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Spruch zum Wochenende: Balance

Manchmal braucht es Einfachheit, nicht nur im Gedanken, sondern auch im Tun. Manchmal hilft alles Grübeln nichts, über was wäre wenn. Manchmal hilft nur, statt kompliziert einfach werden. Dinge so nehmen, wie sie sind. „Unsere Aufgabe sollte es sein, eine Balance, einen mittleren Weg zu finden. Wir müssen lernen, uns nicht mit unwesentlichen Aktivitäten und Beschäftigungen zu überfordern, sondern unser Leben mehr und mehr zu vereinfachen. Der Schlüssel zu einer glücklichen Ausgewogenheit im modernen Leben ist Einfachheit.“ (Sogyal Rinpoche)

Das mit den Werten

P1030548Wie ist das mit den eigenen Werten? Wann werden diese geprägt und vor allem: ändern sich Werte im Lauf des Lebens? Ein Thema, über das ich immer wieder sinniere. Vor allem weil ich hin und wieder den Eindruck gewinne, dass Werte gerne mit Zielen verwechselt werden? Nachlesen kann man als Definition vielerorts etwa „Werte sind ein System, das die eigene Identität mit prägt. Es sind Überzeugungen, die wir von unseren Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen übernehmen, sie beeinflussen Denken, Entscheidungen und Tun als oberste Orientierungsinstanz. Sie sind grundsätzlich stabil, aber nicht unveränderlich. Wer nach seinen Werten lebt, ist mit sich im Einklang.“

Meine wichtigste Überzeugung, und damit der für mich elementarste Wert, ist, dass ich sehr dankbar bin, dieses, mein Leben, leben zu dürfen. Ich wertschätze dieses Geschenk sehr, feiere die vielen kleinen kostbaren Momente, die dazu gehören, so gerne so sehr. Zum Beispiel erlebe ich die letzten Tage intensiv, der Frühling schenkt uns unendlich viele kleine Wunder. Ich darf sie wahrnehmen, sie entdecken, sie tief in mich aufnehmen und mich an ihrer Schönheit erfreuen.

Dankbarkeit und Liebe zum Leben, wenn ich versuchen müsste, zu kategorisieren, wären das wohl die Werte, die mich am meisten und schon immer leiten. Dazu ein bunter Mix, Herz und Kopf bestimmen mit, in etwa

  • Menschlichkeit, Feinfühligkeit & Freiheit
  • Liebe, Respekt & Vertrauen
  • Freundschaft & Gemeinschaft
  • Achtsamkeit, Aufmerksamkeit & Bewusstsein
  • Ausgeglichenheit, Zufriedenheit & Balance
  • Heimat & Harmonie
  • Anstand & Wohltätigkeit
  • Sensibilität, Stabilität & Stärke
  • Gelassenheit, Unkompliziertheit & Leichtigkeit
  • Aufrichtigkeit & Höflichkeit
  • Begeisterung, Lebendigkeit & Tatkraft
  • Selbstständigkeit, Gesundheit & Beweglichkeit
  • Großherzigkeit, Güte & Gerechtigkeit
  • Heiterkeit, Optimismus & Hoffnung
  • Selbstsicherheit, Klarheit & Konzentration
  • Wahrheit, Neugier & Entschlossenheit

Interessant, dass es für mich immer „Pakete“ sind, die eine Einheit bilden. Zum Beispiel ist es nicht Gesundheit allein, die mir wichtig ist, ich verstehe, dass zu meinem Wert ganz unabdingbar gehört, voll und ganz bewegungsfähig und selbstständig zu bleiben, also unabhängig von anderen zu sein …

Angeregt zu diesem Text hat mich Brigitte Windt, die aufgerufen hatte, 30 Tage lang die eigenen Werte in den Mittelpunkt zu stellen. Durch ihre Blogparade ist mir einmal mehr klargeworden, was ich wertschätze, an mir selbst, vor allem aber auch an anderen Menschen. Vielen Dank für die kleine Erinnerung!

