Verantwortung

Heute muss ich zynisch die Frage stellen: warum will eigentlich jeder Vorgesetzter, Leiter, Chef werden oder zumindest wichtiger als andere sein, mehr verdienen, einen Titel haben? Und wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen, dann verstecken sich die Herren Abteilungsleiter, die Damen Direktorinnen müssen plötzlich bei ihren Vorgesetzten nachfragen … Eine sonderbare Mentalität!

Manchmal scheint es schier unmöglich, eine simple Auskunft zu bekommen – ja oder nein wird zu einem zurückhaltenden Jein, statt Entscheidung wird Aufschub regelrecht zelebriert. Um am Ende des Tages festzustellen, dass man hinter Zielen zurückbleibt oder – noch schlimmer – engagierte Kollegen aufgeben, sich entschließen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und eine neue Herausforderung zu suchen, in der sie sich entwickeln können.

Ich wünsche mir eine Umgebung von Verantwortungsbewusstsein, auf allen Ebenen. Gelebten Teamgeist, in dem Entscheidungen getroffen und Entwicklungen erlebt werden. Stagnation führt zu Unzufriedenheit, ein sehr unangenehmes Gefühl – und passt zu meinem Eintrag von gestern: führt zu Überlastung, zu Gemecker und zu wenig Kreativität. Insofern: raus in die Freizeit und Erholen, damit ich morgen wieder gern und bewusst Verantwortung übernehmen kann!

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Zu viel Stress?

Heute ist einer dieser Tage: morgens auf dem Weg zur Arbeit – ich wusste, das wird ein langer Tag – höre ich Radio, kommentiert wird eine aktuelle Studie: Arbeitnehmer klagen über zu viel Stress. Fast die Hälfte der Deutschen denkt, der Stress hat die letzten Jahre zugenommen, Mails, Anrufe usw. Hm, ja, was soll ich dazu sagen:

Mein Tag war anstrengend, ich bin aktuell ca. 12 Stunden in der Arbeit, war heute morgen früher da als normal, denn eine knifflige Herausforderung lag vor mir, die mich auch schon gestern nachmittag, den Abend und nachts so zwischendrin beschäftigt hat. Gelöst im Lauf des Vormittags, danach hab ich versucht, alle anderen Tagesafgaben hinzubekommen. Eine Beobachtung: Viele Kollegen haben Zeit, bei mir zu jammern, sich über die viele Arbeit zu beschweren, die sie kaum bewältigen können. Ich hab dafür schlicht keine Zeit. Auch nicht für das Gemotze der Kollegen, denn das hält mich zusätzlich davon ab, rechtzeitig fertig zu werden?

Heute bin ich stolz, denn neben meinem Job hab ich sogar geschafft, für meine ausscheidende Kollegin ein Abschiedsgeschenk zu organisieren, war koordiniert genug, das restliche Team zu mobilisieren, alle noch zu einer Übergabe zusammenzutrommeln. Die Kollegin, die ihren letzten Tag hatte, hat sich gefreut – und gelächelt.

Und dann denk ich mal wieder: stimmt, ich hab echt Stress. Aber irgendwoher hole ich immer wieder die Energie, etwas für andere zu tun. Und das scheint auch mir gut zu tun? Mir über den Stress hinwegzuhelfen? In jedem Fall jammere ich nicht gerne, nur wenns echt zu viel wird! Und ich nehm mir jetzt mal vor, alle anderen auszublenden, vielleicht schaff ich dann meine Arbeit mal in der Zeit, die ich mir eigentlich dafür vornehme? Guter Plan!

PS: ich hätte mal gerne die Zeit, in Ruhe alle Beiträge, die heute auf Facebook, Twitter usw. zum Thema Stress gepostet wurden, zu lesen – aber irgendwie reizt es mich mehr, den Arbeitstag jetzt zu beenden und nicht mehr über Stress anderer Menschen nachzudenken!

Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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