Kranksein

Wie kann es eigentlich sein, dass ich im Urlaub krank bin? Ich wehre mich noch nach Kräften, aber irgendwie hats mich dann jetzt wohl doch erwischt, so ein Mist. Draussen scheint die Sonne? Und ich lieg hier schlapp rum … Hab mir fest vorgenommen heute auf jeden Fall noch mal die schöne frische Winterluft zu genießen, und was man sich vornimmt? Genau!

Bei der Gelegenheit hab ich aber tatsächlich Zeit, mir Gedanken übers Kranksein als KInd zu machen, das war irgendwie anders? An richtig schlimme Krankheiten kann ich mich zum Glück nicht erinnern, nur einmal hatte ich mörderische Ohrenschmerzen, da musste der Arzt nach Hause kommen, so schlimm wars. Aber ansonsten wars mal ein schlechter Tag, danach durfte man meistens wieder aufstehen und spielen. Als Erwachsener ist Kranksein nicht meins, erstens, weils meistens nicht nur einen Tag dauert, zweitens weil es mir immer so langweilig ist. Fernsehen? Da werd ich noch kränker. Lesen? Klappt nicht. Schlafen – geht leider nicht immer …

Insofern: ich will lieber nicht Kranksein, deshalb leg ich mich jetzt kurz hin, danach solls mir gut gehen und dann will ich raus in die Sonne – gute Besserung an mich selbst!

Zu zweit Schneeräumen

Vor meinem Fenster räumen seit einer knappen Stunde zwei Männer Schnee – einer ohne Schippe und ohne Kraftaufwand, dafür mit einem kleinen Fahrzeug, vorne dran die Schaufel. Und er fährt eine Spur nach der anderen, sein Kollege muss die Haufen mit der Schaufel nach hinten verteilen, weil irgendwie ist zwar der Hauptweg frei, aber die Haufen sind alle im Weg. Die beiden reden nicht wirklich miteinander, der eine fährt und häuft auf, der andere schippt und machts wieder weg …

Ob da System drinsteckt? Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?

Und trotzdem hab ich gerade die Erinnerungen an meine Kindheit: ich im dicken Schneeanzug, sehr gut eingemummelt mit Schal, Mütze und viel zu großen Handschuhen, Papas bester Mitarbeiter. Natürlich gabs für mich eine eigene Schaufel und ich hab wahrscheinlich ähnlich wie die beiden gerade im Hof nicht unbedingt koordiniert mitgeholfen. ABER ich habs geliebt, mein Vater hat die hohen Haufen aufgeworfen und ich hab auch etwas aus dem Weg geräumt. Vor lauter Anstrengung hatte ich bestimmt hochrote Backen (noch heute mein unverwechselbares Markenzeichen …) und bei so viel Anstrengung wars ganz schön warm. Nur bei uns war hinterher der Weg frei und die Haufen lagen ordentlich auf der Seite. Na ja, die beiden haben ja noch ein paar Stunden Zeit bis morgen früh 🙂

Durchatmen und zur Ruhe kommen

„Wir konzentrieren uns nur noch auf den Augenblick, auf diesen Raum, alles andere lassen wir draussen. Sie dürfen sich jetzt entspannen, einfach fallen lassen!“ Mit diesen Worten hat meine Masseurin heute eineinhalb Stunden Tiefenentspannung eingelaeutet, ich bin immer noch in meinem Atemfluss, spüre den Bewegungen nach und konnte die Berührungen so sehr geniessen. Schön, wenn ein Therapeut so eine positive Ausstrahlung hat, schön wenn ich mich als Kunde ganz fallenlassen kann.

Ganz allgemein muss ich sagen, dass es wunderbar ist, zum zweiten Mal das Wellnessangebot des St. Gunther zu geniessen. Wir Mädels machen gerade unseren jaehrlichen Freundinnen-Trip, 2012 quasi zum zweiten Mal, weil wir unseren Ausflug in den Dezember vorverlegt haben. Die Anreise in den Bayerwald heute Mittag war traumhaft schön. Ab Deggendorf geht es in den tiefverschneiten Wald, blauer Himmel, Sonnenschein. Am liebsten hätten wir alle paar Kilometer angehalten, um einfach nur den Blick in alle Himmelsrichtungen zu geniessen, auf den Hoehen verschneite Wiesen, die Aeste und Zweige der Baeume vom dicken Schnee nach unten gebogen, sooooooooo schön!

Bei der Ankunft im Hotel ist es ein herzlicher Empfang, wir haben ein Upgrade bekommen, eine kleine Suite mit eigenem Balkon mit Blick auf die Berge der Umgebung, draussen ein Tisch in der Sonne, nur fuer uns. Wir gehen trotzdem erst mal essen und einen Kaffee gegen die Müdigkeit trinken. Dann geht’s in die Sauna mit Ausblick, zum Abkühlen in den verschneiten Garten. Mit einem Ausblick, der mich schon wieder ins Schwaermen bringt: kennt ihr diese besonderen Sonnenlichtreflexe, die eine verschneite Landschaft am spaeten Nachmittag in vielen Farben schillern lassen? Dann kann man nach dem Saunagang auch noch dem eigenen Dampf oder Hauch zusehen, wie er durch die klirrend kalte Luft flieht. Und trotz Minustemperaturen hatte ich nicht eine Sekunde das Gefühl zu frieren. Und war vom Ausblick so fasziniert, dass ich locker eine halbe Stunde ausgehalten haette 🙂
Nach meiner Massage ist der Kopf vollkommen frei, hab tatsaechlich keine Minute an Arbeit, Stress oder sonst was Aktuelles gedacht – und atme seit Stunden tief ein und aus, wow, wenn das die zwei Tage so weitergeht schafft es das kurze Wochenende mich vollkommen zu entspannen? Schön, ich freu mich drauf!

Kleiner Exkurs, denn ich habe heute unterwegs eine Feststellung gemacht: in meiner kindlich naiven Welt geht im tiefen Winter ein menschenfreundlicher Langläufer los und zieht die erste Spur fuer alle anderen? Pustekuchen, das Schneeraeumkommando räumt vorne Schnee, walzt platt und hat hinten Skier so optimal eingestellt, um diese Spur zu ziehen. Liebe Kinder, man lernt nie aus …

Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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