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Montags-Hoch?

P1020215Da jammern wir immer über das Montags-Tief oder den Blues, dabei ist alles in Wirklichkeit ganz anders? Auch wenn der Artikel auf einer Studie basiert, für mich widerspreche ich einfach mal entschieden. Ich hänge heute wie so oft Montags noch mit einem Fuß im Wochenende. Bin langsam, schwer von Begriff und auch nicht sonderlich produktiv. Dienstag hab ich mich dann meist wieder ans Arbeiten gewöhnt, ab Mittwoch warte ich aufs Wochenende. Toll, wenn das wie letzte Woche mit einem freien Tag noch verkürzt wird. Nur letzten Freitag, da hatte ich ein großes Tief, da hing ich vollkommen zwischen den Seilen. Doch besser, man nimmt Brückentage frei?

Kalendereintrag Ich-Zeit

Habe einen netten Artikel auf Zeit Wissen gefunden, der sich mit Erholung, Entspannung und allem, was wir vielleicht brauchen mögen, um eine sinnvolle Auszeit zu erleben, benötigen. Vielem stimme ich mit etwas Nachdenken zu. Auch wenn sich bei mir schon wieder das Gedankenkarussell in Gang setzt, denn wenn ich das alles lese, kostet Entspannung ganz schön viel Organisation und Energie? An zwei Stellen stimme ich dem Artikel vorbehaltlos zu: ich entspanne im Grünen, auf dem Land. In der Stadt komme ich nicht zur Ruhe. Und im durchgeplanten Trott eines erwerbstätigen Erwachsenen muss man einige Auszeiten als Termine im Kalender vermerken. Sonst kommt was dazwischen. Bin selbst mein eigenes schlechtes Vorbild. Insofern hab ich also doch einen Vorsatz, nicht nur, weil gerade Neujahr war: Kalendereinträge machen, wenn ich nichts vorhaben will. Da kann auch Gartenarbeit, Musikhören, den Balkon genießen oder abhängen stehen. Oder auch einfach nur Ich-Zeit. Oder Freizeit?

Auszeit im Zauberwald

P1000580 Manchmal geben schon 3 Tage Auszeit das Gefühl eines richtig erholsamen Urlaubs. Das Rezept ist einfach, aber wirksam: man nehme
– 3 Tage Auszeit, ohne Uhrzeiten, ohne Programm
– 3 alte Freundinnen, die bereits zum 5. Mal gemeinsam verreisen und langsam wie alte Ehepaare aufeinander eingespielt sind, ohne sich zu zanken, und die sich immer was zu erzählen haben
– im vorab eine gelungene Hotelauswahl (dieses Mal den Mooshof in Bodenmais, ein familiengeführtes Haus mit einer Gastfreundschaft, die ich so ausgeprägt selten erlebt habe) mit einem wunderbar dezenten, unaufdringlichen Service
– passendes Wetter, in diesem Fall goldene Oktobertage mit Temperaturen um die 20 Grad, Sonne, Sonne, SonneP1000586
– schöne Rahmenbedingungen, also nette Mitreisende, die uns anlächeln und selber so was von rundum glücklich und zufrieden sind, eine Sonnenterrasse, ein warmes, einladendes Hotelambiente, ein abwechslungsreicher Wellnessbereich mit Saunen, Saunen, Saunen, Ruhemöglichkeiten ohne Ende, einem tollen Pavillon mit einem beheizten Verwöhnpool und vor allem ein Außenpool, an dem wir jeden Morgen unseren Frühsport absolviert haben – ausgestattet mit Sonnenliegen, an dem wir Samstag knapp 3 Stunden „abhängen“ konnten, ohne Termindruck, mit ausreichend Lesestoff – allein nach den 3 Stunden war ich rundum tiefenentspannt.
– eine Wanderrunde durch den Bayerischen Wald, der in dieser Jahreszeit zum Zauberwald wird, das Licht sucht sich einen Weg durch das stellenweise noch grüne, von schillerndem Rot über sattes Orange bis Gold ins Gelbe hinein strahlende Laub, schon die Ausblicke auf der Hinfahrt waren ein einziger Indian Summer, der Blick von der Hotelterrasse, unser Zimmerblick, die Ausblicke auf der Wanderung – alles ein einziges Farbenmeer, zauberhaft. Irgendwie hab ich die letzten Tage den Eindruck, der Herbst belohnt uns für den lichtarmen Start ins Jahr?

