Premierenfieber

Ein erstes Mal ist anders, eine Premiere mitzuerleben ein wunderbares, aber auch ein Ausnahme-Erlebnis. Die Künstler haben sich lang und intensiv vorbereitet, trotzdem: bei der Premiere vor Publikum ist oft Aufregung im Weg. Man ist noch nervöser, noch mehr gierig nach Reaktion, fürchtet die kleinen Unsicherheiten, hat vielleicht zu viel Respekt vor der Kritik. Und dann ist ein Premierenpublikum manchmal, nun ja, nennen wir es mal steif. Oft sind es viele geladene Gäste, zum Kommen verpflichtet … Alles ist auf Reaktion ausgelegt, es fließt noch nicht, sondern alle warten, wie es ankommt. Premierenfeeling ist ambivalent.

Toys GOP. Schaukelpferd
Toys GOP. Schaukelpferd

Ganz anders vorgestern abend. Ich habe eine sehr stimmige, gelungene Premiere erlebt, mit einem begeisterten Publikum. Manche Besucher mussten so lachen, dass sie nicht mehr aufhören konnten. Mit selbstsicheren Künstlern, die ihren Auftritt nicht nur souverän, sondern charmant, spontan, ohne Allüren, mit viel Profession, aber vor allem Herzblut und Freude auf die Bühne gebracht haben. Und den Saal mitgerissen haben!
Das schöne an einer Premiere: es gibt ein paar einführende Worte. Etwas mehr zum warum und wer dahinter steckt. Quasi die Geschichte der neuen GOP-Show, die unterwegs auf den Zirkus und Akrobatikfestivals in Frankreich vor dem Schaufenster eines Ladens mit antikem Spielzeug beginnt. Die Bühne ist entsprechend ein Spielzeugladen, in den Regalen Bären, ein Zonk, Babuschkas, Puppen, seitlich ein wunderschönes Karusselpferd. Nachts, sobald das Geschäft geputzt und abgeschlossen ist erwachen die Puppen und das Spielzeug zum Leben. Sie spielen miteinander, sie tanzen, lachen. Ein Kindertraum, der durch das liebevolle Arrangement nicht nur die Herzen von Kindern höher schlagen lässt.  In einem Varieté gibt es oft einen herausragenden Star, nicht so in Toys. Jeder Künstler für sich zieht in seinen Bann. Da zaubert ein junger Mann mit Stoffsäckchen, dass jeder Profifußballer gerne eine Trainingsstunde anmelden würde. Eine Akrobatin in Neon-Outfit lässt den Atem stocken, in dem sie sich auf wackligem Turmaufbau immer abwechseond auf einem Arm in Balance hält. Ein Flötenzauberer à la Paganini spielt gleichzeitig auf 5 Instrumenten und baut sich ein Orchester aus Publikum. Eine Puppe bewegt anmutig ein Rhönrad auf der viel zu kleinen Bühne. Ein junger Franzose beeindruckt mit Einradakrobatik und seinem ansteckenden Lachen. Ein Akrobat jongliert beinahe schwerelos auf dem Seil, mit Einrad. Bewegte Elemente, die an von Kindern gebaute Figuren erinnern, werden von einer Artistin mit viel Körpereinsatz, vor allem mit den Zehen, durch die Luft gewirbelt. Die beiden Supermarios zeigen eine Tanzeinlage, zwischen vielen akrobatischen Figuren bleibt der Atem des Publikums kurz stehen, als sie Kopf auf Kopf stehen ….

Toys GOP. all acteurs
Toys GOP. all acteurs

Nicht zu vergessen die Clowns: Das italienische Geburtstagskind des Abends, das mit seiner Partnerin durch das Programm begleitet, sich von einem akrobatischen Act zum nächsten steigert und entwickelt; das Publikum einbindet, einmal turnt sie auf einem Zuschauer, einmal ist der Zuschauer Helfer, um sie vom meterhohen Trapez zu holen. Nicht zu vergessen Interaktion mit den ersten Tischen – la Ola mal anders rum: Köpfe runter, unter der Leiter durch!
Es war herrlich, Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Hat großen Spaß gemacht, ich kann einen Besuch im Münchner GOP guten Gewissens empfehlen, auch als Ausflug mit Kindern für die ganze Familie. Ich würde auch noch mal gehen, so gut hat es mir gefallen!

