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Heimfahren mit dem Bobbycar

Gerade haben mich die Kids eines lieben Arbeitskollegen besucht, immer wieder eine sehr willkommene Unterbrechung kurz vor Feierabend. Die beiden sind gut erzogen mit einer  Spur von Frechheit. Ich mag Jona und Marit – und ich glaub, sie mich auch, sonst würden sie nicht so gerne Hallo sagen? Und beide testen ganz gerne Grenzen in alle Richtungen aus:

Schon erspäht Mr. Frechdachs die Bobbycars auf dem Schrank und möchte natürlich gerne damit fahren. „Ich will das Silberne haben!“ „Ich will aber das Silberne fahren …“ Hm, die stehen da gerade so schön ordentlich, und sind auch gar nicht so leicht runterzubekommen.und ich hab eigentlich gar nicht die geringste Lust, die jetzt für euch runterzuholen und später wieder aufzuräumen … Die erfahrere Frau Mama ist gut und schnell im Reagieren: „Wenn wir die runterholen, dann müsst ihr mit denen nach Hause fahren, denn wir müssen jetzt los. Und haben keine Zeit zum Spielen.“ „OK!“ „Wisst ihr denn, wie ihr mit den Bobbycars fahren müsst? Also: hier um die Ecke rechts, dann wieder rechts, über die Ampel und dann halb links halten, dann immer geradeaus. Alles klar – ich denke, das sind so 5-6 Kilometer, in so einer knappen Stunde könnt ihr da sein – also: tschüss!“

Erst haben beide noch einen Moment gegrinst und die Erwachsenen nicht ernst genommen, “ … ich will aber das Silberne haben“, „ok, dann nehm ich das Orange …“. Als Mama und Papa sich dann aber verabschiedet haben waren plötzlich auch die beiden Lütten mit aus der Tür. Und das, obwohl sie eine wirklich spannende Reise vor sich hätten: etwa die Hälfte an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße entlang, nach der Ampel gehts über eine breite Brücke über die Bahnschienen, hoch vielleicht etwas anstrengend, aber auf der anderen Seite gehts dafür hunderte von Metern schön bequem bergab. Und dann nur noch rein ins Wohngebiet, mit Sicherheit sehr ruhig. Ok, man sollte auf parkende Autos achten. Aber das ist doch für Kinder ein echt spannendes Abenteuer? So in der frühen Nacht, bei leichtem Schneefall? Versteh ich „gar nicht“, dass sich die beiden dieses spannende Abenteuer entgehen lassen und sich brav auf der Rücksitzbank der Familienkutsche eingefunden haben? 😉

Es wird Winter: 5 Tipps an die Autofahrer

Tip 1:

Liebe Geschlechtsgenossinnen, die ihr bei diesem Wetter Schiss habt, mit dem Auto unterwegs zu sein: lasst es einfach zu Hause stehen. Und seid anders mobil.

Tip 2:

Liebe Autofahrer, die ihr heute morgen im Radio gehört habt, dass in Bayern chaotische Straßenzustände herrschen: haltet die Augen offen, prüft den Zustand der Straßen und verhaltet euch entsprechend. Die Nachrichten haben leider die Tendenz, nicht zu erwähnen, wo es nicht spiegelglatt ist.

Tip 3:

Liebe Autofahrerinnen und Autofahrer (nicht nur in München): es reicht nicht, den Scheibenwischer zu betätigen und nach einigen Kilometern dann wirklich aus dem Auto rauszusehen.

Tip 4 – hat nichts mit dem Wetter zu tun:

Liebe Fußgänger: warum steht wohl an manchen Straßen ein riesengroßes Schild mit der Aufschrift „Hier kein Übergang!“ mit einem Hinweis, dass auf der anderen Seite der Kreuzung ein Fußgängerübergang ist? …?

Tip 5 – an mich, muss ich selbst beherzigen:

An Tagen wie diesen hab ich es nicht eilig, in die Arbeit zu kommen, ich bin höflich und rücksichtsvoll zu allen anderen Verkehrsteilnehmern und lasse mir die Laune auch von denen nicht verderben, die es offensichtlich darauf anlegen, mich und andere mit ihrem Verhalten zu provozieren. So, das ist mein neues Mantra, hoffe, es wirkt bald!!!

