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Spruch zum Wochenende: Aufmerksamkeit

Heute morgen waren 3 Autofahrer mit mir unterwegs, jeder auf sich selbst bezogen, unaufmerksam. Alle 3 haben mich massiv gefährdet. Gut Nummer eins musste telefonieren, das war wichtiger, als darauf zu achten, dass er mir erst die Vorfahrt genommen und mich dann auf der zweispurigen Zufahrt abgedrängt hat. Mein Problem, eh klar. Nummer zwei hatte einen Mitfahrer, dem er offensichtlich viel zu sagen und vor allem zu gestikulieren hatte. Zumindest so viel, dass ihm nicht aufgefallen ist, dass ich zwischen ihm und seiner Ausfahrt war. War haarscharf. Bei Nummer drei wars ähnlich, allerdings musste der erst mal in der 80er-Beschränkung schnell, fluggs und in Eile noch an mir vorbei, um mich dann auszubremsen, weil er ja noch seine Ausfahrt kriegen wollte …

Klar. Zum Glück hab ich mitbekommen, was da um mich rum passiert ist, sonst hätte das auf alle Fälle mal für mich doof ausgehen können. Und gut, dass meine Bremsen tun, wozu sie konstruiert sind, auch wenns mal reichlich spontan sein muss.

Mein Spruch fürs Wochenende: „Aufmerksamkeit hat, wenn sie echt ist, mit Teilnahme zu tun – und Teilnahme mit Menschlichkeit.“ (Paul Schibler) An Tagen wie heute wünsch ich mir einen Funken mehr Aufmerksamkeit für die Menschen um einen herum, ein aktives Teilnehmen an unserer Welt, weniger „ich“, mehr „wir alle“. Punkt.

 

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (10)

Schlimmer als Drängeln und Rasen ist Ausbremsen. Das ist meine ehrliche Meinung. 

Autofahrer, die partout langsamer fahren, als erlaubt, behindern. Und waren die letzten beiden Tage geballt auf bayerischen Straßen unterwegs. Donnerstag hatte ich beispielsweise die wirklich große Herausforderung das große Vergnügen, hinter einer Opelfahrerin aus dem Landkreis OA herzuschleichen, die auf der Landstraße nicht schneller als 60, in Ortschaften maximal 30 km/h fuhr. Und vor jeder Kurve „scharf“ abbremste. Dass sie dazu nicht ein einziges Mal in den Rückspiegel schaute und schließlich beim Abbiegen keinen Blinker setzte: nebensächlich. 

Gestern hatte ich erst einen Herrn aus der Schweiz auf der linken Spur der Autobahn, erlaubt 120 km/h oder schneller. Er fuhr im Freitag-Abend-Verkehr maximal 100, bremste aber immer wieder ab. Übrigens war weit und breit keiner vor ihm, der das gerechtfertigt hätte. Und vielleicht sollte ich erwähnen, dass er selbstverständlich links blieb, obwohl rechts „viel“ frei war … möglicherweise hab ich aber natürlich auch was übersehen, was nur er wahrnehmen könnt. Später hatte ich dann eine 80 fahrende Kolonne auf der linken Spur – weil nämlich rechts am Horizont Kilometer entfernt ein LKW zu erahnen war. 

Nervt, selbst wenn ich Zeit habe. Wenn ich aber eh schon spät dran bin, dann so richtig. Insofern hab ich mir fürs Wochenende eine Autofahr-Auszeit verordnet … schonend fürs Nervenkostüm 🙂

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (3)

Freitag Abend auf dem Weg aufs Land. Einer hinter dem anderen her fährt in der Feierabendkolonne Richtung zu Hause. Im Gegenverkehr ist einer unaufmerksam? Hat es eiliger als alle anderen? Überholt. Dank meines Vordermanns machen wir eine dritte Spur auf, auf einer engen Landstraße schaffen zum Glück 3 irgendwie kurzzeitig nebeneinander zu fahren, auch wenn das für die Kolonne auf der rechten Spur bedeutet, dass sie mit der Beifahrerseite fast im Graben landen … Mein rechter Vorderreifen hat auch was abbekommen. Gut, immer noch besser, als eine Kollission. Aber trotzdem kein gutes Gefühl!

Sonntag Abend vom Land in die Stadt, es regnet, die Sicht ist schlecht. Alle fahren angepasst. Nur ein Skodafahrer mit Luzerner Kennzeichen, der ist mutterseelenallein im dichtesten Verkehr unterwegs. Wechselt ohne Blinkzeichen – und ohne Rücksicht auf den neben ihm fahrenden Jeep – auf die linke Spur. Das passt dem nicht, sein Kennzeichen verweist auf PS=Pferdestärken. Die führt er jetzt vor, überholt den Luzerner mit einem rechten Schlenker. Bremst ihn aus. Das sollte wohl ein „Hallo, aufgepasst, so nicht“ sein? Hilft nur nicht, wenn der andere seinen Fehler gar nicht mitbekommen hat. Seufz. Das, was jetzt folgt, ist absurd, und alles andere als ungefährlich. Aufblenden, ausbremsen, auffahren lassen, blinken, blenden, Bremsen, auf 0 bremsen, Gas … Und das einmal durch den Allacher Tunnel und weit darüber hinaus. Meine Herren, ganz ehrlich, hat euch dieser Wettkampf der Fahrbahn-Eitelkeiten irgendwas gebracht?

Zum Glück herrschen noch keine winterliche Verhältnisse, Schnee-, Eisglätte oder so was, ist schließlich Dank der „tollkühnen“ Mitfahrer schon riskant genug!