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Brief an einen väterlichen Wegbegleiter und Freund

Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung. (Honore de Balzac)

Lieber Micha,

Abschiede tun weh, wenn sie dauerhaft sind. Wenn ein lieber Mensch stirbt, dann bleibt man zurück. Ich bin heute sehr traurig, weil ich dich nie wieder neben meinem Schreibtisch sitzen haben werde, dein Schmunzeln vermisse ich schon jetzt. Deinen scharfen Verstand, deinen einfachen Blick auf die Welt, deine unglaubliche Fähigkeit, komplexe Themen so zu analysieren, dass es wirlich jeder verstehen kann. Dazu deine Fröhlichkeit, deinen Humor, deine durchaus nicht immer charmante Ehrlichkeit.

Ich bin traurig, weil du gegangen bist. Aber ich respektiere, dass der Krebs zu stark war. Ich akzeptiere, dass deine Krankheit nicht heilbar war. Ich verstehe, dass du gegangen bist. Dass du nicht mehr konntest. Und trotzdem bis zuletzt nie die Hoffnung verloren hast, anderen Menschen Mut gegeben hast und immer der geblieben bist, der du immer warst. Jetzt bist du einen Schritt weiter, hast keine Schmerzen mehr.

In meinem Herzen und in meiner Erinnerung wirst du weiterleben.

Spruch zum Wochenende: Abschied

Manchmal muss man sich im Leben verabschieden, oft, weil man gehen möchte, manchmal, obwohl man nicht gehen möchte. Heute ist ein Tag, an dem ich mich verabschieden musste: einmal von einer lieben Kollegin. Mit der ich nur ein kurzes Stück Wegs gehen durfte, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Wir sind, obwohl ganz unterschiedlich, in unserer Arbeitseinstellung und -weise so ähnlich. Funktionieren gut als Team. Heute war ihr letzter Tag, aus Umständen, an denen wir beide nichts ändern können. Der Abschied schmerzt, einmal persönlich menschlich, aber auch, weil mir noch viele weitere Abschiede bevorstehen. Auch wenn das sehr unkonkret ist: es ist nicht leicht, die Ahnung macht es nicht leichter.

593Mein Spruch fürs Wochenende lautet deshalb: „Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.“ (Autor unbekannt)

Musste mich heute auch von Plänen für dieses Wochenende verabschieden, schweren Herzens, weil ich durch meinen Entschluss einen Menschen verletze, der mir viel wichtiger ist, als ich es beschreiben kann. Ich habe festgestellt, dass mir alles zu viel wird und ich nicht weiß, wie ich meine Planung packen soll. Ich verabschiede mich also auch gerade von meinem Bild von mir selber, meinem Image vom Starksein, vom alles-irgendwie-schaffen, auch für andere. Das Ich tritt gerade wieder in den Vordergrund, der Selbstschutz schlägt an, zeigt mir, dass meine Energie nicht unendlich ist. Ich wünschte mir so sehr, dass es anders wär …