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Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (18)

Es gibt diese Tage, an denen man am liebsten Bahnfahrer wäre. Einsteigen, sich im gemütlichen Sitz zurücklehnen, den Blick aus dem Fenster schweifen lassen, die Gedanken auf alles und nichts lenken. Ankommen, aussteigen. Gut is.

In solchen Momenten sitze ich meist im Auto, nix geht mehr, weder vor, noch hinter mir. Um mich rum staut es sich, es stürmt. Aus irgendeinem Grund stockt der Verkehr. Dann kommt im Radio der aktuelle Spot: Bahnfahren, schneller ankommen, sich um nichts kümmern müssen, und günstiger ist es auch noch.

Na ja, also im Idealfall. Weil ein paar Augenblicke später kommt dann die Durchsage, dass auch die Züge stehen oder Verspätung haben. Ein paar Strecken durch umgestürzte Bäume nicht bedient werden. Und und und.

Spätestens, wenn dann der Verkehr wieder fließt, ich warm im Auto sitzen darf, meine Musik, meinen Radiosender hören darf, ich mich zwar langsamer als sonst, aber dennoch vorwärtsbewege – dann bin ich auch wieder ein kleines bisschen dankbar.

Und eine Beobachtung: Sturmnächte entfesseln auch viele Autofahrer, kein Spaß!

Sonntagsfreude: Pläne

Manchmal macht man Pläne – und dann kommt alles anders. Meine Patentante war diese Woche im ICE unterwegs zu ihrer Freundin im Noden, dann kam der Sturm, sie ist heil bis Hannover gekommen, saß dann wie so viele im Zug fest. Am Abend wurden sie und ihre Mitreisenden in einem Hotel untergebracht. Aber auch am nächsten Tag konnte sie aufgrund der Streckenlage das geplante Ziel nicht erreichen. So kam es, dass sich der Ehemann der Freundin gegen Mittag im Auto auf den Weg machte. Insgesamt hat er Freitag mehr als 400 Kilometer auf den zum Glück bereits geräumten Straßen zurückgelegt, um die Freundin seiner Frau sicher zu sich zu holen. Zwischenzeitlich lassen es sich die Damen in und um die Hansestadt Stade gut gehen, waren in Himmelpforten, genießen die gemeinsame Zeit und die Schönheit des Nordens. Schön, wenn alles anders als geplant ist und man trotzdem das Beste draus macht?

Fürs Wochenende hatte ich nicht viel geplant, jetzt bleib ich eben mal krank im Bett, ist auch ok. Und die bezaubernde Nichte plant in der Zwischenzeit einen Mädelsabend nächstes Wochenende – und bis zu ihrem Geburtstag sind’s auch nur noch zwei Monate, die Ideen nehmen Gestalt an.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Sonntagsfreude: Sonne satt

Ich mag den Winter, wegen mir könnte es gerne noch etwas kalt bleiben … da aber wohl in den nächsten Tagen Tauwetter einsetzt hab ich Sonne, Schnee und blauen Himmel noch mal sehr für Draußen-Zeit genutzt. Gestern für die Einkaufstour mit meiner Mama, die sie sich gewünscht hat. In der nahen Kleinstadt hat sie im Geschäft ihres Vertrauens zwar nicht den Mantel bekommen, wegen dem wir hinsollten. Aber sie hat eine schöne und vor allem molligwarme Daunenjacke gekauft, und einen Pulli, in den sie sich spontan verliebt hat. Und eine neue Jeans. Dass ich auch was gefunden habe muss ich wahrscheinlich nicht betonen …

Heute Nacht war sternklare Sternschnuppennacht. Kann man nach einem etwas sonderbaren Abend noch mehr genießen. Heute Vormittag haben wir schon eine schöne Runde durch glasklare Luft in den Hallertauer Wäldern gedreht, danach waren mein kleiner Bruder und seine Verlobte zu Besuch. Und eben hab ich eine zweite Sonnenrunde gedreht – und zum Abschluss des Wochenendes den Eisstockschützen beim Schieben der Stöcke zugeschaut und -gehört. Eine eigene Sprache – und sogar ein Stock ist kaputtgegangen. Da mussten alle Herren gleich ein „Stock-kaputt-Bier“ trinken …

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita

Das mit mir und dem öffentlichen Nahverkehr

20140805-092812-34092910.jpgIch fahre gern Auto. Am liebsten würde ich vor allem dann gerne Auto fahren, wenn das aus Gründen nicht möglich ist – wie vergangene Woche, als der kleine Franzose in der Werkstatt war. Nicht deshalb, weil es keine Alternativen gibt. Sondern schlicht, weil der öffentliche Nahverkehr und ich keinen guten Draht zueinander aufbauen. In meiner Schulzeit gab es keine Alternative zum Schulbus. Täglich 45 Minuten einfache Fahrt. Da meine Station die erste auf dem Schulweg war konnte ich mir zumindest einen genehmen Sitzplatz wählen. Später im Studium war ich ebenfalls auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, oft ohne Sitzplatz. Seitdem ich arbeite bevorzuge ich, vor allem frühmorgens allein mit mir und meiner Musik in der schützenden Umgebung meines Autos zu sein. Ich mag noch nicht reden, mag noch niemanden beachten müssen.
Konkret musste ich letzte Woche meinen Arbeitsweg von München aus koordiniert bekommen. Und war wirklich positiv überrascht, wie gut die Netzabdeckung durch Bus und Bahn ist. Mit den Öffentlichen dauert mein Arbeitswegs mit mindestens 2 x Umsteigen etwas über 90 Minuten, wenn alle Anschlüsse klappen. Zum Glück habe ich Arbeitskolleginnen, die mich mehrmals mitnehmen konnten. Denn durch die Mitfahrgelegenheit spart man doch deutlich Zeit.
Was mir wieder aufgefallen ist: Fahrpläne und vor allem der benötigte Tarif stellen mich als Wenig-Nutzer vor ein Rätsel. ich kann nur mutmaßen, dass ich die richtigen Tickets hatte, denn auf Fragen habe ich von verschiedenen Mitreisenden sehr unterschiedliche Tipps erhalten … Dann war ich mehrfach schneller unterwegs, als laut Fahrplan, weil ich oft sogar mehr als eine Verbindung überspringen konnte? Oder die angegebenen 5 Minuten Fußweg weniger als eine Minute gedauert haben?

Fazit: Es hat alles funktioniert – und ich bin sehr froh, dass ich jetzt wieder Autopendler bin.

Anekdote: Auf der letzten Zugfahrt Richtung Werkstatt saß ich neben einer Familie, Großeltern, Mama und 3 Mädels, die mit reichlich Gepäck unterwegs in die Ferien waren. Sie zeigten beim Schaffner ein Bayernticket für 5 Personen vor – und ein Schuljahreszeugnis. Denn: wer da eine Eins drin stehen hat darf kostenlos die Regionalzüge der Bahn nutzen. Eigentlich galt das nur am ersten Ferientag, aber der Schaffner hat ein Auge zugedrückt.