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Ankommen und Einleben

Umziehen ist einerseits immer blöd – andererseits immer neu und aufregend. Für die beiden Nichten und Eltern war’s vor allem viel. Streckenweise zu viel. Das gebuchte Umzugsunternehmen hatte zu wenig Volumen und Zeit kalkuliert, was es zum einen deutlich teurer gemacht hat, zum anderen musste die Familie mehrfach ausrücken, helfen und eben doch mitschleppen, was ja gerade nicht passieren sollte, wenn man es in externe Hände gibt.

Dann ist Umziehen bei extrem heißen Temperaturen echt noch anstrengender. Und weil das neue Haus auch noch sehr vollgestellt ist hat grad irgendwie keiner Spaß. Die Eltern versuchen, das Chaos zu lichten, die große Nichte ist weder bezaubernd noch vom neuen Zuhause verzaubert, die kleine Nichte ist zu allem Übel auch noch mit hohem Fieber krank …

Zum Glück ist es dann aber doch wie immer: sobald ein paar der gewohnten Möbel stehen, die Kisten so verteilt sind, dass man sich dazwischen bewegen UND endlich auch mal wieder lümmeln kann, entspannt sich die Lage. Als ich gestern Abend – nach dem ersten Tanten-Nichten-Allein-Ausflug, eigentlich auf einen Döner, wegen Sommerferien würde es die neue Lieblingspizzeria – gefahren bin, hatte ich ein gutes Gefühl.

Jetzt muss nur noch Nichte 2.0 gesund werden, dann wird sich auch die bezaubernde Nichte gut ins neue Zuhause einleben. Zum Glück sind Ferien, große Sommerferien, und rundrum gibt’s so viel Neues zu entdecken. Ankommen und Einleben ist angesagt.

Verstehen und verstanden werden

Es gibt ein Glücksgefühl, das mit nichts zu vergleichen ist. Es ist selten, sehr intensiv. Und es bedeutet, verstehen und verstanden werden. Einem Menschen begegnen, der sich im Gespräch öffnen kann – und man selbst öffnet sich diesem anderen Menschen. Seinen Gedanken. Statt nachzuvollziehen, was der andere erzählt und dessen Gedanken folgen zu können, mit eigenem Verstehen reagieren. Erst überrascht, dann freudig. Anzukommen, weil es ein Spiegel der eigenen Gedankenwelt ist. Sich warm und wohl fühlen. Bei sich sein, und ganz beim Gesprächspartner. Das Umfeld spielt dabei keine Rolle, auch nicht der Anlass, ob man sein Gegenüber kennt. Oder überhaupt kennenlernen möchte. Es zählt der Moment. Wirklich glücklich macht mich dabei, mein eigenes Leuchten zu spüren – und das Strahlen des Gegenübers zu sehen. Das Glück lebt in diesem Augenblick – in der Erinnerung bleibt ein schönes Gefühl.
Mein Dank an Frank für seine Einladung, über das Glück zu philosophieren. Auf meinen Glücksgedanken haben mich Worte des heute verstorbenen Politikers Richard Freiherr von Weizsäcker gebracht: „Es ist immer leicht, aus der eigenen Erfahrung zu sprechen und sehr schwer, sich in einen anderen Menschen zu versetzen.“

Sommerzeit ist Ausflugszeit

Es ist Hochsommer und auf der Straße sind eine Menge Busse unterwegs. Die Ausflügler in die schönsten Gegenden der Republik bringen. Damit diese dort Zeit verbringen, etwas erleben. Zum Beispiel mein großes Patenkind, er durfte gestern mit seiner zukünftigen Klasse einen Ausflug in die Berge machen. Es war ein herrlicher Tag, die Kinder haben eine Menge gesehen, er war begeistert und wird davon noch lange schwärmen.

Mein morgendliches Auto-Erlebnis: ein Busfahrer mit einer Doppeldecker-Busladung voll Jugendlicher zieht auf der Autobahn ohne Signal und Tempo 80 auf die linke Spur. Ich war in dem Moment mehr neben, als hinter ihm. Keine Ahnung, wie es nicht zum Unfall gekommen ist, in jedem Fall bin ich heilfroh, weil weder mir noch den Kids was passiert ist. Viel von meinem Reifen ist jetzt auf der Straße, aber: Kein Busunfall, keine schlimmen Schlagzeilen, kein Leid für Familien … Im Straßenverkehr ist man im wahrsten Sinn des Wortes niemals allein unterwegs, deshalb wünsch ich mir etwas mehr Aufmerksamkeit und Rundumblick. Danke.

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (1)

Gestern hats in Süddeutschland endlich geschneit. War allerdings nicht wirklich Schnee, sondern eher Schneeregen, was da vom bayerischen Himmel kam. Auf meinem Heimweg aus dem schönen Allgäu sitze ich im Auto und hab es, wie fast jeder andere Verkehrsteilnehmer auch, nicht so eilig. Die Straßen sind winterlich, etwas matschig, etwas vereist. Auf der Autobahn ist die linke Spur so gut wie nicht befahrbar. Kein Problem, ich will zu Hause ankommen. Irgendwann, wenns auch langsam vorwärts geht. So denkt aber nicht jeder, und auch gestern war ich mal wieder verblüfft, dass Autofahrer aus unterschiedlichen Landkreisen so deutlich an ihrer Fahrweise zu erkennen sind. Im Raum München warnt man immer vor den Kennzeichen FFB und LL – nach gestern muss ich einmal mehr sagen: zu recht. Der Unfall unterwegs, der mich einiges an Mehr-Zeit gekostet hat, wurde von einem Fahrer mit FFB-Kennzeichen verursacht. Der aufgrund der Straßenverhältnisse und nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schlingern kam und gleich mehrere andere Fahrzeuge touchiert hat. Und immer wieder überrascht haben mich die winzigen Geschosse aus dem Landkreis LL, die auf der Bundesstraße bei Tempo 90 schlingernd an allen anderen vorbeimussten. Die hatten es einfach eiliger als alle anderen?

Dabei ist es echt nett, so langsam zu fahren und auch mal den Blick nach links und rechts ins ansatzweise Winterwunderland zu werfen. Mein schönster Ausblick war eine Gruppe Spaziergänger mit Hunden, die durch den Schnee getobt sind. Schon schön, so etwas Winterstimmung unterwegs 🙂