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Sonntagsfreude: 8

Kurz vor knapp: Geburtstage feiern fördert psychologisch auch die Sehnsucht nach dem Gewohnten. Insofern kam gestern das Heimweh nach dem alten Zuhause und die Unzufriedenheit mit der neuen Umgebung mit voller Wucht durch … und wenn die bezaubernde Nichte an Herzschmerz leidet. Da blutet das Tantenherz mit.

Heute haben wir die doppelt runde 8 trotzdem mit viel Freude und wunderschönen Momenten gefeiert. Noch nicht mit neuen Freunden, denn für den Begriff Freundschaft ist es zu früh. Aber mit netten Mädels. Alle etwas älter, alle kennen sich schon länger. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben wir ein nettes erstes Geburtstagsfest im neuen Zuhause gefeiert. Trotz Dauerregen ohne Lagerkoller. Und den „Prinzessinnenturm“ fanden alle toll – morgen kommt schon die erste wieder, zum Spielen im 2. Stock.

Wir Erwachsenen finden: ein guter Anfang. Mal sehen, was sich draus entwickelt.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.
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Knuspriges Baguette

Nicht mehr arbeiten zu müssen bedeutet, dass ich Zeit im Überfluss habe – zum Beispiel für Kochexperimente. In den letzten Jahren experimentiere ich immer mal wieder, selber Brot zu backen, weil der Bäcker schon zu hat, bis ich Einkaufen gehen konnte. Aber auch, um zu wissen, was drin ist. Ein paar Versuche, selbst Baguette zu machen, sind kläglich gescheitert, weil das Ergebnis einfach nicht geschmeckt hat. Mit diesem Rezept hat es jetzt schon doppelt und geschmacklich sehr zufriedenstellend funktioniert.

Zutaten:

  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • ca. 1/4 Würfel Hefe
  • 1 Prise Zucker
  • 375 g Mehl (am besten unterschiedliche Sorten nach Geschmack, ich habe beim zweiten Versuch Dinkel und Weizen zu gleichen Teilen gemischt)
  • 1 Teelöffel Salz

Zubereitung:

  • Hefe und Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen, mit dem restlichen Wasser, Mehl und Salz unterrühren. Das ergibt einen eher flüssigen Teig, der sich nur schwer vom Rand löst.
  • Teig in der mit einem Geschirrtuch abgedeckten Schüssel an einem warmen Ort etwa 90 Minuten gehen lassen, er soll sich verdoppeln.
  • Backofen auf Umluft, 240 Grad, ein tiefes Backblech mit Wasser füllen und auf die unterste Schiene schieben.
  • Den klebrigen Teig aus der Schüssel auf ein bemehlte Arbeitsfläche gleiten lassen, mit Mehl bestäuben. Mit einem Teigschaber in zwei Portionen aufteilen und ganz grob zwei längliche Formen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben.
  • Baguette auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten goldbraun backen, auf einem Gitter auskühlen lassen.

Schmeckt am besten frisch, aber auch noch am nächsten Tag 😋

Aus der Weihnachtsbäckerei

Ich suche ja öfter mal nach „was mit Marzipan“, in diesem Jahr hab ich einen weihnachtlichen Nusszopf gefunden und ausprobiert, so wird er gemacht:

