Küssen

Jungs ab einem gewissen Alter finden es – vielleicht gar nicht mal so wirklich – total eklig. Und wollen sich von Mama und Papa in jedem Fall keinesfalls in der Öffentlichkeit vor ihren coolen Freunden küssen lassen. Später werden sie dann im Gegenteil wieder ganz verschmust. Allerdings nicht mehr mit den eigenen Eltern, sondern wenn sie verknallt sind …

Dabei ist Küssen echt sooooo toll. In jeder Lebenslage. Es soll sogar helfen, das Immunsystem auf Vordermann zu bringen. Es kann ein deutliches Zeichen setzen. Es kann irre Spaß machen. Oder trösten. Es kann kurz sein oder lang. Es ist eine wunderbare Geste zur Begrüßung. Oder zum Abschied. Wer Stunden knutschend im Auto verbracht hat weiß: es kann ganz schön heiß hergehen. Wer schon mal mit einem Dreitagebart geknutscht hat weiß: es kann wehtun, vor allem am nächsten Tag. Wer schon mal weit weg von seinem liebsten Menschen war, der weiß: man kann es so sehr vermissen. Und wer viele unterschiedliche Menschen geküsst hat weiß: es ist immer anders, mit manchen Menschen macht Küssen noch viel mehr Spaß …

Es gibt so viele gute Gründe zum Küssen, die fallen mir ad hoc natürlich nicht ein. Auch vollkommen egal, Hauptsache ist nämlich: ich muss in dem Moment gar nicht drüber nachdenken, warum ich gerne küssen möchte, sondern ich küsse einfach und es ist ein schönes Gefühl! So gehts mir zumindest!

Schönen Valentinstag 🙂

Kinderlogik zur Fastenzeit

Als Kind hab ich mir die Welt einfach selbst so zurechtgelegt, dass es für mich Sinn gemacht hat. Das hatte gar nichts damit zu tun, dass ich nicht schon als Kind so lange nachgefragt hätte, bis ich etwas verstehen konnte – aber manchmal, und das ist heute immer noch so, gibts einfach keine passende Begründung, also zumindest keine, die man mit Kinderlogik nachvollziehen kann. Ein Klassiker: die Fastenzeit.

Meine Oma war eine strenggläubige Frau, die Fastenzeit wurde bei uns also sehr ernst genommen und in jedem Fall eingehalten. Wenn sich sonst in der Speisekammer immer ein Stück Schokolade oder Bonbons finden ließ: ab Aschermittwoch war nicht mal die Frage zulässig, ob etwas Süßes im Haus zu finden sei. Wehe, sie hätte einen von uns mit Süßkram erwischt. Da gabs kein Pardon! Nur wie kann man einem Kind jetzt erklären, was das genau ist, diese Fastenzeit?

Wenn ich mich zurückerinnere, dann wurde nie von 40 Tagen gesprochen? Und ich kann mich auch nicht an das Argument erinnern, dass es nach der ganzen Völlerei jetzt auch mal guttue, mit Maß zu essen? Und da ich auf Süßes eh nicht so erpicht war fand ich den Aspekt, auf Schokolade verzichten zu müssen, auch damals gar nicht mal erschreckend. Es war eher das radikale Element, das mich geängstigt hat, dieses: wir müssen jetzt von einem auf den anderen Tag alles anders machen, als noch gestern. Gestern haben wir uns den letzten Krapfen gegönnt, heute ists damit Schluss. Manche der sogenannten Fastenspeisen treffen die Geschmacksnerven von Kindern wie ein Glas Spülwasser den erlesenen Geschmack eines Weinkenners. Das essen zu müssen war für mich als Kind gleichbedeutend mit: jetzt musst du hungern … Wenn ich zurückdenke hab ich es mir wohl so zurechtgelegt, dass es einfach gar nichts Gutes mehr zu essen gibt. Und das war in meiner kindlichen Vorstellung eher wegen einer Hungersnot (auch wenn ich nicht so genau wusste, was man sich darunter vorstellen sollte) als wegen eines religiösen Zeitraums. Es schien in jedem Fall wie eine Katastrophe – und das mitten im Überfluss.

