Schutzpatronin aller Bauherren und Architekten, irgendwie passt das, weil irgendwie haben wir zwar noch Kleingkeiten offen, trotzdem ist die große Baustellenphase beendet. Also hoffentlich ein blühender Abschluss für dieses lange Projekt.

Langfristige Lösung

Gibt ja neben großen immer kleinere Baustellen, die eher überraschend dazukommen. So war die Abdeckung über dem alten Hofbrunnen morsch – statt wieder mit Holz zu arbeiten hat mein Vater irgendwas altes, was (trotz Räumaktion…) rumlag, gefunden, das genau in die Öffnung passte und daraus mit Baustahl und Beton eine Abdeckung gezaubert. Et voila: der Brunnen ist langfristig geschützt. Und kann für den Fall, dass wir ihn doch irgendwann mal wieder brauchen, problemlos geöffnet werden.