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Episoden aus (m)einem (Autofahrer)leben (19): Schönwetterfahrer

Eigentlich wollte ich gern was ganz anderes schreiben, aber heute Abend muss ich Dampf ablassen: das sonnige Frühlingswetter scheint bei so manchem Verkehrsteilnehmer für ein komplettes Versagen der Verkehrs-Benimm-Regeln zu sorgen? In den vergangenen Tagen habe ich „mit Müh und Not überlebt“, obwohl:

  • mich ein Fahrradfahrer bei für mich grüner Fußgängerampel einfach mal gepflegt umfahren wollte
  • ein Busfahrer mich übersehen hat, der beim Abbiegen nach hinten statt nach vorne geschaut hat
  • mir ein Rennradfahrer lieber reinfahren wollte, statt an seiner Linksabbiegerampel abzuwarten
  • und zuletzt hat mir ein Autofahrer bei einer für mich grünen Ampel die Vorfahrt genommen, eine Fußgängerzeugin hat mir bestätigt, dass er über die rote Ampel gefahren ist ?!?

Das schöne Wetter tut nicht jedem gut? Schade eigentlich.

Spruch zum Wochenende: Fragen

Irgendwie läuft der Straßenverkehr gerade gefühlt nicht wie sonst? Deshalb seien mir ein paar Fragen erlaubt:

Wenn ich in einer 30er-Zone „etwas“ schneller als erlaubt fahre: warum muss mich dann ein Opelfahrer hupend und aufblendend überholen?

Wenn ich an einer roten Ampel ohne Grünpfeil für Rechtsabbieger warte, warum muss der Golf hinter mir Hupen und Lichthupen, um mich dann zu überholen und bei Rot über die Ampel zu fahren (und dabei einen vollbesetzten Bus schneiden)?

Wenn ich einen LKW rechts abbiegen lasse, warum meint dann der im Gegenverkehr wartende Linksabbieger, mich schneiden zu müssen/können?

Wenn ich im Stau stehe und die Gelegenheit nutze, über Freisprechanlage mit der besten Freundin zu telefonieren, warum muss der vor mir einen Vogel zeigen?

Meine Antwort für das bevorstehende Wochenende: Lächeln. Denn: „Wir lächeln alle in der gleichen Sprache.“ (Anynomus)

Und damit das jetzt nicht so alleine steht eine nette Begegebenheit von meinem täglichen Arbeitsweg: ein netter Busfahrer hier am Ammersee nutzt seine Busbeschriftung öfter mal für motivierende Botschaften, habe mich schon vielfach über sein „GRINS“ gefreut, heute morgen fand ich toll, dass er auf seinen Fahrten auf das herrschende „SCHNEETREIBEN“ aufmerksam macht. Ich hab ihn angelächelt …

Lieber BMW-Fahrer, der gerade in die Münchner Innenstadt fährt:

Der morgendliche Weg in die Arbeit. Kein Zuckerschlecken, vor allem, wenn wir Autofahren. Ich habe also durchaus Verständnis für die ein oder andere Eigenart im Fahrstil jedes einzelnen mich umgebenden Autofahrers.

Ich kann akzeptieren, dass Sie weder einen Rück- noch Seitenspiegel nutzen, dass Sie so vom Verkehr neben und hinter sich nichts ahnen – auch wenn ich es nicht besonders gut finde, dafür bin ich umso aufmerksamer. Ja, ich und die meisten anderen Fahrer nehmen Rücksicht, auch oder vor allem auf Autofahrer wie Sie. Ich kann akzeptieren, dass Sie einen Sicherheitsabstand zum Fahrzeug vor Ihnen halten, auch wenn das an der stehenden Ampel zwei Autolängen sind. Das mag für Sie der angebrachte Abstand sein. Vielleicht ist es tatsächlich sicherer, wenn Sie nicht näher auffahren? Für das vor Ihnen stehende/fahrende Auto? Hm. Was ich gerade noch verstehe, ist, dass Sie mit Ihrem Fahrzeug größerer Bauart auf einer zweispurigen Straße stadteinwärts gut über der Linie zur nächsten Spur fahren, ist halt etwas breiter? Und wahrscheinlich fühlen Sie sich so sicherer, mit viel notwendigem Abstand zur bedrohlichen Bordsteinkante. Gut: neben der Spur des neben Ihnen fahrenden Autos sind geparkte Fahrzeuge. Aber klar, Sie wissen ja auch gar nicht, dass neben Ihnen kein Auto fährt, weil Sie ja nur noch vorne blicken. Alles klar!

Aber: dass Sie im fließenden Verkehr freihändig fahren, um sich mit Blick in den Rückspiegel zu kämmen und mit der anderen Hand noch mal drüberzustreichen? Nein, das akzeptiere ich nicht. Es kann sein, dass, als Sie ihren Führerschein gemacht haben, weniger Verkehr war, dass Sie sich als sicherer Fahrer fühlen, vielleicht fallen Ihnen noch viele andere Begründungen ein? Die akzeptiere ich alle nicht, denn ich muss mit Ihnen auf denselben Straßen unterwegs sein. Und fühle mich nicht sicher, im Gegenteil: ich fühle mich durch Sie massiv gefährdet. Sie haben eben nicht mal wahrgenommen, dass ich da war, neben Ihnen, versucht habe, Sie auf mich aufmerksam zu machen …

Ich wünsche Ihnen gute und sichere Fahrt – und hoffe, dass ich mir Ihr Kennzeichen merke, denn ich werde Ihnen in Zukunft weiträumig ausweichen