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1.01

Während ich meinen 5. Kontinent besucht habe, hat sich Nichte 2.0 in ihr zweites Lebensjahr entwickelt, der erste Monat im zweiten Jahr bzw. der 13. Monat in der Zusammenfassung:

  • Sie läuft, noch etwas wacklig und kurze Distanzen, aber es klappt von Tag zu Tag besser
  • Gegessen wird alles, gerne auch gewürzt – auch so manches, was sie lieber nicht essen sollte. Nur wenn ein anderer was hat will sie das partout auch kosten. Füttern wird notgedrungen akzeptiert, eigentlich ist selber essen angesagt, da dabei aber so viel daneben geht praktizieren alle einvernehmlich eine Symbiose.
  • Schlafen ist unverändert nicht ihr Hobby, weder tagsüber noch nachts, sie wehrt sich regelrecht mit Händen und Füßen gegen das Einschlafen. Ach, wenn wir zwei doch nur tauschen könnten – ein Vormittags- und ein Nachmittagsschläfchen, für mich klingt das zu verlockend … wahrscheinlich wird sie später mal über diese Schilderung schmunzeln 😉
  • Zähne bekommen ist großer Mist, „zum Glück“ kommen anscheinend 4 Schneidezähne auf einmal, das ist besonders toll – bedeutet gerade eine Menge Drücken und blöde Schmerzen, und damit einhergehend viel Geschrei
  • Noch sind die Worte unverständlich, aber sie „spricht“ mittlerweile fast so viel und vor allem laut wie ihre Umgebung. Und versteht jedes Wort, bei Fragen nickt sie oder schüttelt energisch den Kopf.
  • Trinken ist überlebensnotwendig, toll, dass sie Durst ganz deutlich zeigt und von sich aus wirklich reichlich Flüssigkeit fordert, auch darin ähnelt sie ihrer großen Schwester.
  • In der Babyschaukel darf man sie gerne ganz wild und hoch schubsen, sie lacht und findet es großartig. In der großen Schaukel auf dem Spielplatz muss sie auch unbedingt bei jedem Besuch sitzen, allerdings hält sie sich da alleine gut fest und es darf nur ganz sacht geschaukelt werden – oder sie lässt sich von der großen Schwester guuuut festhalten.
  • Wenn die an einem Sommerbiathlon teilnimmt kann man sie übrigens mit lauten Rufen und Klatschen prima anfeuern. Also wenn man nicht zu sehr vom Geschehen rundrum abgelenkt ist. Zum Glück haben Tante Keks und Tante Coco gut aufgepasst, und rechtzeitig angefeuert …
  • Wir zwei genießen zwischenzeitlich unsere Ausflüge mit dem Kinderwagen und entdecken unterwegs ganz schön viel: Störche, Enten, Gänse, Hühner, Puten, Tauben, ein Reh, einen Hasen und ganz viele Küken. Und Hunde. Und Kühe. Eigentlich werden wir ja losgeschickt, damit sie schläft – da brauche ich aber Ausdauer. Also insgesamt muss ich mindestens 2 Stunden schieben, weil meist schläft sie frühestens so nach eineinhalb Stunden ein – wer dann stehenbleibt hat verloren: mit stehendem Gefährt werden direkt die neugierigen Äuglein geöffnet … für mich nicht schlecht, ich bewege mich und darf meine Gedanken frei laufen lassen. Also für uns beide ein perfekter „Deal“.
  • Lieblingsspiel ist gerade putzen, also einen Lappen nehmen und den Tisch abwischen, oder ihren Kindersitz, oder den Boden drunter. Praktisch, wenn man da noch „essen für später“ findet, das wird dann weggehapst.
  • Das Haar wächst, die Mama hofft, dass die Locken der großen Schwester auch bei ihr durchkommen. Egal, so oder so trägt die modebewusste kleine Dame jetzt immer eine Spange, um den Pony aus dem Gesicht zu haben.

Spruch zum Wochenende: Das erste Lebensjahr

Vor einem Jahr war die Anspannung groß, die letzten Stunden, ehe Nichte 2.0 endlich „da“ war. Ich kann mich so gut erinnern, wie der kleine Neuling Teil unserer Familie wurde. Die letzten 12 Monate waren so intensiv, jeder Entwicklungsschritt dieses ersten Lebensjahres so unglaublich spannend. Liebe und Urvertrauen, das ist, was die Zeit vor allem geprägt hat. Und was unserem jüngsten Familienmitglied definitiv von allen Seiten, vor allem von ihrer großen Schwester und ihren Eltern, entgegengebracht wird. Es bleibt spannend, aber erst mal wird am Wochenende Geburtstag gefeiert, ich hoffe, das kleine Geburtstagskind freut sich genauso drauf wie wir „Großen“. Und wir sind alle so gespannt darauf, wie sich dieser kleine Mensch weiterentwickeln wird:
„Der Anfang der Entwicklung ist der wichtigste Teil, besonders wenn es sich um ein junges und zartes Geschöpf handelt; denn dies ist die Zeit, in der der Charakter geformt wird.“ (Platon)

