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Frühstück ans Bett

An einem Sonntag morgen gibts nichts wirklich besseres, als mit guter Musik aufzuwachen. Schon vor geraumer Zeit habe ich mal bei einer nächtlichen Autofahrt etwas mit dem Titel „Frühstück ans Bett“ gehört. Wie es so ist, ich recherchier dann, schau so – und finde auch noch ein Konzert bei mir in der Nähe. Das ganz schön gut war. Wiener Schmäh, tolle Musiker, die gemeinsam spielen, im Zusammenspiel so wunderbar harmonieren. Einfach schön. Der Mix ist Jazz, Soul, gewürzt mit blendend gelaunter Moderation. Die Themen sind alltäglich, Liebe, Gefühle, Herausforderungen, Fußball, Politik. Pointiert und teilweise spitz formuliert. Wie gut, dass Heimatsound in Österreich noch nicht so ankommt und die 5/8erl in Ehr’n auch Süddeutschland mit in ihr musikalisches Auftreten einbeziehen. Ich freu mich gleich auf diesen Mitschnitt zum Nachhören – und auf „Frühstück ans Bett“.

Philipp Poisel Tollwood 2013

Lieber Philipp Poisel,

es gibt Momente im Leben, die man nicht vergisst. Die man intensiver erlebt, als alles andere. Als gäbs kein vorher, kein nachher. Man ist vollkommen, ohne wenn und aber, in diesem Augenblick. Ist am Leben, lebendiger als sonst. Es zählt nicht, dass man sich seinen Ängsten und anderen Gefühlen oft genug stellen muss, die spielen in diesen Momenten keine Rolle. Man spürt sich, fühlt sich, tanzt – als gäbs kein Morgen mehr. Vielen Dank für einen unvergesslichen Augenblick in meinem Leben, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Der mich überrascht hat, tief bewegt hat, der mir bekannte Musik und Texte völlig neu, anders und unerwartet geschenkt hat.

PP_KOnzert_2Ich war kein großer Fan von dir, hab in der Vergangenheit öfter deine Lieder gehört, manche haben mir mehr, manche weniger gut gefallen. In den letzten Monaten bin ich immer wieder über deine Musik und deine Texte gestolpert, habe mich mit deinem Projekt Seerosenteich beschäftigt. Fands interessant. dann habe ich dich im Tollwood-Programm gefunden – und spontan eine Karte für dein Konzert gekauft. Ich bin ohne Erwartung gekommen, war überrascht, wie unterschiedlich die Altersstruktur deiner Zuhörer war. Ja, ich hab mich mit meinen eigenen Vorurteilen konfrontiert gesehen – und weiß jetzt vieles besser, kann viel besser verstehen, warum man dich nicht nur auf CD hören, sondern live erleben will.

Das Musikerlebnis lässt sich schwer beschreiben, es war alles so anders, so neu, so umwerfend. Das Streichquartett und die Arrangements haben mich umgehauen, mir immer wieder – und das ist wörtlich zu nehmen – den Atem geraubt. Deine Band ist so unglaublich gut, so professionell – und trotzdem hatte ich keine Sekunde Zweifel, dass es allen einfach nur Spaß macht, gemeinsam diese Musik zu machen. Ich erlebe nicht oft Konzerte, in denen mich die Musik so mitreisst, dass ich nicht mehr stillsitzen kann, dass mein ganzer Körper den Rhythmus aufnimmt, ich hatte gestern minutenlang Gänsehaut-Attacken. Dazu bewegen mich deine Texte, ich konnte nicht alle mitsingen, aber ich habe sie gefühlt und gespürt. Es war ein wunderbares Erlebnis, besonders, ein Moment, den ich tief in mich aufgesogen habe, in dem ich mich lebendiger gefühlt habe, als in vielen anderen Momenten des Lebens. Die aber auch nicht so in der Erinnerung haften bleiben.

PP_Konzert_3Am meisten fasziniert mich deine Präsenz als Musiker. Mit der ich nicht gerechnet habe, die mich umgehauen hat. Viele der dazwischen gesprochenen Texte kennt man, wenn man mal einen Konzertmitschnitt gesehen hat. Aber das ist kein Programm, das ist ein Mensch, der über seine Gefühle, seine Ängste, seine Erlebnisse, seine Augenblicke erzählt. Ich hab mich über die vielen Dankeschöns ans Publikum sehr gefreut und möchte auf diesem Weg mein Danke zurückgeben: du bist ein großartiger Musiker. Ich freue mich darauf, mehr von deiner Musik zu hören und zu erleben!

Liebe Grüße von deinem neuen Fan