Toys GOP. Clowns
Toys GOP. Clowns
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Kichern

Darf man das? Als Erwachsener mit kichern und sich über einen gelungenen Streich eines Kindes freuen? Sogar wenn der sich gegen einen anderen Erwachsenen, gar die gestrengen Kindseltern, richtet? Gar nicht so leicht zu beantworten, denn schließlich muss man sich als Vorbild immer politisch korrekt verhalten, dem Kind also aufzeigen, dass es mit Streichen nicht gewinnen kann. Oder doch?
Ich hab beschlossen, das etwas lockerer anzugehen – und mitzukichern. Mit gutem Beispiel, also über einen gelungenen Streich muss ich einfach aus ganzem Herzen lachen und spätestens, wenn ein Kind vor Freude giggelt bleibt mir eh nix übrig: ich giggle mit. Solange dabei niemandem was passiert, keiner zu Schaden kommt, vollkommen OK. Und im Idealfall kann der, über den gelacht wird, einfach mit kichern? Das wäre der gelungenste Streich!

The Voice Kids

Eigentlich hatte ich ganz fest vor, das TV-Format nicht anzuschauen. Schon allein, weil ich es doof finde, etwas, was beim ersten Mal so unglaublich toll war dann auf weitere Formate auszuweiten und es zu einem einzigen riesengroßen Kommerz zu machen … Dann hab ich ein paar Vorschauen gesehen, und eines Abends doch mal reingezappt. Und bin hängengeblieben! Es sind so unfassbar wunderschöne Stimmen dabei, dass es mir persönlich schier den Atem raubt. Das Drumrum mit Jury – könnte man meiner Meinung nach einfach weglassen, denn das Hören allein bewegt unwahrscheinlich. Mich zumindest!

Und ich kann ganz gut nachempfinden, was da passiert: im süßen Alter von 12 Jahren habe ich zum ersten Mal vor einem nicht ganz kleinen Publikum ganz allein gesungen. Im wahrsten Sinn des Wortes, denn im entscheidenen Moment war ich so nervös, dass mir dir begleitenden Musiker zu zögerlich waren – und da hab ich schon mal einfach ohne angefangen. Amazing Grace. Etwas zu tief. Etwas schief. Vollkommen atemlos. So nervös. Ich weiß bis heute nicht wirklich, wie grauenvoll es wirklich war – man hört sich innerlich ja vollkommen anders. Ich konnte nicht schlucken, hatte irre Angst zu ersticken, hab geschwitzt, gefroren, gezittert, … Keine Ahnung. Irgendwann war das Stück vorbei, die kläglichen Versuche der Musiker, sich „dazuzugesellen“ haben dann nach der zweiten Strophe gefruchtet. Es war grauenvoll. Total verkackt!

Und auch Jahre später, mit ordentlich Routine, kennt beinahe jeder Sänger den Moment, in dem die Stimme nicht das macht, was sie sollte. In der man kiekst. Die Luft fehlt,  keine Stütze da ist, die Intonation nicht so ganz passt. Das, was eigentlich als wunderbarer Ton verklingen sollte, abbricht. Der hohe Ton nicht wirklich sitzt, man doch noch einmal mehr schlucken musste. Oder man schlicht unsicher ist, weil die Melodie noch nicht ganz sicher sitzt. Oder man die anderen Stimmen einfach nicht hört und deshalb riskiert, selbst total schräg zu sein.

Umso mehr meine Verbeugung vor den jungen Künstlern, die ich mir in der Show anhören darf. Umso mehr meine Bewunderung, was sie auf der Bühne zeigen, wie sie Meister ihrer Stimmen sind. Auch wenn es mir gar nicht darum geht, wer gewinnt und ich bei einigen echt traurig bin, dass ich sie nicht noch mal hören darf: ich freu mich sehr auf das Finale am Freitag und genieße die Videos, sehr! Und das ist mein persönliches Highlight gewesen, Gänsehautfeeling PUR 🙂

Spruch zum Wochenende: Chaostheorie

Chaos weckt Kreativität – Ordnung verdoppelt Spielspaß.

Ging mir heute durch den Kopf, als ich als pflichtbewusste Tante die Millionen Lego-Bestandteile aus unzähligen Kisten heraus gefischt habe, in die meine Geschwister und ich sie im Lauf unserer aktiven Lego-Spielphase verteilt haben. In jeder Kiste so viel, dass man ‚etwas‘ damit bauen kann. Nach 3 sonnigen Stunden und einer beeindruckenden Portion Engelsgeduld, O-Ton meine Mutter, Großmutter der liebreizenden Enkeltochter, habe ich eine Riesenkiste Lego, einigermaßen ordentlich. So dass die bezaubernde Nichte jetzt selbst für die Unordnung sorgen kann 😉

Für mich war’s ein perfekter Tag, ich mag ausmisten, aufräumen, wegschmeissen und vor allem den magischen Moment, wenn alles irgendwie wieder zusammenpasst. Was vorher viel Raum eingenommen hat, passt wieder praktisch in eine Ecke 😉

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Was mich beschäftigt und was ich meinen Patenkindern gerne erzählen würde

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