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Familiengeschichten: Filmstoff

Gibt ja so Filme, da zweifelt man als Zuschauer, ob der Stoff nicht schlicht zu unrealistisch ist. Und dann passiert das Leben – und alles wird relativ.

Vor einigen Monaten gabs in der Familie zwei Trennungen – zeitgleich. Eine Cousine, ein Cousin, Geschwister, wieder auf dem Singlemarkt. Klar wurde in der Familie etwas spekuliert. Aber, na ja, man kennt sich. Ist ja auch nicht die erste Trennung in unserem Cousinen-Cousin-Netzwerk. Im Gegenteil. Dann hörte ich aus dem Freundeskreis ein paar Gerüchte. Komisch. Absurd. Mittlerweile bestätigt. Der Mann meiner Cousine lebt seit einigen Wochen glücklich mit der Frau meines Cousins. Bleibt irgendwie alles in der Familie? Oder zumindest bleiben die gewohnten Protagonisten. In neuen Rollen.
Und so auf einen Blick scheinen – bis auf meine Tante, die übrigens auch nur auf die von ihr jetzt nur noch Schlampe genannte Schwiegertochter sauer ist, die den braven und sicherlich auch nicht ganz ohne Einverständns involvierten Schwiegersohn verführt hat – kommen alle mit der Situation bestens klar.

Sollte das jetzt jemand verfilmen wollen: das Ende ist halt eher unspektakulär, irgendwie so Happy End à la Hollywood? 🙂

Familiengeschichten: Baustelle

Ein Morgen unter der Woche, meine Eltern sind bereits wach, liegen plaudernd im Bett und warten auf den Wecker, um halb 8 kommen Handwerker. Es klingelt an der Tür, der Papa ist empört, wer bitteschön klingelt so früh? Es sind die Handwerker, 10 nach halb 8 – hm, schuld ist der, der vergessen hat, den Wecker zu stellen? Weit gefehlt: schuld ist meine Mutter, weil die jetzt immer mit Rolladen schlafen will. „Da soll ein Mensch wissen, wie spät es ist …“

Obwohl er wunderschön ist, wir müssen den Dachboden rausreißen. Die Bretter sind alt, faulen durch, … Auch wenn mein Herz geblutet hat, der obere Teil des Fellbodens muss raus. 3 Geschwister arbeiten, 1 sagt, dass jetzt keiner mehr auf eine Reihe Bretter darf. 10 Minuten später bin ich mittendrin im Sperrgebiet, breche fast durch. Entschuldigung, was muss ich mir noch alles merken? Bin schließlich ganz die Tochter meines Herrn Papa. Pffffh. Einen Tag später bricht mein Bruder – zwar an anderer Stelle – aber wirklich durch die Decke. Zum Glück stand drunter ein Schrank, auf dem und auf seinem Hintern ist er mitsamt der Latten „sicher“ gelandet. Glück gehabt, ziemlich viel sogar. Und ja, wir lachen immer noch.

Meine Mama hatte ihre Freundinnen zum Geburtstagnachfeiern in die Übergangswohnung eingeladen. Natürlich wollte die neugierige Truppe die Baustelle besichtigen, wo aber gerade einer am arbeiten war. Und für die Unterbrechung null Verständnis hatte – vor allem, weil er erst ein paar Minuten vorher wieder angefangen hat zu arbeiten. Davor war ihm eine Dichtung am Schlagbohrer gebrochen, er in Verzug, die Laune … Viel lustiger wäre natürlich gewesen, wenn das passiert wäre, als die Damen kamen? Sicher ein Bild für die Götter, wie sie dem wild züngelnden Schlauch aufgescheucht entflohen wären? Schade eigentlich … (Und ja, ich bin auch für absolutes Baustellenverbot für alle, die da nichts zu suchen haben! Wenn alles fertig ist gibts genug zu sehen. Und Punkt.)