Sonntagsfreude: Ein Wochenende voll Freundschaft

Wenn die beste Freundin am Wochenende die Familie besuchen kommt, und ich ganz selbstverständlich dazugehöre. Wenn wir uns zu Fuß ein Stadtviertel zurückerobern, das früher so vertraut war. Und dabei so viel Neues entdecken dürfen. Staunen, ob der Ausblicke, die sich da mittendrin eröffnen. Häuserfassaden bewundern, Kleinode mitten in der großen Stadt. Und wieder mal spüren, was Voralpenland heißt.

Wenn wir uns bei Sonnenschein durch die Straßen Schwabings treiben lassen, wunderbare Orte entdecken. Und von der Tochter des Hauses, von Lächeln und von Gerüchen verzaubert werden.

Wenn wir uns so freuen, zusammenzusein. Wenn wir uns im Café und Lokal als tolle Gäste gewertschätzt fühlen dürfen, Kellner uns sehr gut versorgen und mit uns Lachen, wir uns alle gegenseitig zum Strahlen bringen. Wenn der Tag mit reflektierten Gesprächen und wertvollen Impulsen ausklingt.
  Wenn wir uns austauschen, wenn wir reden, wenn wir uns so darüber freuen können, dass die Kellnerin doch noch ein Stück vom Lemoncurt-Kuchen gefunden hat. Es uns mit 2 Gabeln hinstellt. Und wir wissen, wem wir damit eine noch größere Freude bereiten können.
Wenn der Mann der besten Freundin sich mit uns wohlfühlt, obwohl er hundemüde ist ganz lang mit uns aushält. Und die zwei so süß Händchenhalten …  

 Wenn der Sonntag morgen mit einem wundervollen Frühstück beginnt, das eine Freundin der „kleinen Schwester“ im fabelhaften kleinen Café Clara für uns mit viel Liebe und noch mehr Herzblut zubereitet.
 Wenn wie uns alle so viel zu erzählen haben, dass uns das kunterbunte Treiben rundum nicht vom Gespräch ablenken kann. Wenn die beste Freundin mit Mann sich auf die stundenlange Heimfahrt schmeißen, wir zu dritt noch sitzenbleiben und ich merke: ja, da gehör ich ein Stück weit einfach so dazu …

Wenn ich jeden Moment genieße, weil #meinherztanzt

Danke 2015

Es ist der letzte Tag des Jahres, Zeit, Danke zu sagen – an alle, die mich begleiten, als stille Leser, mit Kommentaren, Anregungen und Gedanken durch das Jahr. Ich wünsche euch einen sicheren Rutsch und einen guten Start für 2016. Und kann nur wiederholen, was ich schon letztes Jahr geschrieben habe: „Rückblickend habt ihr mit mir so oft herzlich gelacht, vielleicht auch mal geweint. Ihr habt durch das Lesen zugehört und mit mir geredet, nachgefragt oder einen Rat gegeben. Manchmal war es wie eine Party, aber es waren auch viele ernste Momente dabei. Manchmal habt ihr mit mir geträumt, vielleicht auch mal gesungen und getanzt … Schön, dass es euch gibt.“  Ich freue mich, wenn ihr mich auch 2016 begleitet, sehr sogar.
Für meinen kleinen persönlichen Jahresrückblick habe ich mir Fragen von der Brigitte ausgeliehen, auf die ich – hoffentlich – kurz und knapp Antworten kann:

1) Habe ich mich weiterentwickelt? Wenn ja – in die richtige Richtung?
Das kann ich guten Gewissens mit ja beantworten, ich habe viel dazugelernt und hab weit mehr geschafft, als ich mir selbst zugetraut hätte.

2) Habe ich mir meine Träume bewahrt oder sie aus dem Blick verloren?
Trotz viel zu viel Drecksarbeit war ich im Leben selten näher dran an einem erfüllten Traum.

3) Tun mir die Menschen in meinem Leben gut?
Mein engster Kreis tut mir sehr gut, von allen, die mehr Energie fressen, als sie spenden, hab ich mich in den letzten Monaten bewusst distanziert, um mir meine kostbare Balance zu bewahren.

