Vereiste Spinnweben

Am Wochenende hab ich mit meiner Nichte etwas sehr besonderes entdeckt: eine vereiste Spinnwebe. An der „Wäschespinne“ im Garten – wie passend. Spinnweben kennt man, gefrorenen Tau kennt man – aber eine ganz zarte Spinnwebe, auf der Tau gefroren ist? Ist wahrscheinlich schon etwas Besonderes in dieser Jahreszeit? Im Winter sind dann entweder die Spinnweben durch den schweren Tau gerissen oder ich weiß es nicht. Im Frühjahr kommen die neuen Spinnweben ….

Wir beide haben uns in jedem Fall total über unsere Entdeckung gefreut. Das sieht sehr besonders aus, sehr zart, ganz leicht – es bewegt sich etwas im Wind. Und natürlich noch viel mehr, wenn wir unser Lieblingsspiel mit der Wäschespinne vollführen, also sie auf meinem Arm sitzt, eine der Wäscheleinen greift und wir uns um die Wäschespinne immer schneller drehen, es ist wie tanzen, wir lachen viel, beobachten den Himmel, der sich in unserem Laufen mitdreht, und wir beiden können uns so herrlich einfach an dieser Bewegung freuen.

„Mehr?“ Aber klar doch „mehr ….!“

 

Stromausfall

Heute morgen gabs in München Stromausfall – und mit einem Schlag merkt der moderne Mensch von heute wie angewiesen er auf vieles ist. Und dass es eben nicht selbstverständlich ist, morgens vom Radiowecker geweckt zu werden, Licht auf Knopfdruck, Infos zu aktuellen Lage aus dem Radio oder TV, Internet, … An einem Tag wie diesem wird zumindest mir bewusst, dass die Moderne schon eine luxuriöse Zeit ist. Es wird von Tag zu Tag so vieles selbstverständlich, kann sich noch jemand erinnern, dass wir früher den Fernseher nur zu bestimmten Zeiten benutzten? Dass nicht in jedem Zimmer Audiogeräte rumstanden? Dass es ein Fernsehgerät und ein Radio für die ganze Familie gab? Telefone noch richtige Apparate waren? Meine Oma konnte sich natürlich noch an Zeiten erinnern, in denen es im Haus kein fließendes Wasser gab (ich spreche nicht vom Warmwasser, sondern von Zeiten, in denen das Wasser aus dem Brunnen von draußen geholt werden musste …).

Wir sind schon sehr verwöhnt – so empfinde ich es zumindest an einem Tag wie heute, wo irgendwie morgens erst mal alles steht. Keine S-Bahnen, U-Bahnen, Trams – Ampelanlagen, die ausfallen, keine Beleuchtung für die Straßen. Und schon fühlt es sich wie im Chaos an…

Dabei ist das anderswo auf dieser Welt auch heute noch ein einfaches, sehr schlichtes und entbehrungsreiches Leben. Eine Welt fernab von Luxusproblemen wie: muss ich mit Blackberry 24 Stunden und auch im Urlaub erreichbar sein? Dort, wo weder Blackberrys noch iPhones eine Rolle spielen, wo es ums nackte Überleben geht sehen wir, wie gut es uns geht.

Und heute morgen, musste sich da jemand wegen des Stromausfalls Sorgen machen? Nicht wirklich. Im Gegenteil: gefühlt jeder, der ein Smartphone besitzt, hatte ausreichend Zeit für einen Kommentar zu seiner persönlichen Befindlichkeit im Stromausfall. Schon etwas befremdlich, so manche Kommentare? Zumindest in meiner Welt 🙂

Happy Birthday Astrid Lindgren

Aus aktuellem Anlass – heute würde Astrid Lindgren 105. Geburtstag feiern – sag ich mal Dankeschön. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann hat mir diese großartige Schriftstellerin wunderbare Stunden geschenkt. Voll Phantasie, voll mit schwedischen Dörfern und kleinen Städten mit bunten Häusern, voll mit Naturerlebnissen. Auch wenn ich damals nicht wusste, wo Schweden liegt – es hat mir dort dank ihren Erzählungen richtig gut gefallen! Nicht immer waren ihre Hauptfiguren meine Idole, Pippi fand ich toll, als abenteuerlustige Freundin, wollte aber nie Tommi oder Annika sein (zu fad). Mit den Kindern von Bullerbü hab ich gespielt, bin in Gedanken mit auf ihre Touren gegangen. Ich wollte schon immer mal Ferien auf Saltkrokan machen! Mit Madita hab ich gelitten und mich oft in ihr wiedererkannt. Die Madita-Filme hab ich erst viel später gesehen (und auch die fand ich toll). Bei Nils Holgerson wars andersrum: ich habe erst die Zeichentrickserie geliebt, wäre am aller-allerliebsten auch mal ganz klein gewesen, um mit den Gänsen zu fliegen und die Welt zu sehen. Die Bücher hab ich erst viel später verschlungen. Wie Karlsohn vom Dach und ürbigens auch Ronja Räubertochter, das Buch hab ich erst als Erwachsene gelesen.

Und meinen Michel liebe ich ununterbrochen heiß und innig: wenn die Geschichten aus Lönneberga im Fernsehen widerholt werden kann ich wirklich nicht widerstehen. Muss ich sehen. Vor allem, weil der Schauspieler genau so ist, wie man sich den Emil aus dem schwedischen Original vorstellt: ein blonder Lausbub, verschmitzt mit einem wunderbar großen Herzen.

Ich habe von Astrid Lindgren später noch viel gelesen, mich im Studium mit ihr als Schriftstellerin auseinandergesetzt, mehr über sie als Persönlichkeit gelernt. Und mir dennoch immer einen Blick auf sie erhalten können: sie konnte sich auch als Erwachsene so herrlich in Kinder hineinversetzen. Bilder erschaffen, die Kindern gefallen. Ideen erfinden, die Kinder begeistern. Und auch Erwachsene in diese Welt mitnehmen.

Happy Birthday Astrid Lindgren – ich werde meinen Patenkindern sicher das ein oder andere deiner Bücher schenken, vorlesen oder mit ihnen einen Film nach deinen Romanvorlagen schauen!

Früher

Wie gestern schon berichtet war ich am Wochenende in einem fabelhaften Konzert – also eigentlich kann man es gar nicht Konzert nennen, denn es war ein Abend voll mit guter Musik und großem Entertainment. Und da sieht und hört man dann Größen der deutschen Musik von heute im Stil der ganz großen Entertainer Amerikas von damals – und fragt sich unwillkürlich: warum war diese Musik eigentlich so göttlich, und heute hört sie „kaum mehr“ jemand? Gut, nicht jeder Musiker ist in der Lage, das stimmlich zu bewältigen. Und es gehört Coolness dazu, ohne gehts nicht. Sonst wirkt das Ganze überhaupt nicht …

Aber jede Zeit hat ihre Musik, hat ihre Idole, hat ihre Fans. Und es bedeutet nicht, dass nur weil „früher alles besser war“ auch wirklich jeder in der Vergangenheit etwas findet, was ihn anspricht. Verstanden. Dennoch finde ich die Musik, mit der meine Eltern aufgewachsen sind und die sie zumindest theoretisch hören konnten, als sie sich kennengelernt haben, toll! Man fühlt sich so lebendig, der Rhythmus geht ins Blut, man möchte tanzen, sich bewegen …. Ich bin ein großer Fan der Swinging Era und hab wieder große Lust bekommen, meine CDs aus dem Schrank zu kramen. Ob original von damals oder auf früher gemacht von heute: bitte mehr davon! 😉

Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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