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Bin ich zu aufmerksam?

Die Frage hab ich mir heute morgen gestellt, weil eine Autofahrerin (VW-Bus) es tatsächlich über ein paar Kilometer nicht mitbekommen hat, dass hinter ihr ein Servicewagen mit Blaulicht unterwegs war. Ich hatte ihn im Rückspiegel gesehen und bin sofort rechts ran, um ihn überholen zu lassen. Die anderen haben dann doch irgendwann Platz gemacht. Wie man es allerdings schafft, 5 Kilometer lang vor sich hinzugurken, ohne einmal nach hinten zu schauen? Oder sich nicht angesprochen zu fühlen … Mir ein Rätsel.

Ich hoffe, sie ist nie diejenige, die darunter leidet, dass ein Einsatzfahrzeug nicht rechtzeitig zur Unfallstelle kommt o.ä.

Wobei: vielleicht bin ich schlicht zu aufmerksam, sauge auf, fühle mich angesprochen, statt auch mal was nicht zu bemerken? Auch ein Gedanke, über den ich mal in aller Ruhe nachdenken werde.

Spruch zum Wochenende: Aufmerksamkeit

Heute morgen waren 3 Autofahrer mit mir unterwegs, jeder auf sich selbst bezogen, unaufmerksam. Alle 3 haben mich massiv gefährdet. Gut Nummer eins musste telefonieren, das war wichtiger, als darauf zu achten, dass er mir erst die Vorfahrt genommen und mich dann auf der zweispurigen Zufahrt abgedrängt hat. Mein Problem, eh klar. Nummer zwei hatte einen Mitfahrer, dem er offensichtlich viel zu sagen und vor allem zu gestikulieren hatte. Zumindest so viel, dass ihm nicht aufgefallen ist, dass ich zwischen ihm und seiner Ausfahrt war. War haarscharf. Bei Nummer drei wars ähnlich, allerdings musste der erst mal in der 80er-Beschränkung schnell, fluggs und in Eile noch an mir vorbei, um mich dann auszubremsen, weil er ja noch seine Ausfahrt kriegen wollte …

Klar. Zum Glück hab ich mitbekommen, was da um mich rum passiert ist, sonst hätte das auf alle Fälle mal für mich doof ausgehen können. Und gut, dass meine Bremsen tun, wozu sie konstruiert sind, auch wenns mal reichlich spontan sein muss.

Mein Spruch fürs Wochenende: „Aufmerksamkeit hat, wenn sie echt ist, mit Teilnahme zu tun – und Teilnahme mit Menschlichkeit.“ (Paul Schibler) An Tagen wie heute wünsch ich mir einen Funken mehr Aufmerksamkeit für die Menschen um einen herum, ein aktives Teilnehmen an unserer Welt, weniger „ich“, mehr „wir alle“. Punkt.

 

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (17)

International geltende Straßenzeichen kennt jeder Autofahrer. Alle Autofahrer? Nein, Halt, der Fahrer eines kleinen, wahrscheinlich aus einem gallischen Dorf stammenden Fahrzeugs eines namhaften Produzenten aus Frankreich. Der nicht. Der fuhr mal eben fast auf ein großes Fahrzeug der regionalen Straßenverkehrsüberwachung auf. Das im Tunnel zur Überprüfung unterwegs war. Alle anderen befuhren – wie mindestens einen Kilometer vorher angewiesen – die durch einen grünen Pfeil markierte zur Fahrt freigegebene rechte Spur. Flüssig, also durchaus schnell, mit (durchaus auch mehr als den erlaubten) 80 km/h.

Nicht so der junge Herr, der mich in einem Affentempo auf der linken Spur, auffällig durch eine rotes x gekennzeichnet, überholt hat …

Ich frag mich, ob er sich bis zum im Weg stehenden Fahrzeug gefragt hat, warum keiner da fährt, konnte er ja wirklich nicht wissen. Oder? Da bestimmt auf seinem Planeten andere Zeichen gültig sind – wahrscheinlich ist das rote x dort, wo er herkommt, ein deutliches Signal für: „Fahr zua!“

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (16)

Ein Dankeschön an den LKW-Fahrer, unbekannterweise, der mit gestern abend auf der A96 „geholfen“ hat. Vielleicht hat er mir sogar das Leben gerettet? Ich weiß es nicht, vermute aber, dass er und meine Schutzengelschar ganz gut zusammengeholfen haben.

Ich fahre auf der linken Spur, bin der letzte, der eine rechtsfahrende Kolonne überholt. Mein Tempo dürfte etwa bei den erlaubten 120 km/h liegen. Rechts schräg-vor-neben mir ein deutlich langsam fahrender PKW – kein Blinker, aber ein Spurwechsel. Ich vermute, der ältere Herr hat mich überhaupt nicht wahrgenommen? Ich hab ihn plötzlich sehr deutlich und viel zu knapp vor mir gehabt, musste vollbremsen – und bin auf der regennassen Autobahn ins Schleudern gekommen. Mein großes Glück: hinter mir war niemand und der LKW-Fahrer rechts hinter mir hat mit gebremst, mich über die Fahrbahn schleudern lassen … ich kam dann auf dem Seitenstreifen zum Stehen. Verkehrt herum …

Der Brummifahrer ist sogar stehengeblieben und hat nach mir gesehen. UND er hat mir beim Manövrieren geholfen, ist nämlich erst mal ziemlich blöd, verkehrt rum neben der Fahrbahn zu stehen.

Aber: mir ist nichts passiert, sonst auch keinem. Dafür möchte ich Danke sagen. Und (wieder einmal) einen Appell schicken, an alle, die ohne Rücksicht vollkommen „für sich“ unterwegs sind: im Straßenverkehr ist keiner allein. Auch wenn ihr es nicht mitbekommt, ihr gefährdet andere …