4) Was war mein schönstes Erlebnis im letzten Jahr?
Da waren so viele Glücksmomente, dass es mir schwerfällt, einen einzelnen herauszugreifen – aber ein schönes Gefühl war es definitiv jedes Mal, wenn ich strotzend vor Schmutz in die Dusche steigen konnte, mich waschen. Und fast jedes Mal hatte ich dieses Dankeschön im Kopf: wie gut, dass ich in unserer modernen Zeit leben darf, den Luxus von fließendem, sogar warmem Wasser genießen darf …

5) Was hat mich wütend gemacht – und welche Konsequenzen habe ich daraus gezogen?
Anders als früher wandle ich Wut schnell in konstruktives Tun um. Statt mich viel und lang über etwas zu ärgern? Gibts etwas zu tun, Hände zu beschäftigen, Gedanken zu ordnen, Nachdenken. Falls es dann noch etwas zu sagen gibt, dieses ruhig und überlegt tun. Ansonsten keine unnötige Zeit in das unschöne Gefühl der Wut investieren …

6) Welche neuen Leute habe ich kennengelernt?
Ich habe kaum neue Leute kennengelernt, aber Menschen in entsprechenden Situationen neu kennenlernen dürfen. Zum Beispiel das hilfreiche Nachbarschafts-Netzwerk, das sich um die Familie meiner Schwester gekümmert hat, als sie krank aus dem Urlaub nach Hause kamen.

7) Aus welchem Erlebnis des letzten Jahres kann ich am meisten lernen?
Ich funktioniere für andere, das wird auch dann (aus)genutzt, wenn meine eigene Balance schwieriger zu halten ist, weil ich durch eine Baustelle doppelt gefordert bin, wenig Zeit und Raum für mich bleibt. Was alles ich aus dieser Erkenntnis gelernt habe wird sich zeigen. Für den Moment distanziere ich mich bewusst von Menschen, die mich Energie kosten.

8) Habe ich meine Ziele zu hoch gesteckt – oder zu niedrig?
Genau richtig, die Renovierung ist ein großes, ehrgeiziges Ziel, das ich neben Job und sonstigen Verpflichtungen gut hinbekommen habe. Was mir im Vorfeld nicht bewusst war, ist, dass die Konsequenz so eines zusätzlichen Projektes eine durchlaufende 7-Tage-Woche ist. Denn auf einer Baustelle ist immer etwas zu tun. Und das endet auch noch nicht, es sind immer noch viele viele Kleinigkeiten, die erledigt werden müssen. Und irgendwann 2016 beginnt dann noch mal der Außenputz …

9) Habe ich den Menschen, die mir wichtig sind, dies oft genug gezeigt?
Aus meiner Perspektive habe ich das.

10) Welches Ereignis hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben?
Es ist kein Ereignis, eher ein Prozess, der mich seit Jahren begleitet: das Leben ist so getaktet, Tage in Termine und To-Dos aufgeteilt. Ich nutze die Pausen dazwischen, auch wenn es gar keine echten Pausen sind. Autofahrten zur Arbeit, ein kleiner Umweg auf dem Heimweg, ein Spaziergang, ein gutes Buch. Ich lerne den Augenblick von Jahr zu Jahr mehr schätzen. Merke, wie gut es tut, einmal tief und bewusst ein-und auszuatmen.

11) Habe ich genug von dem gemacht, was mich wirklich glücklich macht?
Ja, definitiv, mehr als genug. Und ich bin sicher, dass das nicht lange anhält, aber in den letzten zwei Wochen hat mich sogar Putzen glücklich gemacht. Sollte ich festhalten, weil es sicher Momente gibt, wo ich das äußerst ungläubig lesen werde 😉

Für das neue Jahr habe ich diesen Spruch gefunden, der perfekt zu meiner Erwartung passt: „Glück ist, mit den richtigen Menschen die richtigen Momente zu erleben.“ (Herzmomente)