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Sonntagsfreude: Innere Gelassenheit

Aktuell erlebe ich, dass die staade Zeit eine hektische Phase ist und bleibt, auch wenn es nicht um Jahresabschluss, Planung oder sonstige Zielvorgaben im Job geht … schade eigentlich? Denn es scheint etwas mit uns Menschen zu sein, das uns antreibt, auf diesen letzten Metern des alten Jahres noch mal ordentlich Gas zu geben, Weihnachtsgeschenke zu kaufen, zu dekorieren, hier einen Christkindlmarkt besuchen, dort Freunde treffen … was weiß ich?

Diese letzte Woche hab ich an mir selbst oft widerwillig beobachtet, wie sehr ich mich antreibe … und beschlossen, dass ich nur so viel mache, wie ich es eben nicht als Stress empfinde. Nicht ganz einfach, aber muss sein, denn zu viel tut bekanntermaßen nicht gut. Und über all dem möchte ich meine wiederentdeckte innere Gelassenheit nicht gleich wieder verlieren.

Die kommenden Tage bestimmt nämlich ein ganz anderes Programm: meine Mama bekommt noch vor Weihnachten ein neues Hüftgelenk, dazu bin ich zwei Tage zur Nichtenorganisation gebucht. Und daneben darf ich noch für ein Weihnachtskonzert üben und je nachdem, wie viele ich als nicht Stress empfinde, besuchen. Ja, die kommende Woche werde ich mir ganz sicher mal wünschen, dass diese anstrengende staade Zeit bald vorbei ist 😉

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Das mit dem Anschreiben

2013 ist nicht sooo lang her, da meinte ein Bewerbercoach, man solle das Anschreiben kurz und knackig halten, sehr viel mehr als „ich bewerbe mich als…“ habe da gar nicht zu stehen. Davor war ich immer noch bestrebt, mit einem inhaltlich überzeugenden Anschreiben zu punkten …

Ich hab mich mit mir auf den Mittelweg geeinigt, und das scheint zumindest nicht zu 100 Prozent verkehrt zu sein. Schließlich hab ich einen ganz guten Schnitt, was Einladungen zu Gesprächen angeht.

Da kann aber immer noch viel schief laufen. Meine aktuellen Top3:

  • Mein Lebenslauf passt null zum Bewerberprofil (aus der Ausschreibung hatte das noch ganz anders geklungen).
  • Mein Gehaltswunsch wird komplett ignoriert und so unterboten, dass mir echt die Worte fehlen.
  • Die mir gestellten Fragen sind so weit weg von jeglicher Realität im Joballtag, dass ich sogar mit der mir durchaus zur Verfügung stehenden Kreativität nicht konkret und zielführend antworten kann.

Andersherum bewerbe ich mich ab sofort – versprochen! – nur noch, wenn ich mich mit Reinfühlen und Eindenken wirklich für die Themengebiete begeistern kann, ich hab kapiert, dass nicht jede Thematik „meine“ werden kann 😉

Auszeitgedanken re. Arbeit

Susanne fragt, ob Arbeit – eine Lebensaufgabe oder eine Notwendigkeit des Lebensist. Es ist jetzt ein paar Monate her, da habe ich inmitten eines viel zu vollen Job-Uhrwerks festgestellt, dass ich so nicht weitermachen kann. Dass es zu viel geworden ist. Dass ich dabei bin, mit Vollgas gegen die Wand zu fahren. Dass ich nicht mehr arbeite, um zu leben, sondern dass es eher was ganz anderes geworden ist. Über das was genau konnte ich gar nicht mehr reflektieren, weil ich keine Zeit dazu hatte … Und ich habe gebremst. Mich ausgebremst, um zu verhindern, dass ich das und vieles andere nicht mehr kann.

Heute muss ich ganz ehrlich sagen: das war wohl sogar noch dringender notwendig, als ich ahnen konnte. Denn ich bin immer noch in der Erholung vom zu viel. Der Faktor Zeit zum Leben war zu gering, ich habe nicht mehr gearbeitet, um davon leben zu können, sondern irgendetwas anderes. Das ich nie wollte. Aber der Faktor „das packst du schon, das auch noch“ ist viel zu umfangreich geworden.

Die vergangenen Monate habe ich gelernt, diese bewusste Auszeit anzunehmen, um meine Gedanken zu ordnen. Ich habe begonnen, in mich hineinzuspüren. Ich möchte keine andere Arbeit machen, aber ich möchte meine Arbeit wieder anders machen. Denn was im Lauf meiner Berufsjahre zu meiner Arbeit geworden ist, macht mir Spaß,  ich tue sie gern – nur war mir genau dieses Gefühl schleichend abhanden gekommen.

