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Spruch zum Wochenende: Nichtstun

Mein Tag gestern verlief vollkommen unerwartet: die Tage vorher viel zu viel zu tun, alles kommt zusammen, ist zeitlich ungünstig, ich deshalb innerlich unruhig. Dann hat mich mein Auswärts-Termin auch noch  ohne jegliche Vorwarnung zum Nichtstun, zu einer Pause gezwungen. Und wisst ihr was? Nach anfänglichem Unwohlsein hab ich mich darauf eingelassen, denn ich kann mich in einer wundervollen Umgebung, die zum Wohlfühlen einlädt, doch wohl nicht nicht entspannen? Und am Ende darf ich aus ganzem Herzen diesem Spruch zustimmen: „Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.“(Noel Coward)

… ich muss gestehen: das klappt meistens nicht. Also gerade. Weil Baustelle mit immer was zu tun und so viele laufende Projekte im Job und alles muss erledigt werden. Umso dankbarer bin ich für die paar Stunden gestern, in denen ich tatsächlich zur Ruhe gekommen bin, auch innerlich. Eine schöne Einstimmung auf das Wochenende, an dem ich auch irgendwie zum Nichtstun gezwungen bin, weil Nichten-Babysitter. Das ist anders Nichtstun, wir werden es uns miteinander gut gehen lassen.

Montags-Hoch?

P1020215Da jammern wir immer über das Montags-Tief oder den Blues, dabei ist alles in Wirklichkeit ganz anders? Auch wenn der Artikel auf einer Studie basiert, für mich widerspreche ich einfach mal entschieden. Ich hänge heute wie so oft Montags noch mit einem Fuß im Wochenende. Bin langsam, schwer von Begriff und auch nicht sonderlich produktiv. Dienstag hab ich mich dann meist wieder ans Arbeiten gewöhnt, ab Mittwoch warte ich aufs Wochenende. Toll, wenn das wie letzte Woche mit einem freien Tag noch verkürzt wird. Nur letzten Freitag, da hatte ich ein großes Tief, da hing ich vollkommen zwischen den Seilen. Doch besser, man nimmt Brückentage frei?

Kalendereintrag Ich-Zeit

Habe einen netten Artikel auf Zeit Wissen gefunden, der sich mit Erholung, Entspannung und allem, was wir vielleicht brauchen mögen, um eine sinnvolle Auszeit zu erleben, benötigen. Vielem stimme ich mit etwas Nachdenken zu. Auch wenn sich bei mir schon wieder das Gedankenkarussell in Gang setzt, denn wenn ich das alles lese, kostet Entspannung ganz schön viel Organisation und Energie? An zwei Stellen stimme ich dem Artikel vorbehaltlos zu: ich entspanne im Grünen, auf dem Land. In der Stadt komme ich nicht zur Ruhe. Und im durchgeplanten Trott eines erwerbstätigen Erwachsenen muss man einige Auszeiten als Termine im Kalender vermerken. Sonst kommt was dazwischen. Bin selbst mein eigenes schlechtes Vorbild. Insofern hab ich also doch einen Vorsatz, nicht nur, weil gerade Neujahr war: Kalendereinträge machen, wenn ich nichts vorhaben will. Da kann auch Gartenarbeit, Musikhören, den Balkon genießen oder abhängen stehen. Oder auch einfach nur Ich-Zeit. Oder Freizeit?

Auszeit im Zauberwald

P1000580 Manchmal geben schon 3 Tage Auszeit das Gefühl eines richtig erholsamen Urlaubs. Das Rezept ist einfach, aber wirksam: man nehme
– 3 Tage Auszeit, ohne Uhrzeiten, ohne Programm
– 3 alte Freundinnen, die bereits zum 5. Mal gemeinsam verreisen und langsam wie alte Ehepaare aufeinander eingespielt sind, ohne sich zu zanken, und die sich immer was zu erzählen haben
– im vorab eine gelungene Hotelauswahl (dieses Mal den Mooshof in Bodenmais, ein familiengeführtes Haus mit einer Gastfreundschaft, die ich so ausgeprägt selten erlebt habe) mit einem wunderbar dezenten, unaufdringlichen Service
– passendes Wetter, in diesem Fall goldene Oktobertage mit Temperaturen um die 20 Grad, Sonne, Sonne, SonneP1000586
– schöne Rahmenbedingungen, also nette Mitreisende, die uns anlächeln und selber so was von rundum glücklich und zufrieden sind, eine Sonnenterrasse, ein warmes, einladendes Hotelambiente, ein abwechslungsreicher Wellnessbereich mit Saunen, Saunen, Saunen, Ruhemöglichkeiten ohne Ende, einem tollen Pavillon mit einem beheizten Verwöhnpool und vor allem ein Außenpool, an dem wir jeden Morgen unseren Frühsport absolviert haben – ausgestattet mit Sonnenliegen, an dem wir Samstag knapp 3 Stunden „abhängen“ konnten, ohne Termindruck, mit ausreichend Lesestoff – allein nach den 3 Stunden war ich rundum tiefenentspannt.
– eine Wanderrunde durch den Bayerischen Wald, der in dieser Jahreszeit zum Zauberwald wird, das Licht sucht sich einen Weg durch das stellenweise noch grüne, von schillerndem Rot über sattes Orange bis Gold ins Gelbe hinein strahlende Laub, schon die Ausblicke auf der Hinfahrt waren ein einziger Indian Summer, der Blick von der Hotelterrasse, unser Zimmerblick, die Ausblicke auf der Wanderung – alles ein einziges Farbenmeer, zauberhaft. Irgendwie hab ich die letzten Tage den Eindruck, der Herbst belohnt uns für den lichtarmen Start ins Jahr?

P1000583Meine Erkenntnisse des Auszeitwochenendes:
– eine morgendliche Schwimmrunde im Pool ist nach einer viel zu kurzen Nacht mit zu wenig Schlaf genau richtig, um wach und tiefenentspannt in den Tag zu kommen – warum hab ich nur zu Hause keinen Pool?
– ein familiengeführtes Hotel spürt man, der Mooshof hat eine sehr angenehme, äußerst einladende Atmosphäre. Schon die Begrüßung ist sehr persönlich. Familie Holzer ist sehr präsent, die Besitzer sind schon beim Check-in anwesend, schauen abends auf eine Runde durch den Speisesaal, unterhalten sich interessiert mit ihren Gästen, geben Tipps und Empfehlungen und machen den Aufenthalt damit besonders. Man fühlt sich, wie bei guten Freunden. Kein Wunder, dass das Haus so viele Stammgäste hat – man kommt gerne wieder.
– die Mädels Haben sich was einfallen lassen: nachdem ihnen mein Geburtstag vor einigen Monaten „durchgerutscht“ war haben sie sich als Wiedergutmachung an das Hotel gewandt. So kam es, dass im Verlauf eines Abendessens gefühlt jeder Mitarbeiter im Service an unserem Tisch vorbeikam, um mir persönlich zu gratulieren. Nach einem dummen Gesicht beim ersten Mal und auch insgesamt einer Gewöhnungsphase (ich bin nicht gerne soooo im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses) habe ich mich in die Rolle eingefunden. Mir ohne Grund gratulieren lassen. Und ich kann immer noch Schmunzeln über diese Art der Wiedergutmachung. Und überlege schon, wie ich mich, ähnlich charmant, revanchieren kann 😉

PS: ich empfehle unser Hotel, ohne daraus irgendeinen Vorteil zu bekommen. Einfach nur, weil es mir so gut gefallen hat.