Der 10. Monat

  • Ein aufregender Monat war das für Nichte 2.0. Kaum war die große Schwester wieder gesund und in der Schule hatte sie die Windpocken … sehr viel mehr muss ich dazu nicht schreiben, zum Glück wird sie sich nicht dran erinnern. Und hoffentlich später über die Streuselkuchenbilder lachen können, der kleine Körper war von Pusteln übersät. Aber sie ist bereits wieder quietschfidel.
  • Schon davor hat sich die Mobilität quasi innerhalb von Stunden potenziert. Nachdem wir uns alle etwas Gedanken hinsichtlich des einbeinigen Krabbelns gemacht hatten wurden Experten befragt. Zwischenzeitlich ist klar: es gibt keinen körperlichen Grund, warum sie immer nur auf einer Seite das Bein mit einsetzt, insofern amüsieren wir uns jetzt über die temporeiche Fortbewegung. Und klar ist: es gibt keine sicheren Plätze mehr, denn sie kommt überall hin und zieht sich überall hoch …
  • Neben Brabbeln, Krähen, Gurren, Plappern, Schreien, Flüstern hat sie das Singen für sich entdeckt. Gut, dass in mir wenig vom Ehrgeiz meiner Schwester steckt, sonst würde meine kostbare Freizeit wohl in Gesangsstunden und musikalische Frühförderung umgewandelt 😉
  • Ma-mma, Ba-ba, Om-ma … die ersten Worte kommen, nicht immer korrekt zugeordnet, aber wer will da Bitteschön so kleinlich sein?
  • Die Welt wird spielerisch erkundet, allerdings schafft es aktuell kein Spielzeug und keine Beschäftigung, die kleine Wespe dauerhaft zu fesseln. Kommt durchaus vor, dass das mitspielende Personal immer noch versucht, einen Turm zu bauen, obwohl längst was anderes interessant ist. (So schwierig, gutes Personal zu finden … )
  • Großartig ist es, am großen Panorama-Fenster kniend oder stehend die Vögel im Garten zu beobachten und das zu kommentieren. Oder ist das nicht doch nur Vorwand, um die von Mama und großer Schwester liebevoll angebrachte Raupe-Nimmersatt-Deko abzureißen …?
  • Alles essen ist quasi nur noch eine winzig kleine Entfernung entfernt, das wird herrlich. Spätzle mit doch etwas scharfer Soße von der Oma wurden schon mal getestet und für gut befunden (das Verziehen des Gesichts soll alle vom Gegenteil überzeugen, aber wir fallen nicht drauf rein …)
  • Die große Schwester hat der kleinen ihren Platz abgetreten und sitzt jetzt auf der Bank, Nichte 2.0 thront im Kinderstuhl am Tischende.
  • Ich hab schon mal erwähnt, dass Wagerlfahren so gar nichts für sie war, das ist neuerdings gaaaanz anders, jetzt sitzen wir ja auch und können neugierig alles in Augenschein nehmen, was um uns rum passiert. Normalerweise schlafen wir dann irgendwann kurz ein …
  • Wie die große Schwester begeistert sich Nichte 2.0 für Tiere, die Hasen sind wie Kino, die Miezekatze ist der Hit und am Wochenende war das jüngste Familienmitglied live dabei, als die Gastkälber auf der Sommerweide am großelterlichen Bauernhof angekommen sind.
  • Vor ein paar Tagen musste ich akut an meinen jüngsten Bruder denken, wie der „kleine“ Onkel als Baby verschränkt sie die Hände hinter den Ohren bzw. dem Kopf und lehnt sich zurück. Bei ihm war das damals ein untrügliches Signal für Müdigkeit, meist schlief er eine Minute später, tief und fest. Am liebsten unter dem Tisch 😉
  • Nicht zu vergessen: die große Schwester vergöttern, ihr alles nachmachen, nachplappern, sie immer anstrahlen und anlachen.
  • Endlich ist das Fremdeln nach Augenblicken vergessen. Diese Woche darf die Mama allein zum Seminar fahren, der Papa hat für den Notfall die beiden Omas als Kriseninterventionsteam in Bereitschaft …