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Wenn’s mal länger dauert

Ich nehme zurück, dass auch der Weg das erklärte Ziel des Reisens ist. Dabei hatte ich den Aspekt von unerwarteten Verspätungen und deren Verkettungen vergessen. Wenn man durch ein Gewitter bedingt nämlich erst viel zu spät startet, dadurch Anschlüsse verpasst, etwas unkoordiniert strandet, viel zu wenig Schlaf bekommt, trotzdem aufmerksam sein muss, um nicht noch mal stehenzubleiben … ja, es geht noch weiter … und trotz positiven Rückfragen zum Gepäck an allen Flughäfen bei Ankunft dann noch der große Koffer irgendwo verschollen bleibt, dann kommt man trotz Auszeit sehr unentspannt am Reiseziel an.

Zum Glück hat das bisherige Abenteuer auch einen kleinen Zauber inne: unterwegs hat sich eine kleine solidarische Reisegruppe gefunden, die sich gegenseitig unterstützt und motiviert hat – und immer ein aufmunterndes Lächeln parat hatte. Erwartet wurde ich von lieben Freunden und sogar deren Portier hat mir gut vorbereitet weitergeholfen. Und gleich werd ich mir ein paar Anziehsachen kaufen gehen – und hoffe trotzdem, dass die wertvollen Kofferinhalte heute noch bei mir landen, das wär schon schön 🤔

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Wenn ich mal nicht da bin …

… passieren Dinge, die unbedingt zum Nachlesen aufbewahrt werden müssen (wenn ich schon kein Bild machen konnte): letzten Samstag hat die bezaubernde Nichte ihrem Onkel die Hasen vorgestellt. Und ist dabei wie immer zu ihnen in den Auslauf gekrochen. Dann gabs Mittagessen. Im Anschluss kehrten alle zurück, nur: die Tür des Auslaufes stand weit offen, von den Hasen erst mal keine Spur. Ausgebüchst, die Aufregung riesengroß. Dann die erste Spur: die Dame hatte es sich unter einem Stoß Bretter bequem gemacht, sie war mit einer Karotte schnell hervorgelockt und saß schnell wieder zufrieden mümmelnd im gewohnten Umfeld. Der Herr dagegen hatte sich aufgemacht, die grenzenlose Freiheit zu erobern. Weit war er über die Wiese gehoppelt, schon fast in einem Feld gelandet. Und meine arme Schwester musste ihm ziemlich lang und mit aller Rafinesse hinterherjagen, ehe auch er in die Sicherheit des Verschlags zu einer Riesenportion glücklich machende Wildkräuter zurückkehrte. Was für ein großes Abenteuer für zwei so kleine Hasenkinder …

Dann ging es natürlich ans Diskutieren – also wer die Tür des Auslaufs nicht richtig zugemacht hatte ist immer noch nicht raus 🙂

Premierenfieber

Ein erstes Mal ist anders, eine Premiere mitzuerleben ein wunderbares, aber auch ein Ausnahme-Erlebnis. Die Künstler haben sich lang und intensiv vorbereitet, trotzdem: bei der Premiere vor Publikum ist oft Aufregung im Weg. Man ist noch nervöser, noch mehr gierig nach Reaktion, fürchtet die kleinen Unsicherheiten, hat vielleicht zu viel Respekt vor der Kritik. Und dann ist ein Premierenpublikum manchmal, nun ja, nennen wir es mal steif. Oft sind es viele geladene Gäste, zum Kommen verpflichtet … Alles ist auf Reaktion ausgelegt, es fließt noch nicht, sondern alle warten, wie es ankommt. Premierenfeeling ist ambivalent.

Toys GOP. Schaukelpferd
Toys GOP. Schaukelpferd

Ganz anders vorgestern abend. Ich habe eine sehr stimmige, gelungene Premiere erlebt, mit einem begeisterten Publikum. Manche Besucher mussten so lachen, dass sie nicht mehr aufhören konnten. Mit selbstsicheren Künstlern, die ihren Auftritt nicht nur souverän, sondern charmant, spontan, ohne Allüren, mit viel Profession, aber vor allem Herzblut und Freude auf die Bühne gebracht haben. Und den Saal mitgerissen haben!
Das schöne an einer Premiere: es gibt ein paar einführende Worte. Etwas mehr zum warum und wer dahinter steckt. Quasi die Geschichte der neuen GOP-Show, die unterwegs auf den Zirkus und Akrobatikfestivals in Frankreich vor dem Schaufenster eines Ladens mit antikem Spielzeug beginnt. Die Bühne ist entsprechend ein Spielzeugladen, in den Regalen Bären, ein Zonk, Babuschkas, Puppen, seitlich ein wunderschönes Karusselpferd. Nachts, sobald das Geschäft geputzt und abgeschlossen ist erwachen die Puppen und das Spielzeug zum Leben. Sie spielen miteinander, sie tanzen, lachen. Ein Kindertraum, der durch das liebevolle Arrangement nicht nur die Herzen von Kindern höher schlagen lässt.  In einem Varieté gibt es oft einen herausragenden Star, nicht so in Toys. Jeder Künstler für sich zieht in seinen Bann. Da zaubert ein junger Mann mit Stoffsäckchen, dass jeder Profifußballer gerne eine Trainingsstunde anmelden würde. Eine Akrobatin in Neon-Outfit lässt den Atem stocken, in dem sie sich auf wackligem Turmaufbau immer abwechseond auf einem Arm in Balance hält. Ein Flötenzauberer à la Paganini spielt gleichzeitig auf 5 Instrumenten und baut sich ein Orchester aus Publikum. Eine Puppe bewegt anmutig ein Rhönrad auf der viel zu kleinen Bühne. Ein junger Franzose beeindruckt mit Einradakrobatik und seinem ansteckenden Lachen. Ein Akrobat jongliert beinahe schwerelos auf dem Seil, mit Einrad. Bewegte Elemente, die an von Kindern gebaute Figuren erinnern, werden von einer Artistin mit viel Körpereinsatz, vor allem mit den Zehen, durch die Luft gewirbelt. Die beiden Supermarios zeigen eine Tanzeinlage, zwischen vielen akrobatischen Figuren bleibt der Atem des Publikums kurz stehen, als sie Kopf auf Kopf stehen ….

Toys GOP. all acteurs
Toys GOP. all acteurs

Nicht zu vergessen die Clowns: Das italienische Geburtstagskind des Abends, das mit seiner Partnerin durch das Programm begleitet, sich von einem akrobatischen Act zum nächsten steigert und entwickelt; das Publikum einbindet, einmal turnt sie auf einem Zuschauer, einmal ist der Zuschauer Helfer, um sie vom meterhohen Trapez zu holen. Nicht zu vergessen Interaktion mit den ersten Tischen – la Ola mal anders rum: Köpfe runter, unter der Leiter durch!
Es war herrlich, Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Hat großen Spaß gemacht, ich kann einen Besuch im Münchner GOP guten Gewissens empfehlen, auch als Ausflug mit Kindern für die ganze Familie. Ich würde auch noch mal gehen, so gut hat es mir gefallen!

Toys GOP. Clowns
Toys GOP. Clowns