Vergeht die Zeit wirklich schneller, wenn wir älter werden?

Schon ist Montag, dabei war doch gerade noch Freitag abend und die Vorfreude aufs Wochenende riesig groß? Zwei ganze Tage voll Freizeit und gar nicht viel vor, trotzdem 1-2-3 wars auch schon wieder vorbei. Geht euch das auch manchmal so?

Und dann stelle ich mir mal wieder die Frage: war das schon immer so? Oder vergeht das Leben einfach nur schneller, wenn man älter wird? Als Kind waren die Tage doch viiiiieeeel länger? Oder? Also, wenn ich zurückdenke: die Sommerferien haben unendlich und noch einen Tag länger gedauert. Doof eigentlich, denn damals habe ich nichts sehnlicher herbeigesehnt als den ersten Schultag. Endlich alle Freunde wiedersehen, endlich wieder ein geregeltes Leben, gut, die Schulstunden, aber zum Start in den Tag leckeren Kaba (gabs damals wenn ich mich richtig erinnere wirklich jeden Tag), Warten auf den Bus an der Bushaltestelle, die Schulranzen ordentlich hintereinander aufgereiht, sodass die Reihenfolge des Einsteigens auch gerecht nach der Ankunft des Einzelnen geordent abläuft, die Busfahrt, ins Klassenzimmer laufen – der Gong zur ersten Pause. Hach, so ein Schultag hat endlos lange gedauert, mittags wars vorbei, die Fahrt nach Hause, Mittagessen, Hausaufgaben – udn danach endlose Stunden draußen spielen, toben. Der Abend kam nie. Die Tage haben als Kind und zu Schulzeiten definitiv unendlich lange gedauert. Muss so sein!?

Und am schlimmsten war es, auf etwas zu warten: Weihnachten, Geburtstag, Geschenke – da hat die Wartezeit noch mal mindestens dreimal so lange gedauert. Die Tage haben sich endlos hingezogen? Vor allem, wenn es der letzte Tag vor Weihnachten war? Oder der letzte Tag vor dem Geburtstag? Grausam lange …

Ich kann mich auch als Teenager erinnern, dass alles endlos gedauert hat, vor allem, bis man seinen jeweiligen Schwarm ENDLICH wiedergesehen hat. Nur Tage vor Prüfungen, die waren immer viel zu schnell um!

Vielleicht liegt es daran: vielleicht ist es als Erwachsener immer so, dass man von Terminen gejagt wird, die eher unangenehm sind? Nichts, was man herbeisehnt? Nö, kann auch nicht sein – denn den Urlaub, den sehne ich herbei, er ist schnell da, aber noch viel schneller rum. Dates, sind immer viel zu schnell da, anstatt dass man ordentlich Zeit hätte, sich umfassend vorzubereiten, täglich Sport zu machen, um die 5 Kilo wegzubekommen, die Haut zum Strahlen und das Haar zum Glänzen zu bringen …. Nein, die Zeit vergeht einfach schneller, wenn man älter ist – ob man sich auf etwas freut, oder auch nicht.

Da hilft nur, jetzt zu leben? Also im Hier und Jetzt, ganz im Augenblick – denn dann gibts keine Vorfreude und auch keine Enttäuschung? Alles, was man braucht, ist in diesem Moment da – schön, dann geh ich jetzt heim und freue mich drauf, einfach nur keine Verpflichtung zu haben. Oder wollte ich nicht putzen? Ähm, also – mal sehen ….

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Schäfchenwolken

Nach einem Tag wie heute macht es besonders viel Spaß, in den Himmel zu schauen, und da sind sie: Schäfchenwolken. Vor blauem Himmel!

Ein gutes Zeichen, denn es bedeutet: der Wetterbericht könnte tatsächlich zutreffen und die nächsten Tage werden zwar kühler, aber SCHÖN! Hurra! Mich kann sowas glücklich machen, und wie. Vor allem (ok, das wusste ich als Kind noch nicht so zu schätzen, heute dafür umso mehr): morgen ist Freitag, danach kommen zwei herrlich lange Tage Wochenende. Bei schönem Wetter mit vielen, unzähligen Möglichkeiten. Rausgehen, im Garten arbeiten, einfach nur in den Himmel schauen und sich über das schöne Wetter freuen. Alles für mich sehr erholsam. Da muss ich nicht groß verreisen, sondern kann solche Tage eigentlich überall auf der Welt genießen? Ja, geht – sogar gut.

Und gerade steigt die Vorfreude aufs Wochenende, schon das Wissen, dass ich nach draußen kann und dass mich in diesem DRAUSSEN Sonnenschein erwartet lässt meine Stimmung höher und höher wandern. Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die so viel wert sind. Ja genau!