Der Aspekt des bewussten freiwilligen Verzichts, damit konnte ich als Kind so gar nichts anfangen. Meine Kinderlogik war in jedem Fall, dass man zur Enthaltsamkeit gezwungen wird und dass es jemanden gibt, der jeden Verstoß akribisch ins Sündenregister notiert.

Immunsystem

Offensichtlich ist es echt so, dass Eltern und Kinder ein stabiles Immunsystem haben – Tanten aber nicht! Oder wie erklärt man sich, dass ich zum zweiten Mal in diesem Winter richtig krank bin? Ich verstehe ja, dass man gerade im Umgang mit kleinen Kindern viele Viren und Erreger abbekommt, aber müssen die sich alle bei mir einnisten? Und gerade kann ich Kranksein richtig gar nicht gebrauchen …

Also: wer hat gute Tipps um mein Immunsystem zu stärken, sodass ich mir als Tante weder im Umgang mit meiner Nichte noch mit sonstigen Kids in meiner Umgebung in Zukunft keine Sorgen mehr machen muss? Her damit –

Und mein eigener Spruch zum Wochenende: Gesund sein schätzt man dann am meisten, wenn mans gerade nicht ist!

Kinderfasching

Wenn ich zurückdenke komme ich immer noch ins Schwitzen: Samstag war ich mit meiner Nichte im Kita-Fasching. Krass. Mir fällt kein anderes Wort dafür ein. Ich hab ja wirklich kein Problem mit lauten Massen, darf man als versierter Oktoberfestgänger und begeisterter Konzertgänger auch nicht haben. Aber schon beim Einlaufen in den Dorfkindergarten hab ich mit Kind auf dem Arm echte Beklemmungen bekommen …

Wahrscheinlich überträgt sich da die Sichtweise einer Zweijährigen auf die alte Tante? Keine Ahnung. Meine Erwartungshaltung war in jedem Fall ein paar Kinder mit ein paar begleitenden Erwachsenen. Aber: da waren Massen an Kindern, alle Altersstufen, von den ganz kleinen bis hin zu schon fast Teenagern. Hatte ich das Motto der Veranstaltung erwähnt? Auf dem großen weiten Meer – tummeln sich Cowboys mit Pistolen, Polizisten mit Pistolen, Indianer mit Pistolen, Spiderman mit Pistole, Superman mit Pistole, … es war so irre laut! Dass ich mich fast gefürchtet habe. Nicht zu vergessen die „anderen“ Zweijährigen (ich war da wirklich mit im Boot) rings um uns. Das dauert dann, bis die Minis auftauen, wenn überhaupt. Das Programm orientiert sich natürlich irgendwo in der Mitte, für die ganz Kleinen ist das noch eine Spur zu viel Trubel? Auch wenn sie sonst superfrech und mutig und ganz vorne dabei sind?

Dann das Highlight des Nachmittags: der Kasperl kommt! Der Raum für die gefühlt 500 Kinder und einige Begleiterwachsene: nicht mehr als 30 Quadratmeter! Meine Schwester, Mutter des Kindes, hat sich clever elegant aus der Affäre gezogen, die brave Tante sitzt natürlich mittendrin. Das Kasperltheater war – sagen wir mal ganz vorsichtig – in der Ansprache auch eher für Kinder gedacht, die den Kasperl schon kennen. Dann kam das Krokodil und hat die Prinzessin bedroht. Lautes Geschrei und Geschimpfe – und da waren die erlösenden Worte: Wo ist meine Mama? Wie gut, dass das Kind auf meinen Knien kurz geheult hat. So konnte ich die Schwitzkammer guten Gewissens pflichterfüllend mitten durch die Meute verlassen. Und draußen frische Luft schnappen. Und überleben 🙂

Nach diesem Ausflug bewundere ich alle, die in Faschings- und Karnevalsgesellschaften freiwillig einen Kinderball nach dem anderen absolvieren, einen Kindergarten nach dem anderen besuchen. Das ist wirklich eine Leistung, Hut ab!

Und ja, ich bin immer noch froh, dass wir danach bald heimgehen konnten und weiß seitdem Ruhe und frische Luft noch mehr zu schätzen!

Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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