Schlagwort-Archive: autofahren

Inserat: Nachhilfe für Autofahrer bei gedachtem Schneechaos gesucht

Die nächste Episode aus meinem Autofahrerleben – mit den wirklich langweiligen Details will ich euch ganz bewusst verschonen.

Statt dessen dachte ich mir, ich inseriere hier mal vorsorglich für die Autofahrer in der Region: gesucht wird ein Fahrlehrer, der einheimischen Autofahrern beibringt, dass es nicht unbedingt glatt sein muss, auch wenn das im Radio so gesagt wird. Der für die Bewohner der Ammerseeregion quasi ein Fahrsicherheitstraining anbietet, damit sie mit ihrer Fahrweise nicht andere Autofahrer aufhalten oder gar gefährden. Der ganz deutliche Tipps gibt, wie man herausfindet, ob eine Fahrbahn glatt ist – oder eben nicht. Und was ein angepasstes Fahrtempo für winterliche Straßenverhältnisse, eis- oder schneebedeckte Fahrbahnen ist. Vor allem: was eine eis- oder schneebedeckte Fahrbahn oder winterliche Straßenverhältnisse sind.

Und für mich suche ich nach einer CD oder einem Podcast zum Thema „Gelassenheit im Straßenverkehr“, trotz widriger Umstände.

Wer sich bewerben möchte: ihr werdet rund um den Ammersee dringend gesucht. Für alle anderen guten Tipps bin ich einfach nur dankbar 😉

Erzieher im Straßenverkehr

Ich begegne Ihnen immer wieder, den Erziehern im Straßenverkehr. Meist sind es ältere Herren, häufig fahren sie Automodelle aus deutscher Herstellung, bevorzugt aus bayerischen Landen, manchmal auch aus der Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Auffällig ist, dass sie durch einen in ihren Augen begangenen Fahrfehler auf andere Autofahrer aufmerksam werden und sich anschicken, diesen durch eine regelrecht aggressive, manchmal äußerst fahrlässige Fahrweise zu einem besseren Fahrverhalten zu erziehen. So geschehen heute morgen: ich hatte einen älteren Herrn vor mir, der mir mit erhobenem Zeigefinger durch den Rückspiegel etwas zugefuchtelt hat. Und geschimpft, gezetert, gewettert … Kennengelernt haben wir uns, weil er an einer Supermarktsausfahrt einfach in den fließenden Vorfahrtsverkehr eingefädelt ist. Ohne sich um andere Autofahrer auf der vorfahrtsberechtigten Straße zu kümmern, zum Beispiel um mich, die angesichts seiner flotten Fahrweise doch sehr abbremsen musste. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, worauf er mich im späteren Verlauf unseres Kontakts aufmerksam machen wollte. Diese Aktion war es offensichtlich nicht, denn da hat er mich weder direkt neben sich noch im Rückspiegel wahrgenommen … Wahrscheinlich bin ich ihm beim Verlassen der Ortschaft zu dicht aufgefahren, ist auch wirklich unverschämt von mir, da Gas zu geben. Ich bin ihm auch nicht wirklich aufgefahren, habe lediglich Gas gegeben und musste diese Aktion dann abbrechen – weil er noch nicht bemerkt hatte, dass die Ortschaft vorüber ist und stur mit knapp unter 50 Stundenkilometer weitergefahren ist. Danach hat er mit seinem erhobenen Zeigefinfer einige wirklich gefährliche Fahrmanöver vor mit vollzogen, mehrfach auf der falschen Fahrbahn … ich fühlte mich bedroht und habe einen enormen Sicherheitsabstand eingehalten. Was ihn nicht davon abgehalten hat, bei freier Straße auf einer Verbindung, auf der man auch mal die 100 erlaubten Stundenkilometer fahren könnte, teilweise auf den Stand herunterzubremsen. Nicht nur auf unserer Fahrbahn. Auch die Fahrer auf der anderen Straßenseite fühlten sich mitunter stark verunsichert, sind weit ausgewichen und haben auch mal mit Lichthupe oder Hupe auf sein Verhalten reagiert. Und trotz gründlichem Nachdenken: ich hab immer noch nicht verstanden, was er mir mit seinem deutenden Zeigefinger beibringen wollte. Ich hoffe doch nicht, dass er will, dass ich seine Fahrweise nachmache?

Ich bremse …

… für Hühner. In der Ortschaft fahre ich 50 km/h, oder etwas schneller. Auch wenn hinter mir ein Lieferwagen fährt, der es schrecklich eilig hat. Und wenn ein verrücktes Huhn auf der Straße rumläuft bremse ich, statt es zu überfahren – und riskiere wütendes Gehupe hinter mir. Mal ganz ehrlich: ist die eine Minute, die der Paketzusteller da heute durch mein Verhalten verloren hat, wirklich das Leben eines anderen Lebewesens wert? … Ich bremse, für alle Lebewesen. Wenn ich kann. Und Punkt.

Unterm Sternenhimmel

Ich stehe in einer Vollsperrung, auf der Autobahn. Vor mir ein großer Unfall, ich war zum Glück etwas langsamer unterwegs heute. Hinter mir stehen unzählige Autos mit ungeduldigen Fahrern, viele LKWs, alle wollen heim, weiter, ankommen, wegkommen. Ich bin froh, hier zu stehen. Und nicht betroffen zu sein. Über uns kreisen Hubschrauber, durch die Rettungsgasse kamen eine Menge Krankenwagen und die Feuerwehr. Aktuell passiert nichts. Es ist ruhig geworden, das macht die stehenden Autofahrer unruhig. „Dauert!“
Und dann schau ich so aufs sanfte Blaulicht neben mir – und entdecke den Mond, quasi direkt daneben. Hat was, ist grotesk, aber das ist schön. Irgendwie beruhigend. Und ich drücke allen, die da vorne sind, betroffen sind, einfach mal die Daumen. Und sage danke an die Rettungskräfte. Dauert noch, aber ist ok.

20131111-214820.jpg

20131111-214834.jpg