Hallo Welt

Hallo Welt? Nein, ich werde eher keine Bloggerin mit wichtigen Infos für die Welt. Aber es gibt ein paar Kinder, denen ich gerne viel öfter Briefe schreiben würde. Und da ich eine typische Erwachsene bin und also nie Zeit habe: vielleicht klappt’s mit einem Blog? Ich bin skeptisch, auch typisch erwachsen eben 🙂 aber das kommt aus meiner Zeit als große Tagebuchschreiberin: ich hab mir seit frühester Kindheit immer Tagebücher schenken lassen, selbst gekauft, begonnen zu schreiben, und dabei blieb es dann auch 🙂
Aber ich würde gerne – Briefe schreiben, meine Gedanken und Erlebnisse festhalten. Na gut, nicht alles, aber eben die kleinen Dinge, die ich mit meinen kleinen Freunden, meinen Patenkindern gerne teilen würde!
Kurz zu mir: glücklicher Single und kinderlos. Ich mag Kinder und bin vielleicht auch selbst noch ein Stück Kind. Zumindest habe ich ein gutes Verhältnis mit meinen Eltern. Und mag auch den Rest meiner Familie. Ich lebe in der Stadt, komme aber vom Land. Und da bin ich auch lieber. Ich mag Ruhe, Garten, Natur, Wald, Tiere, … Landmenschen sind anders als Stadtmenschen, oft freundlicher. Zumindest mehr miteinander? Ich bin ein Miteinander-Mensch, gegeneinander macht alles anstrengend. Miteinander bringt mehr Spaß, finde ich!
Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, beobachte viel, bin neugierig, aber auch vorsichtig. Ich lerne täglich dazu und mag es, wenn ein anderer Mensch mit mir respektvoll umgeht. So versuche auch ich mit der Welt umzugehen, respektvoll und verantwortungsbewusst. Klappt nicht immer, aber oft. Und das macht mich zufrieden.
Warum fange ich an zu schreiben? Gerade hatte mein Patenkind Geburtstag. Den zweiten. Ich habe mir vorgenommen, ihr genau wie ihrem großen Bruder Briefe zu schreiben, über mein Jahr mit ihr. Und obwohl ich sie in den zwölf Monaten kaum gesehen habe (sie lebt mit ihrer Familie nicht gerade ums Eck) habe ich den Brief begonnen – und bin nicht rechtzeitig fertiggeworden! Passiert mir oft: Erwachsenenproblem. Sich was vornehmen und dann schafft mans doch nicht. Schade, oder?
Gerade ist der letzte Tag meines Urlaubs mit Patenkind Nummer zwei: ich bin mit der Familie meiner Schwester eine Woche auf dem Hausboot unterwegs gewesen. 1000 kleine Erlebnisse, so wertvoll. Und alle schnell vergessen, denn für meine wundervolle Nichte sind es nur kleine Schritte in der Entwicklung, an die sie sich nicht erinnern wird. Fuer mich kostbar, denn so lange am Stück sehen wir uns sonst nie.
Ich finde: eine gute Gelegenheit zum Starten! Für die kleinen Erinnerungen an Erlebnisse, die sonst leicht vergessen werden?

Was haben wir uns die letzten Tage Brot vom Mund abgespart, um die Enten zu füttern. Und dann kommen diese Drecks-Enten (Verzeihung, aber ist doch wahr!) nur, wenn grad nix besseres wartet. Wir laufen los, bewaffnet mit einer Tüte, randvoll mit bestem, köstlichem Brot, in mundgerechte Stücke geschnitten. Vom Boot über den Steg um die Ecke, ein paar hundert Meter bis zum Strand. Die Sonne scheint, es ist früher Morgen, außer uns ist noch niemand unterwegs. Die Vorfreude steigt, auf meinem Arm ein strahlendes Kind: „Enten! Brot!“ wir nähern uns vorsichtig, schließlich watscheln Wildtiere am Strand. Aber wir haben so viel leckeres Futter dabei, das müssen sie doch förmlich riechen? Und dann laufen sie ins Wasser und schwimmen schnell davon. Sind eben wilde Tiere, die uns nicht verstehen. Wir können nicht mit ihnen sprechen und verständlich machen: wir wollen euch nur Gutes tun, euch Futter bringen und uns daran erfreuen. Schade Enten, zum Glück freuen sich die Möwen, Teichhühner, Raben und Schwäne und eure Brüder und Schwestern in den Häfen über unser Brot. Die kennen es auch besser, da kommen viele tapfere Fütterer, klein und groß 😉

