Archiv der Kategorie: sonst vergess ichs

Zu zweit Schneeräumen

Vor meinem Fenster räumen seit einer knappen Stunde zwei Männer Schnee – einer ohne Schippe und ohne Kraftaufwand, dafür mit einem kleinen Fahrzeug, vorne dran die Schaufel. Und er fährt eine Spur nach der anderen, sein Kollege muss die Haufen mit der Schaufel nach hinten verteilen, weil irgendwie ist zwar der Hauptweg frei, aber die Haufen sind alle im Weg. Die beiden reden nicht wirklich miteinander, der eine fährt und häuft auf, der andere schippt und machts wieder weg …

Ob da System drinsteckt? Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?

Und trotzdem hab ich gerade die Erinnerungen an meine Kindheit: ich im dicken Schneeanzug, sehr gut eingemummelt mit Schal, Mütze und viel zu großen Handschuhen, Papas bester Mitarbeiter. Natürlich gabs für mich eine eigene Schaufel und ich hab wahrscheinlich ähnlich wie die beiden gerade im Hof nicht unbedingt koordiniert mitgeholfen. ABER ich habs geliebt, mein Vater hat die hohen Haufen aufgeworfen und ich hab auch etwas aus dem Weg geräumt. Vor lauter Anstrengung hatte ich bestimmt hochrote Backen (noch heute mein unverwechselbares Markenzeichen …) und bei so viel Anstrengung wars ganz schön warm. Nur bei uns war hinterher der Weg frei und die Haufen lagen ordentlich auf der Seite. Na ja, die beiden haben ja noch ein paar Stunden Zeit bis morgen früh 🙂

Es wird Winter: 5 Tipps an die Autofahrer

Tip 1:

Liebe Geschlechtsgenossinnen, die ihr bei diesem Wetter Schiss habt, mit dem Auto unterwegs zu sein: lasst es einfach zu Hause stehen. Und seid anders mobil.

Tip 2:

Liebe Autofahrer, die ihr heute morgen im Radio gehört habt, dass in Bayern chaotische Straßenzustände herrschen: haltet die Augen offen, prüft den Zustand der Straßen und verhaltet euch entsprechend. Die Nachrichten haben leider die Tendenz, nicht zu erwähnen, wo es nicht spiegelglatt ist.

Tip 3:

Liebe Autofahrerinnen und Autofahrer (nicht nur in München): es reicht nicht, den Scheibenwischer zu betätigen und nach einigen Kilometern dann wirklich aus dem Auto rauszusehen.

Tip 4 – hat nichts mit dem Wetter zu tun:

Liebe Fußgänger: warum steht wohl an manchen Straßen ein riesengroßes Schild mit der Aufschrift „Hier kein Übergang!“ mit einem Hinweis, dass auf der anderen Seite der Kreuzung ein Fußgängerübergang ist? …?

Tip 5 – an mich, muss ich selbst beherzigen:

An Tagen wie diesen hab ich es nicht eilig, in die Arbeit zu kommen, ich bin höflich und rücksichtsvoll zu allen anderen Verkehrsteilnehmern und lasse mir die Laune auch von denen nicht verderben, die es offensichtlich darauf anlegen, mich und andere mit ihrem Verhalten zu provozieren. So, das ist mein neues Mantra, hoffe, es wirkt bald!!!

Milchzahn

Da stolpere ich doch gestern abend über das Bild einer süßen Zahnlücke:

Ja, der erste Milchzahn ist raus – jetzt heißt es für mein liebes Patenkind Abschied nehmen. Als wenn man sonst nicht schon genug Ablenkung im Leben eines fast 7jährigen hätte. Kann mich gut erinnern, wie ich stundenlang an den noch gar nicht locker sitzenden Zähnen gewackelt hab, bis sie immer noch nicht rausfielen, aber man sie mit der Zunge schon fast so weit hatte. Ich glaube nicht, dass ich für meine Milchzähne einen Zahnarzt konsultieren musste? Hab ich alle selbst „erledigt“.