In einer neuen Aufgabe möchte ich zufrieden sein, mit dem was ich tue, mich mit den Aufgaben und der Work-Life-Balance wohlfühlen. Nun ist mein Job kein lukrativer. Ich befinde mich also gerade in der Überlegung, ob ich weiterhin gut verdienen und dafür ein Highperformer sein muss, oder ob es auch mit weniger klappen kann, Lohn und Arbeitszeit. Das ist eine gar nicht mal so einfache Aufgabe. Um ehrlich zu sein: Ich habe noch keine Tendenz. In Bewerbungsgesprächen stellt sich viel zu oft heraus, dass der Arbeitgeber zwar wenig zahlen möchte, dann aber auch gleich wieder Überstunden im Gehalt abgegolten haben möchte … hm.

Klar, ich werde finanziell nicht schaffen, diese Auszeit unendlich lange zu machen, mit Einschränkungen und dem vorher Ersparten aber funktioniert es als Orientierungsphase. In der ich neben Bewerbungen auf Positionen auch austeste: wie könnten Modelle einer Selbständigkeit aussehen? Was kann ich welchem Kundenkreis anbieten? Was kann ich dafür verlangen? Wie komme ich an Kontakte, mit wem kann ich mich vernetzen, wer könnte mich in meinem Eigenvertrieb unterstützen? Und und und …

Was ich am liebsten möchte? Das, was ich gut kann, in eine Aufgabe einbringen, die etwas Positives in der Welt bewirkt. Man sagt mir diplomatisches Geschick nach, aber ich schätze, das reicht noch lange nicht für das politische Parkett aus. Trotzdem nehme ich mir das Recht oder besser die Chance heraus, nach einer Lebensaufgabe zu suchen, einer Arbeit, mit der ich mich und meine Einstellungen identifizieren kann. Da würde theoretisch vieles reinpassen, insofern ist das nicht nur der Wunsch, den ich ans Universum abgegeben habe, sondern ich sehe mich auch aktiv „danach“ um.

 

Sonntagsfreude: Leben schätzen

Kennt ihr das auch: wenn jemand stirbt ist Trauer für mich immer ein Impuls, das eigene Leben wieder mehr zu schätzen, intensiver zu leben? Finde ich. Oder zumindest haben sich die letzten Tage so angefühlt. Wenn das überhaupt möglich ist, dann nutze ich meine Zeit, um mit jeder Faser zu leben …

Und es war eine herrliche Woche: Freunde treffen, in schönen Städten und an schönen Orten unterwegs sein, laue Sommerabende genießen, sich von nervösen Wespen nicht stören lassen, bis spät draußen sein und dabei so ein easy living Lebensgefühl haben. Auch wenn ich viel auf der Straße und vom Verkehr genervt war, danach bin ich jedes Mal schnell angekommen und konnte in Ruhe „da sein“.

img_3348In Erding hab ich eine neue Location entdeckt, in Moosburg ein bekanntes Motiv aus neuer Perspektive gefunden, mich in Landshut in gewohnter Umgebung weit abseits des Dulttrubels pudelwohl gefühlt. Dann war ich einen Abend unterwegs im Herzen der Hallertau, um unendlich viele Bilder vom Hopfenland zu machen … Und zum ersten Mal durfte ich Übernachtungsgast im neuen Zuhause der jetzt fränkischen Nichten sein. Damit ich gut schlafen kann hab ich sogar den Coco-Hasen als Kuscheltier in mein Prinzessinnenturm-Zimmer bekommen, wir haben stundenland die beiden Igel-Mitbewohner im Garten beobachtet, ohne sie zu stören, zwei Reiterhöfe besucht, einen Döner ausprobiert und waren eeeeeendlich wieder im Schwimmbad. Ja, war einfach viel zu lang her. Und wir haben den Mädelstag sogar um einen Mädelsabend mit einem Immenhof-Film verlängert – das war schon so in etwa das, was sich die bezaubernde Nichte von ihrer Patentante eeeeeendlich mal wieder erwartet hat …

P1260625Mein liebster Begleiter in den letzten Tagen war die Mondsichel, ich war viel in der frühen Nacht unterwegs – und einmal musste ich dann doch stehenbleiben, um diesen herrlichen Halbmond zu fotografieren. Was sind das für magische Nächte in diesem endlos langen Sommer? Ich muss gestehen, dass ich sehr dankbar für meine Auszeit bin, die mir gestattet, diese Zeit so intensiv zu erleben. Und Punkt.

Eine kleine Randnotiz zum Thema Straßenverkehr: liebe Fahrradfahrer, es ist schon gefährlich genug, wenn ihr meint, schneller als Autos zu sein. Sich während des Fahrens vom Smartphone von der Aufmerksamkeit auf den fließenden Verkehr ablenken zu lassen? Ist fahrlässig und gefährdet nicht nur euer eigenes Leben. Und wer es genauer wissen will: ich habe in den letzten 4 Tagen mehr als 4 Fahrradfahrer NICHT überfahren, weil ich eben nicht auf mein Smartphone starre, sondern Auto fahre und mich auf das konzentriere, was um mich rum ist …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“