Urlaubs-Intermezzo

Vom Schiff weiter auf die Insel – Samstag war ein großer Reisetag: vorbei noch mal an allen Seen, die wir auf dem Wasser besucht haben. Der Abschied vom Schiff war nicht schwer, nach einer Woche auf schwankendem Boden hab ich mich auf festen Untergrund gefreut. Auf dem Boot fällt einem das Schwanken nach ein paar Stunden gar nicht mehr so auf? Aber am Festland fühlt sich fuer mich auch heute noch alles an, als ob es sich bewegen würde, sehr gruselig!
Dann kam die Fahrt ans Meer, kurz vor der Küste haben wir Fahrerwechsel gemacht, die letzten Kilometer bis ins wunderschöne Stralsund durfte ich fahren, und dann über die riesengrosse Brücke übers Meer rüber nach Rügen. Das ist auch mit erwachsenen Augen beeindruckend: man kann ganz einfach fahren, muss nicht auf eine Fähre, geht ruckzuck, schon ist man auf der anderen Seite! Dann geht’s eher im Schneckentempo, denn auf der Insel gibt’s nur wenige Straßen fuer die vielen Besucher. Das ist aber auch gut so, denn man überlegt, dass man besser nicht zu oft mit dem Auto fahren sollte und lieber laufen oder den rasenden Roland nutzen sollte. Den hab ich dieses Mal leider nicht gesehen, aber so eine Dampflokomotive ist was besonderes?
Was macht man, sobald man das Ferienhaus erreicht und alles ausgepackt hat? Man muss noch mal „schnell“ ans Meer. Das ist ja um die Ecke. Ein paar Sachen eingepackt und los geht’s – die letzten 100 Meter sind nicht nur beim allerersten Mal schön: die Vorfreude steigt, der erste Blick, der Sand, Dünen, dann ist man da und es ist jedes Mal einfach wunderschön. Die Ostsee ist eher ruhig, aber einen kleinen Wellengang hat sie doch, und das Wasser so wunderbar frisch, aber nicht kalt.
Am wichtigsten ist am Meer, alles wirken zu lassen, also tief einatmen, um den Geruch von Salzwasser vermischt mit Sand und Luft zu erschnuppern, die Farben von Wasser, Horizont, Duene und Menschen zu sehen, Sand und Wasser unter den Füssen zu spueren, die Wärme und Kälte am Boden zu genießen … Alle Sinne lassen sich einsetzen, Zeit wird schnell relativ, denn gerade am Meer zwischen den Gezeiten verfliegt eine Stunde wie nichts – und trotzdem ist viel passiert!
Man wird schnell nass und voll Sand, macht mir nichts aus, sollte man trotzdem wissen, und auch, dass Sand in jede Ritze „passt“ und in der Windel keinen Spaß macht, weile scheuert. Die kleine Maus wollte nicht mehr weg: plantschen, Sand spielen, Muscheln sammeln – und mehr. Kein Wunder, dass wir auf dem Rückweg nach so viel Spaß und Spiel im Troedelmodus unterwegs waren? Und unseren ersten Nicht-Tanten-Konflikt erlebt haben? 2 Dickschädel und keiner zum Nachgeben bereit. Da zweifelt der Erwachsene dann durchaus an der eigenen Autoritaet: gegen Stursinn und lautes Geschrei hilft nur Druck, am Ende habe ich mich durchgesetzt, aber souveraen war das mal gar nicht?
Und Sonntag morgen der Abschied vom Familienurlaub, die Tante verlässt die Insel (mit viel Stau) und reist allein weiter nach Dresden. Unterwegs hab ich viele wunderschöne alte Gutshäuser gesehen, wunderschön ist das Preußische Land, echt schöne Ecken. Auch Städte, von denen ich dachte, es wären nur haessliche DDR-Überbleibsel, sahen beim Vorbeifahren richtig schön aus … An Berlin bin ich zum ersten Mal im Osten vorbeigefahren, kannte ich noch gar nicht, war eine sehr schöne Perspektive. Statt von Schönefeld durch Vorstadt-Tristesse und Plattenbauten kommt man durch den Spreewald, viel grün, echt schön!
Dresden – ich bin so herzlich empfangen worden. Franzi und ihre Familie wohnen wunderschoen im grünen Vorort, 2 kuschlige Mietzekatzen gehören dazu. Abends haben wir die Bahn in die Stadt genommen und sind schon einmal durch die angeleuchtete Altstadt gelaufen, sehr geschichtstraechtig, zwischen vielen Touristen. Heute wollen wir auch eher ruhig in die Stadt gehen, morgen will ich wandern, mir selbst anschauen, wie sich die Elbe ihren Weg durch die Berge gebahnt hat. Freu mich auf das Laufen und die Ausblicke!

Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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