Dreikönigstreffen

Wenn anderswo Parteifreunde aufeinandertreffen, reden, sich über politische Ideen, Vorschläge und auch sonst so allerlei austauschen kommen bei meinen Eltern alljährlich die Geschwister meines Vaters zusammen. Mit Ehefrau oder Ehemann im Schlepptau. Meine Mutter macht sich schon Wochen vorher daran, Kochbücher zu studieren, die liegen dann wie Prüfungsunterlagen kurz vor Termin mit Einmerkungen solange offen überall verstreut, bis sie sich auf ein Menü festgelegt hat. Das meistens noch ein paar Mal leicht abgeändert wird – zum Beispiel wurde die Anzahl der Beilagen von vier auf dann doch nur drei reduziert. Zwar nur zähneknirschend, aber nach mehrmaligen Hinweisen auf die Thematik des Seniorentellers meinerseits hat sie dann doch klein beigegeben. Und es wurde in diesem Jahr auch tatsächlich keine Suppe oder sonstige Vorspeise gereicht. In den vergangenen Jahren mussten die armen Tanten und Onkel dann doch das ein oder andere mal abwinken, ob der Massen an Nahrungsmitteln, die ihnen da nach den Weihnachtsfeiertagen auf den Teller geladen wurden. Und das findet dann sogar meine Mama schade, wenn was weggeworfen werden müsste …

Auch beim alljährlichenh Familientreffen wird politisiert, es werden Geschichten ausgetauscht … In einer Lautstärke, die kein Kindergeburtstag toppen kann, egal welches Alter, egal wie viele Kinder. Dennoch setze ich mich gerne dazu und höre etwas rein. Schließlich werden gerade bei solchen Anlässen manchmal wahre Schätze der Erinnerung aufgerissen, zufällig erzählt man sich alte Geschichten. Vieles davon kann ich mir dann auch tatsächlich merken. Vieles ist vielleicht heute nicht wichtig, aber später – wenn man nicht mehr fragen kann – dann wüsste man es gerne.

Ich hätte meine Großeltern gerne vieles gefragt, sie hätten sicher nicht alles erzählt, denn die Kriegsgeneration hat über manche Dinge einfach nur geschwiegen. Ich war und bin dennoch neugierig und durchs Zuhören erfährt man auch immer viel über den Erzählenden, über seine Sicht, seine Weltanschauung, die nicht immer die meine sein muss – die aber immer dafür sorgt, dass der eigene Blickwinkel erweitert wird. Insofern: ich werd auch bei den nächsten Driekönigstreffen dabei sein, auch wenns die nächsten Jahre noch lauter werden wird, irgendwie ist das Klingen in den Ohren trotzdem jedes Mal wert!

Der einheimische Bock-Käfer

Es gibt Tage, da freut man sich als Kind so richtig drauf, manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu viel? So ein Tag war gestern für meinen kleinen Großen: ich war nämlich als Besuch angekündigt. Die ganze Familie besucht nach Weihnachten das alte Zuhause, die Tage sind randvoll mit Besuchen bei Oma und Opa, bei lieben Freunden und dann kommen auch noch ein paar Erwachsene zu Besuch, das ist SOOOO toll. Und dann das: der angekündigte Besuch kümmert sich nicht nur um die eigentliche Hauptperson, den siebenjährigen Dreh- und Angelpunkt seines Daseins, sondern beschäftigt sich auch noch mit der kleinen Schwester. Und mit den nervenden Eltern. …

Ohne Worte, teilen ist nicht einfach. Und dann kommt es schnell dazu, dass aus all der überwältigenden Vorfreude überschäumende Wut wird, dass der ganze Tag ein einziges Auf und Ab der Gefühle wird, man in einer Sekunde lacht, sich freut, ganz verschmust ist, in der nächsten verärgert, traurig, wütend, heult, vor lauter Grimm die ganze Welt anschreien könnte. Und vor allem mit dem Fuß aufstampfen muss – was den nächsten Ärger mit den Eltern in einer Wohnung mit hellhörigem Parkett und direkt darunter wohnenden Mitbewohnern schon wieder heraufbeschwört.