Einmal sogar mit einem grausigen Versuch: Bindfaden um den Zahn, der immer noch viel zu fest saß, ein Ende am Zahn, ein Ende um die Türklinke, und dann die Tür weit aufgeschmissen … Hat natürlich nicht auf Anhieb und eigentlich auch gar nicht funktioniert, möglicherweise, weil ich dem Faden „gefolgt“ bin? Egal, die Oma hat dann schon nachgeholfen, im Zweifelsfall waren da noch andere Familienmitglieder, die mit Hand anlegen konnten. Und liebe Patenkinder: das ist keine Anleitung zum Selbstversuch, klappt nämlich meistens nicht! Sagen zumindest meine Rückfragen im Freundeskreis.

Den legendären ersten Milchzahn hat  Mama dann in einem Kästchen aufbewahrt, ob alle anderen da auch reingewandert sind? Weiß ich nicht mehr, die Spannung und Aufmerksamkeit lassen im Verlauf der ausfallenden Zähne wohl etwas nach … Ich hatte es zumindest schon sehr weit in meiner Erinnerung zurückgedrängt, aber heute muss ich natürlich wieder dran denken. Eine große Zeit war das. Was man doch alles in dieser Phase des Größerwerdens erlebt: Wachsen, Zähne austauschen, Lernen, unabhängiger von den Eltern werden, …?

Man, wenn man so zurückdenkt, wird einem doch gleich noch bewusster: das Leben als Erwachsener ist eigentlich ganz schön langweilig … 🙂

Happy Birthday Astrid Lindgren

Aus aktuellem Anlass – heute würde Astrid Lindgren 105. Geburtstag feiern – sag ich mal Dankeschön. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann hat mir diese großartige Schriftstellerin wunderbare Stunden geschenkt. Voll Phantasie, voll mit schwedischen Dörfern und kleinen Städten mit bunten Häusern, voll mit Naturerlebnissen. Auch wenn ich damals nicht wusste, wo Schweden liegt – es hat mir dort dank ihren Erzählungen richtig gut gefallen! Nicht immer waren ihre Hauptfiguren meine Idole, Pippi fand ich toll, als abenteuerlustige Freundin, wollte aber nie Tommi oder Annika sein (zu fad). Mit den Kindern von Bullerbü hab ich gespielt, bin in Gedanken mit auf ihre Touren gegangen. Ich wollte schon immer mal Ferien auf Saltkrokan machen! Mit Madita hab ich gelitten und mich oft in ihr wiedererkannt. Die Madita-Filme hab ich erst viel später gesehen (und auch die fand ich toll). Bei Nils Holgerson wars andersrum: ich habe erst die Zeichentrickserie geliebt, wäre am aller-allerliebsten auch mal ganz klein gewesen, um mit den Gänsen zu fliegen und die Welt zu sehen. Die Bücher hab ich erst viel später verschlungen. Wie Karlsohn vom Dach und ürbigens auch Ronja Räubertochter, das Buch hab ich erst als Erwachsene gelesen.

Und meinen Michel liebe ich ununterbrochen heiß und innig: wenn die Geschichten aus Lönneberga im Fernsehen widerholt werden kann ich wirklich nicht widerstehen. Muss ich sehen. Vor allem, weil der Schauspieler genau so ist, wie man sich den Emil aus dem schwedischen Original vorstellt: ein blonder Lausbub, verschmitzt mit einem wunderbar großen Herzen.

Ich habe von Astrid Lindgren später noch viel gelesen, mich im Studium mit ihr als Schriftstellerin auseinandergesetzt, mehr über sie als Persönlichkeit gelernt. Und mir dennoch immer einen Blick auf sie erhalten können: sie konnte sich auch als Erwachsene so herrlich in Kinder hineinversetzen. Bilder erschaffen, die Kindern gefallen. Ideen erfinden, die Kinder begeistern. Und auch Erwachsene in diese Welt mitnehmen.

Happy Birthday Astrid Lindgren – ich werde meinen Patenkindern sicher das ein oder andere deiner Bücher schenken, vorlesen oder mit ihnen einen Film nach deinen Romanvorlagen schauen!