  • 1 Würfel Hefe in 250 ml lauwarme Milch bröckeln und für ca. 10 Minuten zum Vorteig gehen lassen,
  • dann mit 500 g Mehl, 1 Ei, 2 Prisen Salz, 1 Prise Zimt, 80 g Butter, 50 g Zucker und etwas Orangenschalenabrieb zu einem gleichmäßigen Hefeteig verkneten.
  • Diesen für wenigstens eine Stunde an einer warmen Stelle gehen lassen, er muss sich mindestens verdoppeln.
  • Einen großen Apfel schälen und sehr fein reiben. Mit je 100 g gemahlenen Mandeln und gemahlenen Haselnüssen mischen.
  • 200 g Marzipanrohmasse fein reiben, mit 2 TL Apfelsaft zur Apfel-Nussmasse geben, mit 50 g Zucker, 1 Prise Salz und je 1 Msp. Zimt und Lebkuchengewürz zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten.
  • 2 Eiweiß steif schlagen und zusammen mit 150 g Aprikosenmarmelade zur Füllung geben und unterheben. Alles gut zu einer Art Paste verrühren.
  • Den Hefeteig auf einer bemehlten Fläche nochmal kurz mit den Händen durchkneten und zu einem etwa 65 auf 50 cm großen Rechteck ausziehen bzw. ausrollen. Gleichmäßig mit der Nuss-Paste bestreichen.
  • Jetzt der Länge nach aufrollen und die Rolle in der Mitte der Länge nach komplett einmal durchschneiden. Die beiden Stränge mit der Schnittfläche nach oben miteinander verschlingen und in einem Kreis auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.
  • Wer mag streut eine Handvoll Haselnüsse verteilt darüber.
  • Nusszopf in ca. 30 Minuten goldbraun backen.
  • WICHTIG: Nach 15-20 Minuten nachschauen, wenn der Kranz schon gut gebräunt ist mit Alufolie abgedeckt fertigbacken.
  • 150 g Puderzucker mit etwas Milch und Vanillearoma zu einem Zuckerguss verrühren und auf dem heißen Nusskranz verstreichen.
  • Abkühlen lassen und gut verpackt über die Weihnachtstage schmecken lassen 😋

PS: In zahlreichen Rezepten kommt Rum in den Zopf, mein erster Versuch war aber so schnapslastig, dass ich beim zweiten darauf verzichtet habe …

Das mit dem Lebkuchenteig

Wenns um Ideen für Kindergeburtstage geht, die viel Arbeit, aber auch viel Spaß machen, bin ich bekanntermaßen ganz vorne dabei – jetzt feiern wir Samstag nicht die erste Party der bezaubernden Nichte, dazu ist es der 7. Geburtstag, also eine magische Zahl. Da muss was besonders her. Gewünscht hat sie sich: Reiten, gutes Essen, Basteln …

Also wirds wieder ein Geburtstag im Pferdestall, statt 1 Pferd für viele Kinder wie vor 2 Jahren soll es dieses Mal ein Pony pro Kind sein. Danach gibts Kuchen und Nudelsalat, die Oma muss ihr einen Igelkuchen machen – nur beim letzten Punkt war guter Rat teuer. Weil irgendwie gabs ja alles schon mal. Und meine Idee, gemeinsam Plätzchen zu backen, wär zwar super – geht aber im Reiterstüberl wegen nicht vorhandenem Herd nicht … also weitergedacht: Wieso bastelt nicht jedes Kind ein Lebkuchenhaus, zum mit nach Hause nehmen? Dann brauchts auch keine Gastgeschenke. Entschieden, so wirds gemacht.

Also hab ich am Wochenende Lebkuchen gebacken. Zweimal, weil der erste Teig war außer knochenhart und hässlich mal gar nix. Der lies sich erst nicht ausrollen, danach aber ganz bestimmt nicht schneiden. Den ersten hatte ich aus den Weiten des www, war von einer Userin als „super einfach und perfekt für Lebkuchenhäuser“ angepriesen worden. Von wegen! Da gabs dann auch eine vorsichtige telefonische Nachfrage der Nichte, ob denn schon noch alles klappen würde? …

In so einem Fall geht Frau auf Nummer sicher, es gibt ein Kochbuch, auf das in unserer Familie verlässlich zurückgegriffen wird, Hedwig Maria Stubers „Ich helf dir kochen“. Da klappt einfach jedes Rezept, wie auch die Honiglebkuchen, die ich zwar leicht abgewandelt habe, aber: wir haben genug Material für 10 Lebkuchenhäuser. Ich hab sogar ein paar Teile extra gemacht, falls was bricht. Und für Deko hats auch gereicht 😉