Und trotz diesem Gefühlschaos habe ich die Stunden mit meinen beiden Patenkindern und deren Eltern gestern so sehr genossen, etwas Ironie und sich selbst nicht ganz so wichtig nehmen hilft in den Momenten des erbosten Zorns zum Glück weiter. Belohnung sind die sonnigen Momente an der Isar, die man mit einem Lächeln ganz tief aufsaugen kann, die Ausblicke auf glückliche Münchner, die genau wie wir das Wetter und das Zusammensein in der frischen Luft genossen haben, die gelöste Stimmung. Dazwischen kleine liebevolle Umarmungen, Kuscheln und auch mal ein paar Heimlichkeiten, die mir ins Ohr geflüstert werden.

Ich hoffe, dass der Große sich an seine bockigen Attacken (daher die Überschrift, denn von seiner Mama wurde der kleine Zornbickl, wie man ihn in Bayern nennen würde, bei seiner Entdeckung im Isarwald in den „einheimischen Bock-Käfer“ umbenannt, um ihn nicht mit dem sonst so süßen Blondschopf zu verwechseln :-)) nicht lang erinnert und statt dessen die wunderbaren Momente an der Isar im Kopf behält. Den Fluss, die Stromschnellen, die Brücken, den Friedensengel, die Konstruktionen und alles, was wir sonst noch so gesehen und bewundert haben. Und ich freu mich auch aufs Wiedersehen – ganz bestimmt irgendwann im neuen Jahr!

Farbiger Tag

Was war das heute für ein farbenfroher bunter Tag? Ich hoffe, ihr wart alle draußen und habt diese traumhaften Farben genossen? Schon beim ersten Blick heute morgen – war ziemlich früh, ich bin immer noch krank, huste  morgens meistens irgendwann so, dass ich davon dummerweise aufwache … – war ich einfach nur fasziniert, konnte mich an den Farben kaum sattsehen. Die Sonne, ein glühender Ball inmitten von verschiedensten Rottönen, fein abgestimmt mit orangenen und den ersten warmen Gelbtönen. Im Lauf des Vormittags dann das warme Strahlen der Sone, das die Welt eigentlich immer in etwas ganz Besonderes verwandelt? Wenn das so zum Fenster reinscheint taucht es auch die Zimmer, das Haus, jeden Raum in etwas ganz besonderes, verändert die Welt auch innen von Minute zu Minute.

Und den Nachmittag hab ich zwar wieder zum Teil verschlafen, aber das was ich gesehen habe, war schlicht TOLL: ein ganz feiner Schleier über der Landschaft, aber satter blauer Himmel, und darunter die eigentlich karge Winterlandschaft, die trotzdem in vielen Farben erstrahlt. Ich war ganz fasziniert, das sich vor allem am späten Nachmittag im beginnenden Abendrot die komplette Alpenkette abgezeichnet hat. Ganz deutlich sogar. Und wie schon die letzten Tage war das Abendrot nicht ein Farbton, sondern irre viele unterschiedliche Nuancen – an Tagen wie heute müsste man Maler sein? Oder zumindest die Kamera permanent im Anschlag haben, um  jeden Farbton einzufangen?

Obwohl: manchmal probier ich das ja aus und ganz oft stelle ich fest, dass die Natur es doch um Klassen schöner gezeigt hat. Also besser beide Augen auf und jeden Augenblick ganz tief in die Seele aufsaugen.

Sternklare Naechte

Schon als kleines Kind hat es mich fasziniert, wenn am Nachthimmel alle Sterne zu sehen waren. Sofern der Vollmond schien und zu sehen war hab ich es wohl bislang immer bestaunt. Und ein ganz besonderer Zauber legt sich über die Welt in Nächten, in denen alles so besonders klar hervortritt, wenn man sogar gefühlt die ganze Galaxie zu sehen bekommt.

Das sind Nächte, in denen man mit guten Freunden tiefsinnige Gespraeche führen, mit vielen lieben Menschen ein Fest feiern oder mit einem geliebten Menschen einfach in der Wiese liegen und das Leben geniessen sollte. Mir fällt noch viel mehr ein, was man in diesen besonderen Naechten machen sollte. Aber keinesfalls sollte man es nicht mit allen Sinnen aufsaugen, ebensowenig im Haus hocken oder sogar verschlafen.

Perfekte sternklare Nächte gibt’s meist im Sommer, oder ganz besonders mal in einer lauen Winternacht. Wie heute. Wunderschoen und immer einzigartig! Zauberhaft und fuer mich ganz besonders!

Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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