P1000583Meine Erkenntnisse des Auszeitwochenendes:
– eine morgendliche Schwimmrunde im Pool ist nach einer viel zu kurzen Nacht mit zu wenig Schlaf genau richtig, um wach und tiefenentspannt in den Tag zu kommen – warum hab ich nur zu Hause keinen Pool?
– ein familiengeführtes Hotel spürt man, der Mooshof hat eine sehr angenehme, äußerst einladende Atmosphäre. Schon die Begrüßung ist sehr persönlich. Familie Holzer ist sehr präsent, die Besitzer sind schon beim Check-in anwesend, schauen abends auf eine Runde durch den Speisesaal, unterhalten sich interessiert mit ihren Gästen, geben Tipps und Empfehlungen und machen den Aufenthalt damit besonders. Man fühlt sich, wie bei guten Freunden. Kein Wunder, dass das Haus so viele Stammgäste hat – man kommt gerne wieder.
– die Mädels Haben sich was einfallen lassen: nachdem ihnen mein Geburtstag vor einigen Monaten „durchgerutscht“ war haben sie sich als Wiedergutmachung an das Hotel gewandt. So kam es, dass im Verlauf eines Abendessens gefühlt jeder Mitarbeiter im Service an unserem Tisch vorbeikam, um mir persönlich zu gratulieren. Nach einem dummen Gesicht beim ersten Mal und auch insgesamt einer Gewöhnungsphase (ich bin nicht gerne soooo im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses) habe ich mich in die Rolle eingefunden. Mir ohne Grund gratulieren lassen. Und ich kann immer noch Schmunzeln über diese Art der Wiedergutmachung. Und überlege schon, wie ich mich, ähnlich charmant, revanchieren kann 😉

PS: ich empfehle unser Hotel, ohne daraus irgendeinen Vorteil zu bekommen. Einfach nur, weil es mir so gut gefallen hat.

Fernweh und Sehnsucht nach Zeit

Ich bin gerne zu Hause, lebe schließlich in Bayern, das so übel nicht ist – aber genauso gerne reise ich. Und gerade heute hat mich das Fernweh so was von gepackt – und das riesengroße, schon beinahe unendliche Verlangen nach Zeit. Viel Zeit. Eine Auszeit. Um ganz weit weg zu verreisen. Das muss nicht das Ende der Welt sein, im Gegenteil, ich fänds auch mal wunder-wunderschön, ein paar Monate über diesen Sommer Zeit zu haben und einfach ganz gemütlich durch Deutschland und die nachbarländer zu reisen. Also nicht nur so ein paar wichtige Punkte abklappern, sondern wirklich Zeit haben. Um kreuz und quer zu fahren. Vielleicht mit dem Auto oder noch besser mit einem Wohnmobil.

Was ich mir so vornehmen würde? Um ehrlich zu sein, gar nichts. Ich würde losfahren. Auf kleinen Straßen, da anhalten, wo es mir gefällt. Weiterfahren, wenn ich nichts finde, was mich anspricht. Auch mal rein in die Stadt, aber vor allem unterwegs sein. Das Land sehen. Die Augen offenhalten, die Gedanken frei machen und alles auf mich wirken lassen. Tage Tage sein lassen, nicht auf die Uhrzeit schauen. Was, schon wieder Sonntag? Schon wieder eine Woche um? Egal, ich hab noch den ganzen Sommer Zeit …

Wäre schon ein sehr tolles Gefühl? Und das könnte ich, um ehrlich zu sein, überall auf der Welt ausfüllen. Es gibt keinen Ort, den ich nicht mit eigenen Augen sehen möchte. Kein Land, das ich nicht besuchen würde. Keinen Kontinent, den ich ausschließe. Im Gegenteil, ich finde die Welt hat überall etwas ganz einzigartiges, schönes und ansprechendes zu bieten … manchmal bezaubernd, manchmal macht es einen sehr ehrfürchtig, vor dem eigenen Wohlstand, manches ist abstoßend, aber auch das erweitert den eigenen Horizont.

Auf meiner Wunschliste stehen für dieses Jahr Brasilien und New York – und natürlich würde ich gerne mal wieder meine Patenkinder in der Schweiz besuchen. So viele Ideen im Kopf, aber es hapert am Terminkalender. Fernweh, die Sehnsucht nach viel Zeit und der unsichere Blick auf den Kalender sind eine üble Kombi. Und dann erzählt eine Kollegin auch noch, dass sie ein Sabbatical macht, Ende des Monats nach Kanada geht. … Ich will auch – also was planen. Es mir ganz fest vornehmen. Und dann schon mal wegträumen. Gut, dass die Woche fast rum ist und ich 3 Tage Wochenende hab. Also richtig viel Zeit 🙂