Autofahren

Ich liebe Autofahren – aber erst, seitdem ich erwachsen bin und selbst der Fahrer bin. Als Kind hab ichs gehasst. Und zwar so richtig. Meine ersten Erinnerungen an Autofahren stammen natürlich aus einer Zeit, in der es keine Kindersitze gab. In der man auf der Rückbank liegen, sitzen, stehen – was auch immer  – konnte. Im alten Käfer meiner Eltern haben wir kaum weite Strecken zurückgelegt. Die Fahrt zu den Großeltern ein paar Kilometer, zum Einkaufen maximal 20 Kilometer. Vom Land nach München knappe 60 Kilometer. Und trotzdem mochte ich nicht gerne Autofahren – oder besser im Auto mitfahren.

Ich hatte als Kind alle Anzeichen von Reisekrankheit, mir war übel, ich bekam Kopfschmerzen, mir war schnell fad, ich mochte es nicht, dass man im Auto so ein Gefühl von eingesperrt sein hatte. Ich mochte den Geruch im Auto nicht, mochte aber auch kein offenen Fenster wegen dem Zug. Spätestens als meine Geschwister mit unterwegs waren war es selbstverständlich auch immer zu eng, wir mussten uns später anschnallen, irgendwann gab es erste Sitze … ich konnte unterwegs sein mit dem Auto nie wirklich leiden.

Wenn ich mir anschaue, mit welchem Komfort Kinder heute im Auto unterwegs sind – schon anders! Ein komplettes Bespaßungsprogramm an Spielzeug hängt vor den hochmodernen Kindersitzen, die auch noch bequem auf die Körpergröße abgestimmt sind, man sieht sogar nach draußen. Alles ist griffbereit, Essen, Trinken, Lieblingsstofftiere, Bücher. Und trotzdem glaube ich, dass ich, wäre ich heute Kind, genauso wenig gerne im Auto längere Strecken zurücklegen würde – wie meine Nichte, die nicht gerne im Auto fährt. Zumindest meistens. In dem Alter versteht man sicherlich nicht, dass der Weg zum Ziel führt, das Raum-Zeit-Verständnis fehlt. Klar steigt sie gerne ins Auto ein, wenns zu Oma und Opa geht – aber dann dauerts. Und man sitzt hinten drin und wartet. Die Vorfreude ist längst da, wann sind wir endlich da?

Und so ein Stück weit langweilig bleibt es aus Sicht eines Kindes wohl doch auch im modernen Zeitalter?

Aber – und das ist aus meinem ganz persönlichen Blickwinkel das Gute daran – heute liebe ich Autofahren. Seit ich den Führerschein habe fahre ich  wenn möglich selber, genieße es, das Tempo vorzugeben, die Route zu wählen. Mir wirds nur noch übel, wenn ich hinten mitfahren muss und jemand, na ja, nennen wir es mal so: nicht so gut Autofahren kann. Und heute genieße ich jede Sekunde, die ich fahren darf. Für mich ist der Weg das Ziel. Ich genieße die Strecke, die Ausblicke unterwegs. Das kann herrlich entspannend sein!

So wie gestern, als ich aus dem etwas nebligen Norden in den supersonnigen Süden hineingefahren bin. Von München aus ein freier Blick auf die komplette Bergkette, herbstliche Wälder, der Sonneneinfall so, dass man rund um sich eine wunderbar bunte Landschaft zu sehen bekommt. Darüber zwei Heißluftballone, die Fahrer haben aus luftiger Perspektive den Spätsommertag genossen. Der Vorteil, wenn man an einem Sonntag erst spät in Richtung Berge fährt: man steht nicht im Stau, sondern genießt die freie Fahrt vorbei an den Rückkehrern vom Starnberger See. Dann nimmt man eine Ausfahrt und verlängert das Genießen noch um ein paar Kilometer beim Autofahren. Der Weg ist das Ziel – außer wenn man bei lieben Freunden ankommt, herzlich willkommen geheißen wird und sich einfach nur rundum wohlfühlt! Dann vereint sich Weg und Ankommen und Einfach-Da-Sein.

Danke für die Einladung an Claudia&Andi, es war ein so schöner, intensiver Abend, Lenas BIld hat schon einen Ehrenplatz bekommen 🙂