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„Popi“

Neuerdings verteilt Nichte 2.0 die Sitzplätze. Per Ansage. Das läuft sehr willkürlich, keiner sollte sich setzen, ehe sie nicht definiert hat, wohin der „Popi“ der entsprechenden Person zu verweilen hat. Sonst gibts Alarm.

Das läuft dann zum Beispiel so ab: Das jüngste Familienmitglied merkt, dass irgendwas in Planung ist. Sie will also definitiv miiiiit. Vorsichtshalber dirigiert sie sich dann wortstark Richtung Auto der Tante. Dort ist irgendwie klar, dass ein Kindersitz zu wenig drin ist. Egal. „Coco oder Gigi Popi“ (je nachdem, was ihr gerade einfällt) auf den Fahrersitz – Nini „Popi“ in den Kindersitz – „Gu Popi“ sitzt hinten, ohne Kindersitz. Egal. Hauptsache angeschnallt.

Und Guuuuu bleibt eisern sitzen …. weil sie miiiiiiiit will. Und das Tantenherz bricht, wenn sie sich an mich klammert und unbedingt mitfahren will. Dummerweise: mitkommen würde sie. Nur dann braucht sie irgendwann doch die Mami. Also spätestens beim Einschlafen. Oder so. Weil ich würd sie natürlich gerne einpacken und was mit beiden Mädels machen. Aber da ist sie mit ihren zwei Jahren und als Mama-Kind schlicht noch nicht ganz so weit ….

„Guuuu“ ist übrigens ihr selbst gewählter Name. Wahrscheinlich von „du“. Und zuckersüß, dass die Familie jetzt mit Mami, Papi, Nini und Gu schön durchdefiniert ist.

Kommunikationspraxis

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir sehr am Herzen liegt – es geht um Kommunikation. Und warum eine Botschaft ein kurzes Nachdenken erfordert, um vom Empfänger richtig verstanden zu werden.

Zur Veranschaulichung wähle ich ein – selbsterlebtes – Praxisbeispiel: Im Lauf des Vormittags klingelt das Telefon, Kollegin G. geht ran. Danach spricht sie mit Kollegin J., es wird hektisch, laut und aufgeregt. Dann der Ruf: „Komm mal, schnell! Wie war das mit dem Unfall am Donnerstag?“ Ich schildere mein Erleben: Unfallstelle an der Ortsausfahrt, Feuerwehr, Notarzt, Krankenwagen, 3 ineinander verkeilte Kleinwagen. Viel Blaulicht … „Das war Kollegin D.“ Pause, ich schnappe nach Luft, mein Kopf schwirbelt von Gedanken, mir wird im wahrsten Sinn des Wortes flau im Magen. Denn die Bilder in meinem Kopf sprechen eine deutliche Sprache. „Sie ist doch nicht ..“ Eine Minute herrscht betroffenes Schweigen. Dann erlösende Worte: sie ist verletzt, war im Krankenhaus, ist krankgeschrieben. Aber mit Geduld und etwas Schonung wirds wieder.

Mein flaues Gefühl ist geblieben. Wie man das anders lösen hätte können? Die positive Message vorausschicken: Kollegin D. gehts den Umständen entsprechend gut, zum Glück, aber sie war in den Unfall verwickelt. Und dann mal schön auf meine Fragen antworten …

An dieser Stelle gute Besserung an die liebe Kollegin, ich hab ihr Auto, das vollkommen demoliert war, nicht erkannt. Sonst hätte ich die „Botschaft“ schon Donnerstag abend klar und deutlich kapiert. Ob ich sie besser weitertransportiert hätte? Ich hoffe es.