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Musik am Mittwoch: Wiesn-Hit

Wie immer zur Wiesn-Zeit diskutiert „man“ über DEN Wiesn-Hit. Und wie jedes Jahr muss ich sagen: das ist doch gar nicht die eigentliche Frage. So viele Geschmäcker, so viele Besucher, so viele Bands. Am wichtigsten ist und bleibt, dass die Musiker es schaffen, für gute Stimmung zu sorgen! Und dazu brauchts nicht viel, wie man an aus Fußballstadien bekannten Fangesängen merkt: die sind einfach und eingängig, international – und lassen Zelte mit zehntausend Besuchern binnen Sekunden einstimmen …

Aber jeder hat so seine persönlichen kleinen Favoriten. Bei mir ist es ein Lied, das meist ganz am Schluss als Rausschmeißer gespielt wird, auch am letzten Wiesn-Abend, dann oft mit tausenden von Wunderkerzen und sehr emotionalen Mitsängern. Ein Liebeslied, eine Hymne, herrlich zum Schmachten: „Weils d a Herz hast wia a Bergwerk“. Gehört für mich zur Wiesn wie die Bavaria und das Riesenrad.

Mal wieder eine musikalische Erkenntnis

Ich bekenne mich schuldig: es gibt einige Musiker, die theoretisch machen können, was sie wollen – ich werde es mit fast 100 prozentiger Sicherheit mögen. Trotzdem war ich gelinde gesagt mehr als skeptisch, als ich auf das neue TV-Format „Sing meinen Song“ aufmerksam wurde. Soll das jetzt so was wie The Voice of Germany für Profis werden …? Nun begab es sich zusätzlich, dass ich zur Folge 1 noch im Urlaub war. Kurz: Ich hab’s verpasst, und war nicht traurig. Was soll ich schon groß versäumt haben, ja, Xavier Naidoo, Gregor Meyle, Sasha, Roger Cicero – sollen durch ihre Unterschiedlichkeit doch nur für Quote sorgen … Oder?
Jetzt hab ich dummerweise zufällig die Wiederholung von Folge 2 gesehen, Thema Guano Apes Sängerin Sandra Nasic. In der Theorie meins, gute, ziemlich coole Musik – aber die anderen Stimmen im Vergleich zur Rockröhre? Können doch nur verlieren. Oder?
Was für ein voreingenommener Schnösel bin ich eigentlich? Bin nach der Sendung vom Gegenteil überzeugt: Das ist eine Gruppe sehr außergewöhnlicher Musiker, jeder unterschiedlich, aber jeder Vollblut. Die nicht imitieren, sondern den jeweiligen Song zu ihrem machen. War ziemlich grandios. War von jedem einzelnen ehrlich gesagt begeistert, sogar Volks-Rock’n’Roller Andreas Gaballier hat Lords of the boards einfach nur gerockt. Und Sasha hatte den Überraschungsmoment auf seiner Seite, Open your eyes war ziemlich ziemlich gut in seiner Version …

Hat mich an uns früher erinnert, nicht in Südafrika, ohne Fernsehkameras. Aber ein Musikerfreundeskreis, mit oder ohne Gitarre, Song egal. Jeder bringt sich, seine Stimme und seine Musikalität ein. Wie oft hatten wir Textschwächen, aber jeder hat weitergemacht. Und es war genial. Freu mich auf mehr Sing meinen Song – und bin sehr froh, dass die Mama der Patenkinder etwas loyaler und noch musikbesessener ist, als ich. Und Folge 1 aufgenommen hat. Und da ich den passenden TV-Sender nicht empfange werde ich ab sofort wohl die Online-Version oder Wiederholungen schauen …

PS: Das oben war meine Meinung – und hier könnt ihr eine andere nachlesen … Wie immer: am besten, ihr schaut entweder selber rein und bildet euch eure eigene. Oder eben nicht.

Ich steh nicht mehr still

Tim Bendzko & Band
Tim Bendzko & Band live@Zenith, München

Gestern abend in München. Lieber Stimmgott Tim Bendzko,  liebe wundervolle Cassandra Steen, liebe fantastische Band, vielen Dank für diesen Abend mit euch. Ihr habt nicht nur mich und die beste Konzertfreundin Claudi (danke fürs Bild) begeistert, sondern jeden mitgenommen, der sich auf euch eingelassen hat. Vom Zenith war ich ehrlich gesagt noch nie begeistert, dafür umso mehr von euren Stimmen, eurer Musikalität, eurer Bühnenpräsenz – selten einen Menschen beim Singen so sehr lächelnd, in sich ruhend und strahlend erlebt wie Cassandra. Und Tim, deine Stimme holt mich ab, nimmt mich mit  – fasziniert und berührt mich. Deine lockere Art macht Spaß, lädt zum Mittanzen ein. Schunkeln? Äh, besser nicht. Dafür eine grandiose Setlist, alt und neu gut gemixt. Dazu – für mich unerwartet – Grönemeyer, Was soll das? Und euer Abgang bei der letzten, allerletzten Zugabe: einer nach dem anderen verlässt die Bühne, bejubelt. Am Ende nur noch Schlagzeug und singende Fans. Und plötzlich steht ihr mittendrin im Publikum. In der ersten Reihe – einfach nur sympathisch.

