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Das Ding mit dem Humor

Gerade die letzten Wochen stolpere ich gehäuft über Artikel, die sich mit „meinen“ aktuellen gedanklichen Themen beschäftigen. Als ob die Journalisten in meinem Hirn recherchieren würden? 😉 Der hier zum Beispiel:

Wie wichtig ist Lachen am Arbeitsplatz? Mal ganz ehrlich: Ohne Humor? Alles einfach nur schwernehmen? Würde bei mir nicht gehen. In einer Atmosphäre, in der niemals ein lautes Lachen ertönt könnte ich nicht arbeiten. Auch wenns möglicherweise mal nicht passend ist, wenn ein anderer sich gerade konzentrieren muss. Ich würde im wahrsten Sinn des Wortes eingehen, wenn alles immer nur „bierernst“ sein muss.

Und mich beschäftigt aktuell sehr, was viele Eltern von ihren Kindern verlangen. Auch für noch wirklich kleine Menschen setzen Erwachsene in bestimmten Situationen voraus, dass man mit ihnen „normal“ reden können muss. Dass sie einerseits Kind sein sollen, aber in gewissen Situationen denken, fühlen, handeln, verstehen usw. sollen, wie ein Großer. Schwierig, spätestens in der Schule werden die Kids zum Ernst des Lebens angehalten. Dabei sagt dieser Artikel, dass man erwiesenermaßen spielerisch am einfachsten lernen kann? Klar, dass da auch mal was schiefgeht. Trotzdem: mit Humor geht alles leichter. Und spätestens hinterher kann man über vieles doch einfach nur herzlich lachen, oder?

Das Ding mit der Unvernunft

Hm, da hat die Freundin-Redakteurin irgendwie recht – und irgendwie auch nicht … Vielleicht wird man mit dem Alter manchmal zu vernünftig und braucht (mehr) Alkohol um in Stimmung zu kommen. Kann ich in meinem Fall beides verneinen. Ich bin ruhiger geworden, schlage aber oft genug über die Stränge, genieße das Leben oft extrem unvernünftig. Und leide dann auch schön nach. DAS ist nämlich doch das eigentliche Problem: zur Unvernunft gehört ein unendliches Maß an Zeit. Die man als Schüler, Student, junger Erwachsener ewig hatte. Wenn wir uns die Nächte um die Ohren geschlagen haben, feiernd, tanzend, redend, lachend, dann war die Vorlesung am nächsten Tag leerer, oder eben man selbst lethargisch in der letzten Reihe.
Meine Überlegung: Es fehlt nicht die Unvernunft, manchmal eher das Unbekümmerte. Wer auf Dauer Jede Nacht unvernünftig ist, Party macht, am nächsten Tag müde und unkonzentriert ist, muss mit beruflichen Konsequenzen rechnen. Und wer kann sich das leisten?
Zum Thema Alkohol muss ich leider anmerken: schade, dass das mit ein Aufhänger des Artikels ist. Denn betrunken auf einer Firmenfeier zu sein mag unvernünftig sein, ist aber doch in erster Linie eine Einstellungs- bzw. Ansichtssache? Der eine denkt im Traum nicht daran, für den anderen gehört es dazu … Für mich hat Feiern und das Leben auch mal über alle Stränge und Konventionen hinaus mehr mit privatem Leben, Freunden, neuen Menschen zu tun. Ich freue mich, wenn ich mit Menschen aus meinem Arbeitsumfeld ein Stadium von Vertrautheit und Lebensfreude erreichen kann. Wenn man sich privat kennenlernt. Aber in diesem Kontext brauche ich die Unvernunft nicht zwingend. Erleben will ich sie im Privaten, im engsten Umfeld, manchmal auch anonym in einer unbekanntem Umgebung. Und da kann ich jetzt nur für mich sprechen: ich lebe nicht vernünftig. Sondern genieße, was und wie es kommt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich selbst „am Tag danach“ unvernünftig fühle. So muss es sein, dann wars perfekt. Auch das hat sich seit Teenagerzeiten nicht geändert 😉

„Tolle“ Tipps – alles selbst getestet, helfen nicht

Liebes Redaktionsteam der Huffingtonpost,

Schöner Artikel, gut geschrieben, schlaue Gedanken. Aber: es funktioniert nicht? Das mag in der Theorie alles helfen, nur hinterher schläft man erst recht nicht. Wenn ich um 4 wach werde und mein Bett verlasse, um den Abwasch zu erledigen, werde ich WACH. Ungewollt, denn ich will schlafen. Wenn ich nicht liegenbleibe, dann kann ich tatsächlich aufstehen und alles mögliche machen. Was mein Problem verschiebt. Ich hab dann irgendwann Energie, tue etwas. Und spätestens ab 10 Uhr vormittags fehlt sie mir. Ich bin müde, unproduktiv. Natürlich versuche ich dennoch einen „normalen“ Rhythmus. Gehe mittags nicht schlafen. Bin aber dauermüde. Artikel wie diesen finde ich nett, bezweifle aber, dass der Schreiber selbst oder die Ratgeber an Schlafstörungen leiden. Die Praxis sieht anders aus. Ist individuell. Im Austausch mit anderen Betroffenen höre ich immer öfter, dass es bei ihnen ähnlich ist. Ihnen fehlt außer Schlaf nichts. Keine gesundheitlichen Themen. Möglicherweise rumort das Unterbewusstsein, aber Probleme? Unruhe? Ja, klar, denn sie schlafen nicht gut.

Es muss irgendwas mit dem Älterwerden zu tun haben, also in meinem Fall zumindest. Denn die ersten 35 Jahre meines Lebens kannte ich keine Schlafprobleme. Im Gegenteil, ich konnte jederzeit überall und egal vor welchem Hintergrund wie Lärm oder viele Menschen um mich herum schlafen. Jetzt ist das anders. Und da meine Oma anscheinend keine Nacht mehr als 4 Stunden geschlafen hat stelle ich mich einfach mal innerlich drauf ein, dass das möglicherweise auch mich trifft. Und mach keine Pläne, den Abwasch auf die nichtschlafende Zeit zu legen. Im Gegenteil. Heute guck ich mir den Sternenhimmel an. Und tagträume bzw. wachträume etwas vor mich hin. Im Alltag bleibt doch meist viel zu wenig Zeit für die Phantasie. Ich akzeptiere es – und freu mich auf die nächste Nacht mit 8 Stunden Schlaf.

Viele Grüße
Ihre Schlaflose Leserin