Mein persönliches Highlight: Cello und Akkordeon. Mehr davon! Und  Schlagfertigkeit. Den kreischenden Zwischenruf „Tim, ich will ein Kind von dir!“ mit „Hey, wir wollen jetzt ein romantisches Lied singen, das ist echt unpassend“ zu parieren ist einfach nur  charmant. Das Publikum war sogar für mich überraschend gemixt, von wegen potentielle Schwiegermamas und ihre pubertierenden Töchter. Um uns eine Reihe Herren im mittleren Alter, ich bin immer noch nicht sicher, ob das Papas von Fans im Teenageralter waren? Interessant auch, wieviele Besucher das Konzert durch den Bildschirm ihres Smartphones beobachten. Ich hatte manchmal das Gefühl, nur noch Kameras vor mir zu sehen. Aber ganz ehrlich: jeder nimmt die Erinnerung mit nach Hause, die er mitnehmen möchte. Und am Ende saß die Crew schon bereit, alle mit hellen Sicherheitshelmen, startbereit. Auf uns wartete dafür beim Verlassen der Halle ein sternenklarer Himmel, hell leuchtender Halbmond – und das übliche Münchner Parkplatzchaos, ob die Drängler wirklich daran glauben, dass sie so schneller zu Hause sind?

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Worte und Musik. Ablauf des Abends in den Worten Tim Bendzkos (nicht chronologisch, dafür variierend):

„Ich steh nicht mehr still. Kaum noch Zeit, ich selbst zu sein. Bin aus allem raus, doch für dich schalt ich mein Handy aus. Das geht heut alles wie von selbst, sozialer Kontakt wird überschätzt. Ich feier ne virtuelle Party mit meinen virtuellen Fans. Denn ich bin programmiert, oho, ich bin eigentlich nicht hier. Oho, ich bin an zwei verschiedenen Orten zur selben Zeit und das Absurde daran ist: ich bin nicht alleine hier … Wie fühlen sich echte Sonnenstrahlen an? Ich weiss es nicht mehr. Wie fühlt sich echte Nähe an? Ich weiss es nicht mehr. Wie fühlt sich das echte Leben an? Ich weiss es nicht mehr. Wie fühlt sich echte Liebe an? Ich weiss es nicht mehr. Solange ich träumen kann, gehört mir die Welt. Solange ich träumen kann, form ich sie wies mir gefällt. Solange ich träumen kann, sind die Sterne zum Greifen nah. Solange ich träumen kann, werden alle Wünsche wahr.

Dieser Tag verlangt nur das eine: sag einfach ja, für diese musikalische Reise mit mir. Ich fokussier meine Sinne und leb nur noch im Jetzt und Hier. Glück im Überfluss. Jede Melodie, jeder Ton, jedes Wort, jede Zeile, ist für dich bestimmt, egal wie klein sie sind. Ich schick ein Lied an dich heraus, ich weiss es wird dich finden … Ich will das jetzt, hier, alles. Denn alles was wir sind gibt leeren Worten ihren Sinn, ganz egal wie es klingt, weil du auch ohne Worte unsere Lieder singst. Fühlst du es auch? Lass alles stehen wo es ist. Alles was ich tue, tue ich für den Augenblick. Alles was ich will, ist, dass du glücklich bist. Das geht mir unter die Haut, wie ein warmer Sommerwind. Ich habe es erst nicht geglaubt, dass ich hier nicht alleine bin.  Es ist wie ein Sonnenstrahl, ich kann ihm nicht wiederstehen. Ich will sowas von immer wieder bei dir sein. Wünschte du wärst hier, wünsch es mir so sehr ich – will es immer mehr. Ich will dich immer, immer mehr. Ich brauch viel mehr davon, erst dann fang ich zu leben an. Ich muss leicht sein, ich will über den Wolken sein.Ich muss frei sein, es geht hier alles so schnell vorbei. Ich will viel mehr davon, damit ich atmen kann. …“

Leider: Es ist schon wieder vorbei. Und mir bleibt keine Wahl – ich muss dich bzw. euch wieder sehen ❤

Frühstück ans Bett

An einem Sonntag morgen gibts nichts wirklich besseres, als mit guter Musik aufzuwachen. Schon vor geraumer Zeit habe ich mal bei einer nächtlichen Autofahrt etwas mit dem Titel „Frühstück ans Bett“ gehört. Wie es so ist, ich recherchier dann, schau so – und finde auch noch ein Konzert bei mir in der Nähe. Das ganz schön gut war. Wiener Schmäh, tolle Musiker, die gemeinsam spielen, im Zusammenspiel so wunderbar harmonieren. Einfach schön. Der Mix ist Jazz, Soul, gewürzt mit blendend gelaunter Moderation. Die Themen sind alltäglich, Liebe, Gefühle, Herausforderungen, Fußball, Politik. Pointiert und teilweise spitz formuliert. Wie gut, dass Heimatsound in Österreich noch nicht so ankommt und die 5/8erl in Ehr’n auch Süddeutschland mit in ihr musikalisches Auftreten einbeziehen. Ich freu mich gleich auf diesen Mitschnitt zum Nachhören – und auf „Frühstück ans Bett“.